CleanKids-Magazin
Echtkind - Ausgesucht schönes Spielzeug ohne Schadstoffe

16.6.2015   |   Gesundheit - Schwangerschaft & Baby

Kinderaugen telemedizinisch untersuchen – Sehkraft von Frühgeborenen bewahren

In Deutschland werden jährlich etwa 4 000 Kinder mit weniger als 1 500 Gramm Geburtsgewicht geboren, noch vor der 32. Schwangerschaftswoche. Je früher sie zur Welt kommen, umso größer ist ihr Risiko, eine schwere Augenerkrankung zu entwickeln. Die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) rät deshalb zu regelmäßigen augenärztlichen Kontrollen bei „Frühchen“, um Sehschäden oder Erblindung zu verhindern. In ländlichen Regionen ohne spezialisierte Behandlungszentren können dabei telemedizinische Projekte helfen.

eye

Die Fortschritte in der Neugeborenen-Intensivmedizin haben in den letzten Jahren und Jahrzehnten das Überleben immer kleinerer und unreiferer „Frühchen“ ermöglicht. Damit gehen jedoch oft Entwicklungsstörungen an verschiedenen Organen einher, insbesondere an den Augen. „Die Frühgeborenen-Netzhauterkrankung Retinopathia praematurorum zählt hierzulande zu den häufigsten Ursachen einer schweren Sehbehinderung im Kindesalter“, betont Professor Dr. med. Horst Helbig, Direktor der Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde am Universitätsklinikum Regensburg. Dabei wuchern feine Blutgefäße aus dem Augenhintergrund in die unreife Netzhaut ein. Das feine Netzhautgewebe löst sich ab und vernarbt. Je jünger das Frühgeborene bei der Geburt und je niedriger sein Geburtsgewicht, desto höher das Risiko, dass das Kind eine Frühgeborenen-Retinopathie entwickeln wird.

„Im Frühgeborenenalter ist es daher äußerst wichtig, dass rechtzeitig ein Augenarzt hinzugezogen wird, um durch Früherkennung und sofortige Therapie das Fortschreiten der Netzhauterkrankung zu verhindern“, so Helbig, der erster Vizepräsident der DOG ist. Mit einer Laserbehandlung oder einer operativen Medikamenteneingabe in die Augen lässt sich in den meisten Fällen die Sehkraft erhalten. Die operative Medikamenteneingabe ist dabei eine recht neue Methode, die derzeit in der CARE-ROP Studie in Freiburg, Regensburg und anderen deutschen Zentren untersucht wird. Um festzustellen zu können, welche Kinder behandelt werden müssen, ist jedoch zunächst eine Screening-Untersuchung der Augen notwendig. „Diese muss durch Augenärzte mit viel Erfahrung mit dieser Krankheit erfolgen“. Die Behandlung sollte deshalb an spezialisierten Zentren stattfinden.

Der Transport von der Neugeborenenstation zum Zentrum ist für das Kind jedoch belastend und riskant. Telemedizin ermöglicht es den Ärzten, die Diagnose auch aus der Ferne zu stellen: Dafür macht die Frühgeborenenstation des örtlichen Krankenhauses Fotos vom Augenhintergrund des Kindes und übermittelt diese digital an ein spezialisiertes Zentrum. Dort beurteilen Experten rasch und kompetent, ob eine Therapie erforderlich ist. Nur wenn eine Behandlung nötig ist, müssen die Eltern mit dem Kind das Zentrum aufsuchen. Die bayerische Staatsregierung, die Sparkassenstiftung und die Stiftung KUNO (Kinder-Universitätsklinik Ostbayern) haben ein solches Telemedizin-Projekt in Ostbayern mit Zuschüssen unterstützt. „Solche und ähnliche Projekte verbessern die Chance der ganz kleinen Frühgeborenen auf ein normales, glückliches Leben“, sagt Helbig.


DOG: Forschung – Lehre – Krankenversorgung
Die DOG ist die medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaft für Augenheilkunde in Deutschland. Sie vereint unter ihrem Dach mehr als 6500 Ärzte und Wissenschaftler, die augenheilkundlich forschen, lehren und behandeln. Wesentliches Anliegen der DOG ist es, die Forschung in der Augenheilkunde zu fördern: Sie unterstützt wissenschaftliche Projekte und Studien, veranstaltet Kongresse und gibt wissenschaftliche Fachzeitschriften heraus. Darüber hinaus setzt sich die DOG für den wissenschaftlichen Nachwuchs in der Augenheilkunde ein, indem sie zum Beispiel Stipendien vor allem für junge Forscher vergibt. Gegründet im Jahr 1857 in Heidelberg ist die DOG die älteste medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaft der Welt.

Quelle: Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG)
Internet: www.dog.org

Bild: Pixabay - Lizenz: Public Domain CC0

Weitere Artikel zum Thema

Schwangerschaft: Zu frühe Geburten könnten oft verhindert werden

Schwangerschaft: Zu frühe Geburten könnten oft verhindert werden

Jede Schwangere möchte ein gesundes Kind zur Welt bringen. Die Weichen dafür muss sie schon zu Beginn der Schwangerschaft stellen. Dies erklärt Dr. med. Christian Albring,..




Bitte beachten Sie, dass alle Meldungen den Kenntnisstand zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergeben!

help
Getestet und Empfohlen: Swagbucks-Bonus für Eltern

– Anzeige –

Wichtiger Hinweis zu Gesundheitsthemen

Aktuelle Tests…

ot-anilin

ÖKO-TEST Anilin in Kinderprodukten: Im roten Bereich

Anilin ist ein Farbstoffbestandteil, der unter Krebsverdacht steht. Das ÖKO-TEST-Magazin wollte in der aktuellen September-Ausgabe wissen, ob Kinderprodukte wie Jeans, Schuhe, Strumpfhosen und Malkreiden damit belastet sind. Fast alle 32 untersuchten Produkte enthalten – teilweise sogar große Mengen – Anilin und in einigen Fällen auch andere aromatische Amine.


– Anzeige –
Buch- und Lesetipps

Buchtips der Redaktion

In unseren Buch- und Lesetipps stellen wir ab und an interessante Lektüre vor. Da ist für Mama, Papa und die Kinder immer was dabei. Zur Übersicht >>

Aufgepasst bei Baby-Nestchen

Gitterbettschutz und Baby-Nestchen – Erstickungsgefahr für Säuglinge und Kleinkinder

Gitterbettschutz und Baby-Nestchen
Erstickungsgefahr für Säuglinge und Kleinkinder

Neben Stofftieren, Kissen, Decken können auch Baby-Nestchen die Gefahr für einen Erstickungstod erhöhen. Todesfälle haben in den letzten Jahren stark zugenommen

Babyschuhe ??? besser nicht !

Immer wieder - Schadstoffe und Gifte in Babyschuhen

Krabbelschuhe, Lederpuschen, Lauflernschuhe
In den letzten Wochen wurden vermehrt Babyschuhe zurückgerufen oder vom Markt genommen. Grund hierfür: Schadstoffe und Gifte wie etwa Chrom VI, Schimmel, Weichmacher, PAK's - allesamt sehr problematische Stoffe, die auf keinen Fall an Babyfüße gehören. 


Kindergeld: Auszahlungstermine 2015 der Familienkasse