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01.8.2016   |   Kindersicherheit

Ertrinken ist zweithäufigste unfallbedingte Todesart bei Kindern und Jugendlichen

Keine Chancengleichheit im Wasser - Zusammenhang zwischen Schwimmen lernen und sozialer Herkunft

Ertrinken ist für Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren die zweithäufigste unfallbedingte Todesart. 2014 sind in Deutschland 24 Mädchen und Jungen in dieser Altersgruppe ertrunken (Quelle: Statistisches Bundesamt). Nur bei Verkehrsunfällen verlieren noch mehr Kinder und Jugendliche ihr Leben. Ein Grund für die vielen Todesfälle ist die Tatsache, dass fast jeder Sechste in der Altersgruppe der 5- bis 17-Jährigen nicht schwimmen kann.

Eltern überschätzen die Schwimmfähigkeit ihrer Vorschulkinder

Einer Studie des Robert Koch-Instituts zufolge hängt die Fähigkeit zu schwimmen auch mit der sozialen Herkunft zusammen. So wurden in einer Folgebefragung der Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland – der so genannten KiGGS Welle 1 – umfangreiche Daten zur gesundheitlichen Lage von rund 10.000 Kindern in Deutschland erhoben, darunter auch zur Schwimmfähigkeit. Nach der Veröffentlichung erster Ergebnisse in einem Faktenblatt Anfang 2015 haben RKI-Wissenschaftler um Benjamin Kuntz nun (in der Juni-Ausgabe der Deutschen Zeitschrift für Sportmedizin) ausführliche Ergebnisse zur Schwimmfähigkeit von 5- bis 17-jährigen Kindern und Jugendlichen veröffentlicht.

Demnach können 14,5 Prozent der Kinder und Jugendlichen nicht schwimmen. Ein alarmierendes Ergebnis: Je niedriger der soziale Status ist, desto höher ist der Anteil der Nichtschwimmer. Das statistische Risiko, nicht schwimmen zu können, ist für Heranwachsende mit niedrigem sozialem Status gegenüber besser gestellten Gleichaltrigen sechsmal so hoch.

„Die deutlichen Unterschiede bei der Schwimmfähigkeit belegen, dass unsere Gesellschaft von gesundheitlicher Chancengleichheit weit entfernt ist“, sagt Martina Abel von der Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Mehr Sicherheit für Kinder e.V. in Bonn. „Die Studie ermahnt uns, ein besonderes Augenmerk darauf zu legen, die Benachteiligten zu erreichen. Dies gilt genauso für die Förderung der Kindersicherheit insgesamt.“

Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund beider Eltern zählen gegenüber Gleichaltrigen mit deutschen Wurzeln signifikant häufiger zu den Nichtschwimmern. Wer mit beidseitigem Migrationshintergrund aufwächst, lernt im Schnitt rund anderthalb Jahre später zu schwimmen als Altersgenossen ohne Migrationshintergrund.

Neben Städten, Gemeinden, lokalen Schwimmvereinen und privaten Anbietern ist die Deutsche-Lebensrettungs-Gesellschaft e.V. (DLRG) der größte Träger für Schwimmkurse sowohl für Kinder als auch für Jugendliche und Erwachsene.

Hier gibt es weitere Informationen: www.dlrg.de/lernen.html
Das Projekt „Schwimmen für alle“ der Deutschen Kinderhilfe e.V. in Berlin richtet sich gezielt an Kinder aus sozial benachteiligen Familien. Beide Organisationen sind Mitglied der BAG Mehr Sicherheit für Kinder e.V.

Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Mehr Sicherheit für Kinder e.V.

Die BAG Mehr Sicherheit für Kinder e.V. mit Sitz in Bonn ist ein bundesweit tätiger Verein. Sie informiert auf ihrer Webseite www.kindersicherheit.de über Kinderunfälle und deren Verhütung und gibt zahlreiche Broschüren zur Kindersicherheit heraus. Unterstützt durch u.a. das Bundesministerium für Gesundheit setzt sich die BAG dafür ein, Kinderunfälle zu reduzieren, innovative Präventionsmaßnahmen für Heim und Freizeit sowie Kooperationen auf nationaler und internationaler Ebene voran zu bringen. Mitglieder sind unter anderem Ärzte- und Sportverbände sowie Rettungsorganisationen und technische Dienstleister.

Quelle: BAG Mehr Sicherheit für Kinder e.V.
Internet: www.kindersicherheit.de

Bild: Pixabay - Lizenz: Public Domain CC0

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