Hersteller tricksen: Echter Pelz statt Kunstfell

Immer wieder tricksen Hersteller, denn echter Pelz ist oft günstiger als Kunstfell

Zahlreiche als Kunstfell deklarierte Applikationen an Kleidungsstücken wie etwa Fellkrägen von Kapuzen sind aus echtem Fell hergestellt. Das ergab eine Stichprobe der Stiftung Warentest. Viele Pelze stammen wahrscheinlich vom Marderhund, denn das Fell dieses Hundes ist oft günstiger, als Kunstfell zu produzieren. Häufig stammt er aus China. Für die Zucht werden viele Tiere in der Volksrepublik unter erbärmlichen Bedingungen gehalten. Oft fristen sie ihr Dasein in einem Käfig, der kaum größer ist als sie selbst.

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Die Tester der Stiftung Warentest haben in Berlin vier Jacken und eine Bommelmütze gekauft, die mit echtem Fell verziert, jedoch nicht als solches deklariert waren. Bei echtem Fell sind die Hersteller laut einer EU-Verordnung verpflichtet, das Kleidungsstück mit dem Hinweis „Enthält nichttextile Teile tierischen Ursprungs“ zu deklarieren. Da eine Falschdeklarierung aber keine Bußgelder nach sich zieht, kommt es immer wieder zu falschen Kennzeichnungen

Pelzbesatz

Beispiel Jacke Die Jacke des Labels One Public kostete rund 90 Euro. Sie enthält keine Hinweise auf tierische Bestandteile. Doch der Kragen ist aus Echtpelz. – Bild: Stiftung Warentest

Pelzbesatz

Beispiel Mütze Die von 12 Euro auf 6 Euro reduzierte Mütze eines chinesischen Anbieters besteht angeblich zu 100 Prozent aus Kunstfaser. Das Labor bestätigt den Verdacht: Die Bommel ist aus echtem Pelz gefertigt. Bild: Stiftung Warentest

Die untersuchten Kleidungsstücke kosteten zwischen 6 und 90 Euro. Die Jacken stammten von den Labels One Public, Orice Style, Be Cool und Osley und kosteten zwischen 25 und 90 Euro. Die Mütze eines chinesischen Anbieters war von 12 auf 6 Euro reduziert.

Das Fell wird bei den Textilien meist als modischer Zierrat verwendet. Wärmen soll es nicht. Vor allem teure Edelmarken und kleine, günstige Labels setzen es ein. Die Stiftung Warentest hat 23 Anbieter gefragt, ob sie echte Felle verwenden und woher sie stammen. 17 Firmen ließen die Anfrage unbeantwortet, darunter bekannte Marken wie Burberry, Woolrich, Fendi und Canada Goose.

Von welchem Tier die Felle stammten, konnten die Experten der Stiftung Warentest nicht eindeutig klären, denn die Pelze waren stark mit chemischen Mitteln behandelt. Es fanden sich erhöhte Werte an Formaldehyd.

 

ANZEIGE – Der ausführliche Report erscheint in der Februar-Ausgabe der Zeitschrift test (ab 29. Januar 2016 am Kiosk) und ist bereits unter www.test.de/pelz abrufbar.

Quelle: Stiftung Warentest
Internet: www.test.de

Bild: Pixabay – Lizenz: Public Domain CC0

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