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14.6.2016   |   Wissenschaft / Forschung

Etwas ganz Besonderes: Die Stimme der Mutter ist weit mehr als nur beruhigend

Die Stimme einer Mutter kann weit mehr tun, als ihr Kind zu beruhigen. Zu diesem Ergebnis kommt eine wissenschaftliche Arbeit. Wenn Mütter sprechen, werden demnach mehrere Bereiche im Gehirn ihrer Kinder aktiviert, wie z.B. Regionen, die an Gefühlen und der Belohnungsverarbeitung, an soziale Funktionen, bei der Gesichtserkennung und am Ich-Bewusstsein beteiligt sind. Diese Reaktionen löste aber nur die Stimme der Mutter bei ihrem Kind aus. Andere Frauen hatten diesen Effekt nicht.

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"Viele unserer sozialen, sprachlichen und emotionalen Prozesse erlernen wir, indem wir auf die Stimme unserer Mutter hören", erklärt Studien-Autor Daniel Abrams, von der Stanford Universität, Kalifornien, USA; in einer Pressemitteilung der Universität. "Aber es ist überraschend wenig bekannt darüber, was diese wichtige Schallquelle im Gehirn bewirkt. Wir wussten nicht, dass die Stimme einer Mutter so viele verschiedene Gehirnsysteme so rasch stimuliert", fügte Abrams hinzu. Frühere Studien haben gezeigt, dass Kinder die Stimme ihrer Mutter bevorzugen, aber die zugrunde liegenden Mechanismen dafür waren unklar.

Die Wissenschaftler machten Tonaufnahmen von den Müttern der Kinder, während drei Worte ohne Bedeutung vorlasen. Sie analysierten die Gehirnscans von Kindern, als sie die Stimme ihrer Mutter und einer anderen Frau hörten.

An der Studie nahmen 24 Kinder im Alter zwischen 7 und 12 Jahren teil, die durch ihre biologische Mutter aufgezogen wurden. Alle Kinder besaßen einen IQ von mindestens 80 und keines der Kinder war von Entwicklungsstörungen betroffen. Die Eltern der Kinder beantworteten Fragen zu ihr Kindern, wie z.B. zu deren Kommunikationsfähigkeiten sowie zu deren Fähigkeit mit anderen zu interagieren und Kontakt aufzunehmen.

"In diesem Alter haben die meisten Kinder gute Sprachkenntnisse. Deshalb wollten wir keine Worte zu verwenden, die einen Sinn ergeben, weil das eine ganz andere Gruppe von Netzwerken im Gehirn aktiviert hätte", sagte Professor Vinod Menon, leitender Autor der Studie und Psychiater und Verhaltenswissenschaftler an der Stanford Universität. Die Forscher fanden heraus, dass die Kinder ihre eigene Mutter mit einer Genauigkeit von 97% identifizieren konnten, sogar nach weniger als 1 Sekunde. Mehrere Hirnregionen der Kinder wurden durch den Klang der Stimme ihrer Mutter aktiviert – deutlich mehr als beim Hören der Stimme einer Fremden.

Die Experten waren über Ausmaß der Aktivitäten überrascht. Regionen des Gehirns, die für folgende Aufgaben zuständig sind, waren betroffen:

Hören,
Emotionen,
Belohnungsverarbeitung,
Verarbeitung von Informationen über sich selbst,
Wahrnehmung und Verarbeitung von Gesichtern

"Wir wissen, dass die Stimme der Mutter eine wichtige Quelle für Trost und ein Gefühl von Geborgenheit sein kann", ergänzte Abrams. "Wir konnten zeigen, welche biologische Schaltkreise, diesem Gefühl zugrunde liegen."

Darüber hinaus konnten das Team um Menon beobachten, dass Kinder mit stärkeren Verbindungen zwischen diesen durch die Stimme der Mutter aktivierten Hirnregionen auch die stärksten sozialen Kommunikationsfähigkeiten an den Tag legten.

Quelle: UPI, Stanford Medicine, Proceedings of the National Academy of Sciences

Quelle: Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V.
Internet: http://www.kinderaerzte-im-netz.de

Bild: Pixabay - Lizenz: Public Domain CC0

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