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03.8.2015   |   Produkttests

Fahrradhelme im Test: Nur 3 von 18 Helmen schaffen Qualitätsurteil „Gut“

Nur 3 von 18 Fahrradhelmen im Test schneiden mit dem Qualitätsurteil „Gut“ ab. Viele Modelle schützen den Kopf vor allem beim Aufprall auf die Stirn und Schläfenpartie zu wenig. Jedoch gilt: Jeder Helm im Test mindert das Verletzungsrisiko deutlich gegenüber dem Fahren ohne Helm. Die Ergebnisse sind in der August-Ausgabe der Zeitschrift test veröffentlicht.

fahrradhelm-test

Bei dem Fahrradhelm-Test der Stiftung-Warentest werden neue Forschungsergebnisse berücksichtigt. Die bisher in der Branche üblichen Normprüfungen bezogen wichtige Unfallrisiken zu wenig ein, etwa wie lange ein Stoß auf den Kopf einwirkt. Die Risiken heftiger Drehbewegungen wurden bislang gar nicht untersucht. Die Tester erweiterten ihre Prüfung des Unfallschutzes daher um diese Aspekte. Dabei setzten sie einen speziellen Prüfkopf ein, der für Crashtests von Autos entwickelt wurde.

Keiner der getesteten Helme bestand die neue „erweiterte Stoßprüfung“ mit „Gut“. Die besten Exemplare im Test meisterten sie immerhin „befriedigend“. Die Experten der Stiftung Warentest sind davon überzeugt, dass die untersuchten Modelle noch nicht das Ende des Machbaren sind.

Neben dem Unfallschutz wurden vor allem die Handhabung und der Komfort untersucht. Wichtige Aspekte sind hier unter anderem, wie gut der Helm der individuellen Kopfform angepasst werden kann, und wie gut er den Schopf belüftet. Drei der getesteten Modelle schnitten in diesem Teilbereich mit „Sehr gut“ ab. Ein weiterer erfreulicher Punkt: Keiner der Helme fiel negativ bei der Schadstoffprüfung auf.

Drei Fragen an Ralf Gaida, Projektleiter

Nur drei von 18 getesteten Fahrradhelmen sind „gut“. Diesmal wurde ein neues Testverfahren angewendet. Wie wurde getestet?

Neben unseren Praxistests haben wir die Stoßprüfungen bisher in Anlehnung an die bestehende DIN-Norm geprüft. Hier geht es in erster Linie um das Dämpfungsvermögen des Helmes im Falle eines Stoßes. Neue Studien haben aber gezeigt, dass nicht nur die Stärke eines Stoßes ursächlich für Kopfverletzungen ist, sondern auch die Art und Dauer des Aufschlages. Daher haben wir unser Testverfahren an das reale Unfallgeschehen angepasst und bewerten nun auch zusätzlich die auftretenden Rotationskräfte und den zeitlichen Verlauf der Krafteinwirkungen auf den Kopf. Hierbei betrachten wir besonders den Schläfen- und Stirnbereich, da diese Regionen besonders empfindlich sind.

Wer sollte einen Fahrradhelm tragen?

Dass ein Helm vor Kopfverletzungen bei einem Unfall oder Sturz schützt, steht außer Frage. Daher ist es für jeden ratsam, einen Helm zu tragen. Das gilt nicht nur für den ambitionierten Freizeitsportler, der lange Strecken auf Landstraßen zurück legt, sondern auch für den gemütlichen Radler, der nur Innerorts mal auf dem Weg zum Bäcker ist. Da ältere Menschen ein höheres Risiko haben, bei einem Sturz eine schwere Schädigung des Gehirns zu erleiden, ist das Aufsetzen eines Helmes hier ganz besonders empfohlen. Leider ist die Helmtragequote bei älteren Menschen noch ziemlich gering. Eine weitere Risikogruppe sind Menschen, die blutverdünnende Medikamente einnehmen. Auch hier ergibt sich ein höheres Risiko bei einem Sturz lebensgefährliche Hirnblutungen zu erleiden. Ein Helm kann davor schützen.

Worauf sollte man neben dem Unfallschutz beim Kauf eines Fahrradhelms achten?

Am wichtigsten ist, dass der Helm gut passt. Ist das der Fall, sollte auch auf die Handhabung achtgegeben werden. Verstellen sich die Riemen zum Beispiel zu leicht von allein, oder kann die Einstellung fixiert werden? Kann man den Helm auch während der Fahrt mit einer Hand neu justieren? Auch auf die Belüftung sollte man achten, wenn man eher lange Strecken zurücklegt. Ein Wärmestau unter dem Helm kann sehr unangenehm sein. Auch raten wir dazu Helme auszuwählen, die seitlich eine weiter heruntergezogene Helmschale haben. Hier ist der Schutz vor Verletzungen im Schläfenbereich größer.

ANZEIGE – Der ausführliche Test Fahrradhelme erscheint in der August-Ausgabe der Zeitschrift test (ab 31.07.2015 am Kiosk) und ist bereits unter www.test.de/fahrradhelme abrufbar.

Quelle: Stiftung Warentest
Internet: www.test.de

Bild: Pixabay – Lizenz: Public Domain CC0

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