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09.6.2016   |   Ernährung - Gesundheit

DFB Werbekampagnen: „Nachwuchsförderung“ mit Zucker- und Fettbomben

Kinder- und Jugendärzte: DFB fällt mit Werbekampagnen für Junk Food Eltern in den Rücken.

Coca-Cola, McDonald's, Kinderschokolade - die deutschen Nationalspieler bewerben während der Fußball-EM 2016 jede Menge Junkfood. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte fordert einen sofortigen Werbestopp für die schädlichen Produkte.

Kinder- und Jugendärzte: DFB fällt mit Werbekampagnen für Junk Food Eltern in den Rücken

"Fußball und Fast Food, das passt nicht zusammen. Wir Kinder- und Jugendärzte unterstützen Eltern, ihre Kinder gesund zu ernähren, der DFB und seine Werbepartner machen das Gegenteil. Sie verführen Kinder und Jugendliche zu einem ungesunden Lebensstil. Das ist keine Nachwuchsförderung, sondern Nachwuchsschädigung," so Dr. Thomas Fischbach, Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte, heute in Köln.
"Wir wissen heute, dass für die Zunahme des Übergewichts bei Kindern ein Übermaß an süßen und fettigen Lebensmitteln und Getränken verantwortlich ist und dass dieses Übergewicht in späteren Lebensjahren zu Fettleibigkeit, Diabetes Typ II , Gefäßerkrankungen und orthopädischen Problemen führt.

Die Verknüpfung von positivem Lebensgefühl mit Junk Food, wie sie die Werbung nun herstellt, verführt gerade Minderjährige zu einem ungesunden Lebensstil. Wir fordern daher den DFB auf, nicht mehr für Süßes und Fettiges zu werben, sondern sich gemeinsam mit seinen Partnern für einen gesunden Lebensstil einzusetzen. Nur so wird es möglich sein, Kinder und Jugendliche wirksam vor Übergewicht und seinen verheerenden Langzeitfolgen zu schützen.

Übergewicht bei Minderjährigen in sozial prekären Verhältnissen besonders häufig Übergewicht hat auch eine soziale Seite. Kinder und Jugendliche aus sozial schwachen Familien essen und trinken ungesünder. Dies sehen wir bei unserer täglichen Arbeit in unseren Praxen. In diesen Familien schaffen es Eltern häufig nicht, gute Vorbilder zu sein und maßvoll mit Junk Food umzugehen. Um so wichtiger ist es, dass diese Familien in ihren Ressourcen gestärkt werden. Werbung für Junk Food ist genau das Gegenteil. Sie konterkariert jeden Versuch von Eltern, Lehrern, Erziehern und Kinder- und Jugendärzten, Kinder vor Junk Food zu schützen.“

Was Kinder- und Jugendärzte zur EM raten

Die EM findet in der heißen Jahreszeit statt. Trinken ist jetzt wichtig.

Kinder, insbesondere Kleinkinder, sollten immer leicht Zugang zu Wasser haben, daher Becher oder Kanne bereitstellen.

Verzichten Sie auf Limo, Cola und Säfte.

Bieten Sie Ihrem Kind ungesüßten Tee oder Wasser an – am besten Leitungswasser. Das ist preiswert, gesund und umweltverträglich.

Rohes Gemüse und Obst als Snacks statt Schoko, Chips und Co

Quelle: Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V.
Internet: http://www.kinderaerzte-im-netz.de

Bild: Pixabay - Lizenz: Public Domain CC0

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