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23.2.2016   |   Umwelt

Baden-Württemberg wird Pionierregion für nachhaltige Mobilität

Mobilität ist ein unverzichtbarer Bestandteil eines freien und selbstbestimmten Lebens. Sie ist der Schlüssel zur Teilhabe an der Gesellschaft. Die Mobilitätsbedürfnisse der Menschen und die der Wirtschaft unterscheiden sich dabei zum Teil erheblich. All diese Bedürfnisse unter einen Hut zu bringen hat sich die Baden-Württembergische Landesregierung nun zum Ziel gesetzt. Das Ministerium für Verkehr und Infrastruktur (MVI) informiert mit seiner neuen Kampagne “Neue Mobilität: bewegt nachhaltig” und macht damit sicht- und erlebbar, woran es zur Zeit arbeitet.

Was ist nachhaltige Mobilität?

Das Ministerium für Verkehr und Infrastruktur stellt vier Bestandteile von nachhaltiger Mobilität fest. Zunächst muss nachhaltige Mobilität die beste Technik benutzen und ein zusammenhängendes Netz zwischen allen Verkehrsmitteln bilden. Außerdem sollte sie Beschäftigung und Innovation fördern. Des Weiteren sollte nachhaltige Mobilität sich nachtlos in das Zusammenwirken von Mensch und Umwelt einfügen. Zuletzt ist ihr Ziel die Lebensqualität in den Städten und Orten Baden-Württembergs zu fördern.

Mit einer Vielfalt von Zielen sollen Verkehr und Infrakstruktur nachhaltiger werden. Einerseits soll zum Beispiel die Anzahl der Autos mit elektrischen Antrieben und die Anteile von Bahn und Binnenschiffen im Güterverkehr erhöht werden. Ziel ist aber auch, die Personenkilometer im ÖPNV bis 2030 um 100% im Vergleich zu 2004 zu erhöhen und den Rad- und Fußverkehr zu stärken.

Rad- und Fußverkehr stärken

Aber Strategiepapiere nützen nichts, ohne die Bereitschaft der Menschen etwas zu verändern. Und bereit sind sie. Das zeigten nicht zuletzt die letzen Landtagswahlen, nach denen die Grünen nun sogar den baden-württembergischen Ministerpräsidenten stellen. So liegt es nun also in der Hand jedes Einzelnen, auf Straßenbahnen, Rad und die eigenen zwei Beinen auszuweichen, um die Umwelt langfristig zu schonen und zu schützen.

Mobilitätsverhalten

Doch wissen Sie eigentlich, wie Ihr eigenes Mobilitätsverhalten aussieht? Welche Distanz legen Sie im Monat mit dem Auto zurück? Wie lange sitzen Sie dafür im Auto? Und wie hoch ist dabei der CO2-Ausstoß?

Einen Mobilitätsrechner, der Ihnen diese Fragen beantworten kann finden Sie hier:
https://www.neue-mobilitaet-bw.de/

Nach der Eingabe der Strecken die pro Tag mit dem Auto, dem ÖPNV, dem Fahrrad und zu Fuß zurückgelegt werden, berechnet er die Gesammtkosten und den CO2-Ausstoß und bietet zudem Vergleichswerte zum bundesdeutschen Durchschnitt. So können Sie nicht nur vergleichen, wie Sie am günstigsten unterwegs sind sondern nebenbei auch noch erfahren mit welchen Verkehrsmitteln Sie ihren CO2-Ausstoß verringern oder Zeit einsparen. Denn wer steht schon gern im Stau?

Wohin geht der Trend?

Allgemein scheint das Auto als Statussymbol an Wert zu verlieren. Laut einer repräsentativen Befragung durch TNS Infratest im Jahr 2012 sind drei von fünf der Befragten unter 30-jährigen das Handy und der Computer wichtiger als ein eigenes Auto. Vielmehr geht der Trend hin zur Nutzung vieler verschiedener Verkehrsmittel. Das Auto wird dabei zu einem von mehreren Fortbewegungsmöglichkeiten.

Allgemein scheint das Auto als Statussymbol an Wert zu verlieren

Zumal es nicht mehr zwangsläufig nötig ist, ein eigenes Auto zu besitzen um eines zu nutzen. Carsharing-Angebote erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Auch da die fortschreitende Digitalisierung das Ausleihen von Autos per Smartphone und Chipkarte immer angenehmer und flexibler gestaltet. Hochburg des Carsharings ist übrigens die Stadt Karlsruhe. Nirgends sonst gibt es so viele Carsharing-Autos pro Einwohner. Die 500 im Jahr 2014 registrierten, stationären Carsharing-Autos entlasten die Straßen Karlsruhes um etwa 4.000 Autos.

Zur gleichen Zeit steigt die Nachfrage nach Nahverkehrszügen in Baden-Württemberg zwischen den Jahren 2002 und 2012 auf mehr als das Doppelte. Eine FORSA-Umfrage im Jahr 2014 ergab, dass 75% der Baden-Württemberger den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) nutzen. Besser sind nur die Stadtstaaten.
Da die Altersgruppe der über 60-jährigen weiter zunimmt, steigt auch der Anteil der Bürger mit Mobilitätseinschränkungen, die auf barrierefreie und sichere Straßen und den ÖPNV angewiesen sind.

Bild: Pixabay - Lizenz: Public Domain CC0

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