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20.6.2016   |   Gesundheit

Hartes Wasser hat vermutlich Einfluss auf Entwicklung von Ekzemen

Britische Forscher des King 's College in London vermuten, dass ein stark kalkhaltiges Wasser bzw. Wasser mit einem hohem Härtegrad zur Entwicklung von Ekzemen in der frühen Kindheit beitragen kann.

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Eine gestörte Hautbarrierefunktion und trockene Haut sind vermutlich Auslöser von Neurodermitis in der Kindheit. Dafür verantwortlich ist zum Teil eine genetische Veranlagung. aber auch Umweltfaktoren können zum Zusammenbruch der Hautbarriere führen. So kann hartes Wasser und Chlor im Wasser des Haushalts, in dem ein Kind lebt, dazu beitragen. Großbritannien ist das Haushaltswasser im Süden härter als im Norden, die Verbreitung von Ekzemen spiegelt dies wieder.

Vergangene Studien haben bereits in Großbritannien, Spanien und Japan Verbindungen zwischen der jeweiligen Wasserhärte und dem Risiko von Ekzemen bei Schulkindern nachgewiesen – allerdings war dieser Zusammenhang noch nicht bei kleinen Kindern untersucht worden. Die aktuelle wissenschaftliche Arbeit, die im „Journal of Allergy and Clinical Immunology“ veröffentlicht wurde, befasst sich mit dem Zusammenhang zwischen Wasserhärte und Chlorkonzentrationen im Haushaltswasser und Veränderungen der natürlichen Hautbarriere sowie Ekzemen in der Kindheit.

Die Forscher rekrutierten 1.300 drei Monate alte Säuglinge von Familien in ganz Großbritannien, die an der EAT-Studie beteiligt waren (EAT: Enquiring About Tolerance) – einer Studie zu Nahrungsmittelallergien bei Kindern - und sammelten Daten über den Gehalt an Calciumcarbonat (Wasserhärte) und Chlor im Wasser der jeweiligen Haushalte.

Die Kinder wurden auf atopische Dermatitis (Ekzem Kindheit) hin untersucht, und ihre Hautbarrierefunktion wurde durch Messung des transepidermalen Wasserverlustes (Feuchtigkeitsverlust über die Haut/tranepidermal water loss - TEWL) bei einem nicht betroffenen Unterarm bewertet. Das britische Team teste bei den Säuglinge auch, ob bei ihnen Mutationen im Filaggrin-(FLG-)Gen - verantwortlich für ein Schlüsselprotein für die Funktion der Hautbarriere - vorlagen. Mutationen in dem FLG-Gen führen zu einer Beeinträchtigung der Hautbarriere, die vermutlich Allergenen ermöglicht, die Haut zu durchdringen, und den Körper gegenüber einer allergischen Reaktion empfänglich macht. Die Experten zogen zusätzliche Auskünfte darüber hinzu, ob die Familien zuhause einen Wasserenthärter benutzten, wie oft die Kinder gebadet wurden und welche Feuchtigkeitscremes und Badeprodukte sie verwendeten.
Das Ergebnis: Kinder, die in einer Region mit hartem Wasser lebten, hatten im Alter von drei Monaten ein um 87% erhöhtes Risiko, ein Ekzem zu entwickeln – unabhängig vom Chlorgehalt des Wassers. Das Risiko war tendenziell höher bei Kindern mit Mutationen des Filaggrin-(FLG-)Gens, obwohl letzteres statistisch nicht signifikant war.

Viele zusätzlichen Faktoren könnten eine Rolle spielen

Obwohl die Studie für potenzielle Störfaktoren, wie Badefrequenz und die Verwendung von Seifen und Shampoos, Hautpflegeartikeln und Hygienepraktiken berücksichtigte, könnten sich diese bereits zum Zeitpunkt der Einschreibung in die Studie aufgrund eines früh entwickelten Ekzems verändert haben. Den Wissenschaftlern lagen auch keine Informationen darüber vor, wie oft Kinder Schwimmbädern nutzten, die in Großbritannien einen viel höheren Chlorgehalt enthalten als das Haushaltswasser. Diese könnte eine zusätzliche schädliche Wirkung auf die Hautbarrierefunktion und das Risiko von Ekzemen haben.
Die Wissenschaftler konnten noch nicht eindeutig klären, ob Calciumcarbonat (Kalkgehalt des Wassers, Wasserhärte) eine direkte schädliche Wirkung auf die Hautbarriere hat oder ob andere Umweltfaktoren in direktem Zusammenhang mit der Wasserhärte, wie der pH-Wert des Wassers, dafür verantwortlich sind.

Das Forscherteam will im Rahmen eines anschließenden Projekts feststellen, ob die Installation eines Wasserenthärters, wenn ein Kind auf die Welt kommt, sein Risiko verringern könnte, ein Ekzem zu entwickeln.

Quellen: EurekAlert!, Journal of Allergy and Clinical Immunology

Quelle: Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V.
Internet: http://www.kinderaerzte-im-netz.de

Bild: Pixabay - Lizenz: Public Domain CC0

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