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02.7.2015   |   Ernährung - Schwangerschaft & Baby

Warnung vor Muttermilchbörsen: Gesundheitliches Risiko zu groß

Vor dem privaten Austausch von Muttermilch, der zum Beispiel über Muttermilchbörsen im Internet oder in sozialen Netzwerken organisiert wird, warnt das Netzwerk Gesund ins Leben ebenso wie die Nationale Stillkommission und die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin

(aid) - Stillen ist die beste Ernährung für Säuglinge. Deshalb empfiehlt das Netzwerk Gesund ins Leben, eine IN FORM-Initiative des Bundesernährungsministeriums, den Säugling im 1. Lebenshalbjahr zu stillen, mindestens bis zum 5. Monat ausschließlich und auch mit der Einführung der Beikost, spätestens mit Beginn des 7. Lebensmonats, weiter zu stillen. Kann der Säugling nicht gestillt werden, soll er eine industriell hergestellte Säuglingsmilchnahrung erhalten.

Vor dem privaten Austausch von Muttermilch, der zum Beispiel über Muttermilchbörsen im Internet oder in sozialen Netzwerken organisiert wird, warnt das Netzwerk Gesund ins Leben ebenso wie die Nationale Stillkommission und die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin.

Die Übertragung von Infektionen, Schadstoffen oder Wirkstoffen aus Medikamenten ist nicht ausgeschlossen. Über Muttermilch können Infektionen der Mutter übertragen werden. Dazu gehören beispielsweise HIV/Aids oder Hepatitis. Auch Wirkstoffe von Medikamenten oder Alkohol und Tabakbestandteile können in die Milch übergehen und dem Säugling schaden. Nach Ansicht des Bundesinstituts für Risikobewertung müssten beim Muttermilchspenden so strenge Vorschriften wie beim Blutspenden beachtet werden. Zwar geben Muttermilchbörsen Tipps zum sicheren Kauf, doch es existieren keine Kontrollen. Damit ist das Risiko einer gesundheitlichen Gefährdung nicht einschätzbar und insgesamt zu groß. Auch ein hygienisch einwandfreier Umgang mit der Muttermilch kann nicht gewährleistet werden. Die Muttermilchbörsen geben Spenderinnen/Verkäuferinnen und Käuferinnen Hinweise dazu. Die Umsetzung liegt jedoch auch hier in der eigenen Verantwortung der Spenderin bzw. der Käuferin.

Die Sorge, nicht genügend Milch für das Kind zu haben, kann ein Grund dafür sein, mit dem Stillen früher aufzuhören und führt dann eventuell zu Überlegungen, Muttermilch zuzukaufen. Doch die Zweifel sind meist unbegründet. Durch eine fachliche Beratung bei Hebammen oder Stillberaterinnen lassen sich Stillprobleme in der Regel beheben. Wenn stillende Mütter (von reichlich gebildeter) Muttermilch abgeben möchten, dann können sie ihre Milch Muttermilchbanken zur Verfügung stellen. Diese sind an Kinderkliniken angeschlossen, um Risikoneugeborene mit Muttermilch zu versorgen. Die Spenden werden dazu umfassend geprüft. In Deutschland existieren derzeit 13 Muttermilchbanken.

Auch in der Kita und Tagespflege kann das Baby mit Muttermilch versorgt werden. Auch hier müssen bestimmte hygienische Maßnahmen eingehalten werden. Die Nationale Stillkommission am Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat entsprechende Merkblätter für Eltern und für die Kita und Tagespflege herausgegeben. So können gute Bedingungen geschaffen werden, um den Säugling mit Muttermilch zu versorgen und das Stillen zu fördern, ohne dass Muttermilchbörsen nötig sind.

Quelle: aid infodienst
Internet: www.aid.de

Bild: Pixabay - Lizenz: Public Domain CC0

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