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11.11.2015   |   Gesundheit

Fieber steigert den Flüssigkeitsbedarf eines Kindes

Ein fieberndes Kind braucht mehr Flüssigkeit als sonst, da der Grundumsatz erhöht ist und es über die Atmung und das Schwitzen Wasser verliert. Pro Grad Celsius (°C) über der normalen Körpertemperatur steigt der Flüssigkeitsbedarf eines Kindes grob um 10 bis 15%. Das heißt, ein fieberndes Kind mit einer durchschnittlichen Körpertemperatur von 39,5°C braucht etwa 30% mehr als sonst zu trinken.

fieberthermometer

„Eltern sollten ihrem kranken Kind kühle Getränke in kleinen Portionen, evtl. auch löffelweise, anbieten“, rät Dr. Ulrich Fegeler vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). „Ein kleines Kind unter 10 Kilogramm Körpergewicht sollte bei Fieber etwa 100ml pro Kilogramm Körpergewicht zu sich nehmen. Ein Kind mit Durchfall oder einer chronischen Grunderkrankung kann andere Mengen benötigen. Ihr Kinder- und Jugendarzt berät Sie gerne.“

Fieber ist grundsätzlich eine sinnvolle regulatorische Antwort des Körpers auf Infektionen. Bei einer erhöhten Körperkerntemperatur sind viele Abwehrsysteme des Körpers wirksamer als bei Normaltemperatur. Trotzdem sollten bestimmte Regeln eingehalten werden. Hat z.B. ein Baby, das jünger als drei Monate alt ist, Fieber, sollten Eltern mit ihm sofort zum Kinder- und Jugendarzt bzw. in die Notfallbehandlung einer Kinderklinik. Fieber in diesem Alter kann durch schwerwiegende Infektionen ausgelöst werden. Ist ein fieberndes Kind zwischen drei und sechs Monaten alt, sollten Eltern ebenfalls mit ihm in die Praxis. Bei fiebernden Kindern im Altersbereich zwischen einem halben und 2 Jahren und einer Fieberdauer von mehr als einem Tag besteht der Rat, die Kinder dem Kinder- und Jugendarzt vorzustellen. Ältere Kinder sollten auf jeden Fall ärztlich untersucht werden, wenn das Fieber länger als 3 Tage (72 Stunden) anhält bzw. sich während der Erkrankung der Allgemeinzustand deutlich verschlechtert oder andere Symptome hinzutreten. „Ist das Kind z.B. schwer zu wecken, der Nacken steif, die Fontanelle vorgewölbt oder verhält es sich ungewöhnlich, sollte unverzüglich der Arzt aufgesucht werden. Das gilt auch, wenn die Atmung erschwert erscheint oder das Kind einen Fieberkrampf hat“, betont Dr. Fegeler.

Die Körpertemperatur eines gesunden Kindes schwankt zwischen 36,1 und 37,8°C, um 18 Uhr ist sie am höchsten und etwa um 4 Uhr morgens am niedrigsten. Fieber wird definiert ab einer Temperatur von 38°C rektal. Neben Infekten kann ein Kind auch durch Toben, zu warme Kleidung oder durch ein warmes Bad kurzfristig erhöhte Temperaturen zeigen. Am zuverlässigsten lässt sich Fieber über den Po (rektal) mit einem leicht eingefetteten Thermometer messen.

Quellen: AAP, Monatsschr Kinderheilkd, Dtsch Ärztebl Int, Der Hausarzt

Quelle: Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V.
Internet: http://www.kinderaerzte-im-netz.de

Bild: Pixabay – Lizenz: Public Domain CC0

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