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18.9.2015   |   Schwangerschaft & Baby

Rauchverbot: Weniger Totgeburten und Todesfälle bei Neugeborenen

Seit das Rauchverbot eingeführt wurde, sank die Zahl der Totgeburten in England um fast 8%, so das Ergebnis einer Untersuchung von britischen, niederländischen und amerikanischen Forschern. Die Anzahl der Babys, die kurz nach der Geburt verstarben, nahm demnach schätzungsweise ebenso um knapp 8% ab.

rauchen

Die Experten werteten Informationen von mehr als zehn Millionen Geburten in England zwischen 1995 und 2011 aus. Ihre Ergebnisse legen nahe, dass knapp 1.500 Totgeburten und Todesfälle bei Neugeborenen in den ersten vier Jahren nach dem Inkrafttreten des Gesetzes, das Rauchen an öffentlichen Orten verbietet, verhindert wurden. Die Studie wurde von Forschern der Universitäten von Edinburgh und Glasgow, des Imperial College London, des Erasmus University Medical Center und der Universität Maastricht in den Niederlanden, der Harvard Medical School und des Brigham and Women‘s Hospital in den USA durchgeführt.

Das internationale Team analysierte auch die Auswirkungen des Rauchverbots auf die Zahl der Kinder, die mit einem niedrigen Geburtsgewicht auf die Welt kamen, was mit gesundheitlichen Problemen im späteren Leben verknüpft ist, wie Herzerkrankungen und Diabetes. Die Forscher kommen zu dem Schluss, dass nach dem Rauchverbot mehr als fünftausend Babys weniger mit einem niedrigen Geburtsgewicht von weniger als zweieinhalb Kilogramm geboren wurden.

Dass Rauchen und Passivrauchen in der Schwangerschaft langfristige negative Auswirkungen auf die Gesundheit eines ungeborenen Kinds hat, ist bereits bekannt. Die Forscher haben bereits in vergangenen Untersuchungen gezeigt, dass die Frühgeburten in den Ländern, wo Rauchverbote erlassen wurden, zurückgegangen sind. Die Zahl der Kinder, die in ein Krankenhaus aufgrund eines Asthmaanfalls und aufgrund schwerer Atemwegsinfektionen mussten, ist dort ebenfalls gefallen.

Dies ist die erste Studie, die zeigen konnte, dass gesetzliche Rauchverbote dazu beitragen, das Risiko des Babys vor oder kurz nach der Geburt zu sterben, zu senken.

Die Studie wurde in der Fachzeitschrift „Scientific Reports“ veröffentlicht. Dr Jasper, Honorary Research Fellow an der Universität von Edinburgh sowie Kinder- und Jugendarzt an der Erasmus University Medical Center in Rotterdam, gab zu bedenken: „Derzeit werden nur rund 18% der Weltbevölkerung durch gesetzliche Rauchverbote geschützt. Die rasche Durchsetzung solcher Gesetzte in anderen Ländern könnte eine beträchtliche Anzahl von jungen Leben retten und eine gesündere Zukunft für unsere ungeborenen Kinder bedeuten.“
Mitautor Professor Aziz Sheikh, Co-Direktor des Zentrums für Medizinische Informatik der Universität von Edinburgh, kommentierte: „Diese Studie ist ein weiterer Beweis für das Potenzial, das Rauchverbote haben, um heutige und künftige Generationen vor den verheerenden gesundheitlichen Folgen sowohl des Rauchens als auch des Passivrauchens zu schützen.“

Quellen: ScienceDaily, University of Edinburgh,
Scientific Reports

Quelle: Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V.
Internet: http://www.kinderaerzte-im-netz.de

Bild: Pixabay – Lizenz: Public Domain CC0

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