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18.8.2015   |   Gesundheit

Vorsicht: Einer ersten allergischen Reaktion kann eine schwere Zweite folgen

Laut einer aktuellen kanadischen Studie kann einer ersten allergischen Reaktion innerhalb weniger Stunden eine schwere zweite folgen, auch ohne erneutem Kontakt mit dem auslösenden Allergen

med

Die Forscher ermittelten einige Faktoren, bei denen das Risiko besonders groß sei, dass Patienten eine zweite allergische Reaktion erleiden. Bei diesen Kindern sei es sinnvoll, dass sie sicherheitshalber länger zur Beobachtung in der Notaufnahme blieben.

„Wir fanden heraus, dass 75% der Zweitreaktionen innerhalb von sechs Stunden nach der ersten auftraten „, sagte Prof. Dr. Waleed Alqurashi von der Universität in Ottawa in einer Pressemitteilung der Hochschule. „Eine stärkere erste Reaktion erhöhte die Wahrscheinlichkeit einer zweiten Reaktion. Kinder im Alter von sechs bis neun Kinder, die mehr als eine Dosis Epinephrin benötigten und Kinder, die nicht sofort eine Behandlung erhalten hatten, gehörten zur Risikogruppe für zweite allergische Folgereaktionen.“

Wissenschaftler untersuchten die Datensätze von 484 Kindern, die in die Notaufnahme wegen eines allergischen Schocks kamen. 14,7% von ihnen entwickelte eine zweite allergische Reaktion – 69% mit Atemwegs- oder Herz-Kreislauf Problemen und 49% mussten bei der zweiten allergischen Reaktion mit Epinephrin behandelt werden.

Fünf Faktoren machen eine Zweitreaktion wahrscheinlich

Basierend auf den Krankenakten der 71 Kinder, die nach dem ersten allergischen Anfall erneut allergische Symptome zeigten, ermittelten die Forscher fünf Faktoren, die unabhängig voneinander helfen könnten, vorherzusagen, ob eine weitere Beobachtung nach dem ersten allergischen Vorfall in der Notaufnahme sinnvoll ist:

  • eine Verzögerung der Behandlung in der Notaufnahme um mehr als 90 Minuten nach der ersten allergischen Reaktion;
  • flacher Puls bei der Aufnahme;
  • Notwendigkeit von mehr als einer Dosis Epinephrin, um die anfängliche Reaktion zu behandeln;
  • Notwendigkeit der Behandlung von Atemnot mit Salbutamol;
  • Kind ist zwischen 6 und 9 Jahre alt.

„Es ist klar, dass Kinder mit einer schweren ersten allergischen Reaktionen von einem längeren Beobachtungszeitraum in der Notaufnahme profitieren“, so Alqurashi. „Aber es ist auch wichtig, Risikokinder zu erkennen, so dass Kinder mit leichten allergischen Reaktionen schneller nach Hause gehen können.“
Vorboten eines allergischen Schocks (Anaphylaxie) können eine laufende Nase, ein Hautausschlag oder ein „komisches Gefühl“ sein. Diese Reaktionen können sich rasch verschlimmern und zu ernsthaften Problemen führen, wie Atembeschwerden, Nesselsucht, Schwellungen, Engegefühl im Hals, Übelkeit, Bauchschmerzen und im Extremfall Herzstillstand.

Quelle: UPI, Annals of Allergy, Asthma & Immunology, Press Release University of Ottawa  

Quelle: Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V.
Internet: http://www.kinderaerzte-im-netz.de

Bild: cleankids

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