CleanKids-Magazin
Echtkind - Ausgesucht schönes Spielzeug ohne Schadstoffe

28.7.2016   |   Verbraucher - Verbraucherinformationen

Behörden finden krebsverdächtige Mineralöle in jedem vierten getesteten Lebensmittel

- Ämter mehrerer Bundesländer weisen aromatische Mineralöle in 28,7 Prozent der Fälle nach
- Weizengrieß, Reis und Nudeln besonders häufig belastet
- foodwatch fordert gesetzliche Null-Toleranz für aromatische Mineralöle in Lebensmitteln

mineraloel

Jedes vierte bei amtlichen Kontrollen getestete Lebensmittel ist mit krebsverdächtigen Mineralölen belastet. Das ergibt eine Auswertung von Behördenmessungen für die Jahre 2011 bis 2015, die die Verbraucherorganisation foodwatch veröffentlicht hat. Betroffen sind 128 von 446 untersuchten Produkten (28,7 Prozent), darunter größtenteils in Papier oder Karton verpackte Trocken-Lebensmittel wie Reis, Weizengrieß und Nudeln, aber auch Schokolade. Die in den Produkten gefundenen aromatischen Mineralöle können laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) Krebs auslösen und das menschliche Erbgut verändern.
 
"Jetzt ist es raus: Die Behörden wissen seit Jahren von etlichen Lebensmitteln, die Krebs auslösen können. Doch die Bevölkerung wird weder gewarnt noch durch ein Gesetz geschützt. Für Bundesernährungsminister Christian Schmidt gibt es keine Ausreden mehr: Er muss die Hersteller verpflichten, ihre Produkte sauber zu halten", erklärte Johannes Heeg von foodwatch.

foodwatch hatte alle Bundesländer unter Berufung auf das Verbraucherinformationsgesetz (VIG) nach den Ergebnissen von amtlichen Mineralöl-Tests gefragt. Die Behörden in Bayern, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen gaben an, Untersuchungen durchgeführt zu haben. In Nordrhein-Westfalen zum Beispiel waren 34,5 Prozent der untersuchten 206 Produkte mit den potenziell krebserregenden und erbgutverändernden aromatischen Mineralölen (MOAH) belastet. In Niedersachsen waren es 28 von 194 Lebensmitteln.

Ein besonders häufig verunreinigtes Produkt ist Weizengrieß: Mehr als jedes dritte war belastet. Für ein regelmäßig von Kindern verzehrtes Grundnahrungsmittel sind solche Befunde aus Sicht von foodwatch inakzeptabel. Eine vollständige Übersicht über Herstellernamen oder genaue Produkt-Bezeichnungen mit Chargennummern teilten die Behörden nicht mit. Unter den belasteten Produkten befinden sich jedoch "Gemelli"-Nudeln der Firma Barilla, Risotto-Reis von Uncle Ben’s und Weizengrieß von Edekas Eigenmarke "gut & günstig".

Mineralöle können auf unterschiedlichen Wegen in Lebensmittel gelangen. Eine wesentliche Quelle sind Altpapier-Verpackungen und Pappkartons, die bis zu 250 verschiedene Chemikalien enthalten und die zur Lagerung und zum Transport von Lebensmitteln verwendet werden. Aber auch in der Produktion verwendete Maschinenöle oder Abgase aus Industrie und Verkehr können Produkte verunreinigen.

Minister Christian Schmidt muss laut foodwatch dafür sorgen, dass keine krebsverdächtigen und erbgutschädigenden Mineralöle in Lebensmitteln enthalten sind. Hierfür sei eine Mineralölverordnung nötig, die Hersteller verpflichtet, sogenannte funktionelle Barrieren einzusetzen: Mit einem geeigneten Innenbeutel oder einer Beschichtung der Verpackung ließen sich Produkt und Verpackung voneinander trennen, sodass weder Mineralöle noch hunderte weitere, zum Teil gesundheitsgefährdende Chemikalien auf die Produkte übergehen können, so foodwatch. Zudem fordert die Verbraucherorganisation strikte Höchstwerte für Mineralöle in Lebensmitteln. Für die besonders kritischen aromatischen Mineralöle (MOAH) müsse eine Null-Toleranz gelten. Nur so würden die Hersteller dafür sorgen, dass auch aus anderen Quellen, wie Produktionsmaschinen und Transport-Umverpackungen, kein Mineralöl in Lebensmittel gelangt.

E-Mail-Aktion >

PDF - Behörden Testergebnisse >[/_button]

Quelle und Bild: foodwatch e.V.
Internet: www.foodwatch.de

Bild: Pixabay - Lizenz: Public Domain CC0

Weitere Artikel zum Thema

Rückruf: Berstgefahr – SodaStream ruft PEN-Sprudlerflaschen zurück

Rückruf: Berstgefahr – SodaStream ruft PEN-Sprudlerflaschen zurück

Rückruf der blauen, geschirrspülfesten Sprudelflasche von SodaStream mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum 04/2020 („MHD 04/2020“) Die SodaStream GmbH hat Kenntnis davon erlangt,..




Bitte beachten Sie, dass alle Meldungen den Kenntnisstand zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergeben!

help
Getestet und Empfohlen: Swagbucks-Bonus für Eltern

– Anzeige –

Aktuelle Tests…

ot-anilin

ÖKO-TEST Anilin in Kinderprodukten: Im roten Bereich

Anilin ist ein Farbstoffbestandteil, der unter Krebsverdacht steht. Das ÖKO-TEST-Magazin wollte in der aktuellen September-Ausgabe wissen, ob Kinderprodukte wie Jeans, Schuhe, Strumpfhosen und Malkreiden damit belastet sind. Fast alle 32 untersuchten Produkte enthalten – teilweise sogar große Mengen – Anilin und in einigen Fällen auch andere aromatische Amine.


– Anzeige –
Buch- und Lesetipps

Buchtips der Redaktion

In unseren Buch- und Lesetipps stellen wir ab und an interessante Lektüre vor. Da ist für Mama, Papa und die Kinder immer was dabei. Zur Übersicht >>

Aufgepasst bei Baby-Nestchen

Gitterbettschutz und Baby-Nestchen – Erstickungsgefahr für Säuglinge und Kleinkinder

Gitterbettschutz und Baby-Nestchen
Erstickungsgefahr für Säuglinge und Kleinkinder

Neben Stofftieren, Kissen, Decken können auch Baby-Nestchen die Gefahr für einen Erstickungstod erhöhen. Todesfälle haben in den letzten Jahren stark zugenommen

Babyschuhe ??? besser nicht !

Immer wieder - Schadstoffe und Gifte in Babyschuhen

Krabbelschuhe, Lederpuschen, Lauflernschuhe
In den letzten Wochen wurden vermehrt Babyschuhe zurückgerufen oder vom Markt genommen. Grund hierfür: Schadstoffe und Gifte wie etwa Chrom VI, Schimmel, Weichmacher, PAK's - allesamt sehr problematische Stoffe, die auf keinen Fall an Babyfüße gehören. 


Kindergeld: Auszahlungstermine 2015 der Familienkasse