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10.6.2015   |   Ernährung - Produkttests

Wie gesund sind vegetarische und vegane „Würste“ ?

In letzter Zeit ist ein zunehmendes Angebot an vegetarischen und veganen „Wurstwaren“ zu beobachten. Die Lebensmittelindustrie will offensichtlich am Boom der fleischlosen Produkte mitverdienen. Diese Produkte werden als gesunde und nachhaltige Alternative zur Ernährung mit Fleischprodukten beworben. Der Konsumentenschutz der Arbeiterkammer OÖ hat daher 7 im Handel erhältliche Wurstersatzprodukte analysiert. Ergebnis: Gesunde Ernährung sieht anders aus.

Wie gesund sind vegetarische und vegane "Würste" ?

Während bei Fleisch- und Wurstwaren die Grundzutaten Fleisch (vorwiegend Rind und Schwein), Wasser, Schweinespeck, Gewürze und Hilfsstoffe wie Pökelsalz und bei bestimmten Würsten auch Kartoffelstärke beziehungsweise Mehl klar im Lebensmittelcodex festgelegt sind, ist die Zusammensetzung der Wurstimitate nicht klar geregelt. Die Konsumentenschützer der Arbeiterkammer OÖ haben stichprobenartig sieben im Handel erhältliche vegetarische Wurstersatzprodukte verschiedener Hersteller getestet. Die Bewertung erfolgte anhand der Zutatenlisten und Nährwertangaben auf den Produkten.

Natürliche Ernährung sieht anders aus

Bei den getesteten Wurstersatzprodukten handelt es sich um industriell verarbeitete Lebensmittel. Hauptzutat der getesteten Wurstersatzprodukte ist Wasser gefolgt von Palmfett oder anderen Pflanzenfetten, Weizen-, Erbsen- oder Sojaeiweiß. Um diese Zutaten nach Extrawurst oder Leberkäse schmecken zu lassen, braucht es viel Lebensmitteltechnologie und außerdem eine Menge Zusatzstoffe. Während viele Fleisch- und Wurstwaren aufgrund der Kundenerwartung mittlerweile schon ohne Geschmacksverstärker oder Hefeextrakt erzeugt werden, stehen solche Zusätze auf fast jeder Zutatenliste der getesteten Wurstersatzprodukte.

Nicht immer nachhaltiger als Fleisch

Zutaten wie Palmöl oder Kokosöl sowie Sojaeiweiß stammen oft aus Monokulturen und kommen von weit her, sind also unter ökologischen Gesichtspunkten durchaus kritisch zu bewerten. Palmöl ist mit Abstand das billigste Pflanzenöl auf dem Weltmarkt und daher ein beliebter Rohstoff in der Lebensmittelindustrie. Doch die für die Anlage von Palmölplantagen erfolgende Abholzung von Regenwaldfläche zerstört den Lebensraum unzähliger Tierarten und beschleunigt den Klimawandel. Wenig erfreulich daher, dass drei von fünf fleischlosen Extrawürsten im Test Palmfett enthalten.

Gesunde Ernährung sieht anders aus!

Vor allem der Salz- und Fettanteil und in der Folge der Kaloriengehalt der fleischlosen Würste ist hoch. In manchen Fällen enthalten die Wurstersatzprodukte Fett und Salz im gleichen Ausmaß wie ihre tierischen Vorbilder. Durch den Einsatz von Palm- oder Kokosfett weist mehr als die Hälfte der getesteten Produkte einen hohen Gehalt an gesättigten Fettsäuren auf, welche im Verdacht stehen bei übermäßigem Verzehr das Risiko für Fettstoffwechselerkrankungen, Herzinfarkt und Schlaganfall zu erhöhen. Und auch beim Salz wird bei den Veggie-Würsten nicht gespart. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) rät Erwachsenen, nicht mehr als sechs Gramm Salz am Tag zu sich zu nehmen.

Bei vier Produkten im Test sind mit 100 Gramm Wurstersatz bereits fast die Hälfte des Tagesbedarfs ausgeschöpft. Gesunde Ernährung sieht anders aus!


pdfWie gesund sind vegetarische und vegane "Würste" ?
Die Testergebnisse >>


 

Weitere Informationen zum Test unter ooe.konsumentenschutz.at


Quelle: Konsumentenschutz - Kammer für Arbeiter und Angestellte für Oberösterreich
Internet: ooe.konsumentenschutz.at

Bild: Pixabay - Lizenz: Public Domain CC0

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