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08.6.2015   |   Haus & Garten

Zecken-Gefahr im heimischen Garten

Gartensaison ist auch Zeckensaison. Wenn die Sommersonne zu Hacke und Spaten lockt, sind Zecken nicht weit. Die Blutsauger machen sich überall dort auf Nahrungssuche, wo langes Gras und Büsche wachsen – auch im heimischen Garten. Das hat eine Studie (1) der Universität Hohenheim bestätigt, welche die Zeckengefahr in Gärten im Großraum Stuttgart untersucht hat. Ein Zeckenstich kann Erkrankungen wie Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) oder Borreliose übertragen. Wer einer Erkrankung zuverlässig vorbeugen möchte, sollte sich gegen FSME impfen lassen.

Zecken-Gefahr im Garten  - Bildquelle: André Hirtz / www.zecken.de

Zecken-Gefahr im Garten - Bildquelle: André Hirtz / www.zecken.de


Ob ein Grundstück gepflegt oder naturbelassen ist, macht keinen Unterschied. "Gartenbesucher sollten sich nach einem Gartenaufenthalt auf Zecken absuchen und vor allem in Süd- und Mitteldeutschland auch impfen lassen", rät Parasitologin Prof. Dr. Ute Mackenstedt von der Universität Hohenheim. In Deutschland besteht ein Risiko für eine FSME-Infektion hauptsächlich in Baden-Württemberg, Bayern, Südhessen und im südöstlichen Thüringen. Zudem gibt es einzelne Risikogebiete in Mittelhessen, im Saarland, in Rheinland-Pfalz, und seit 2014 auch in Sachsen. (2) 

Zecken legen über andere Tiere weite Strecken zurück

Ein Grund für die Verbreitung der Zecken in Gärten sind vermutlich Wild- und Haustiere sowie Vögel. Zecken heften sich zum Beispiel an Rehe und Füchse und legen so weite Strecken zurück. Je näher ein Grundstück am Wald liegt, desto mehr Zecken gibt es. Aber auch in 500 Meter vom Wald entfernten Gärten sind noch viele Zecken zu finden, etwa 20 Prozent des Zeckenanteils von Waldrandgrundstücken. Gärten ohne Unterholz mit kurzem Rasen haben zwar weniger Zecken, sind aber auch nicht zeckenfrei.

Auch, wenn sich der Mythos hartnäckig hält: Zecken klettern nicht auf Bäume, um sich von dort herabfallen zu lassen. Sie werden von Gräsern oder Büschen ganz unbemerkt abgestreift. Eine erwachsene Zecke kann dabei bis auf eine Höhe von 1,50 Meter gelangen. (3) Deswegen sollten Hobbygärtner bei Arbeiten im eigenen Grün stets geschlossene Kleidung sowie Handschuhe tragen und sich nach jedem Aufenthalt im Freien gründlich absuchen. Eine FSME-Impfung ersetzen diese Schutzmaßnahmen allerdings nicht, denn das Virus wird sofort beim Stich der Zecke übertragen. (4,5)

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt allen Personen, die in FSME-Risikogebieten wohnen oder Urlaub machen, einer FSME-Erkrankung durch einen entsprechenden Impfschutz vorzubeugen. (6) Personen, die in Risikogebieten wohnen oder Aufenthalte und Reisen in FSME-Gebiete in Deutschland planen, haben bei den gesetzlichen Krankenkassen einen Anspruch auf Kostenerstattung der FSME-Impfung.

Quellen:
(1) Universität Hohenheim: Zecken im Garten: Studie belegt Zeckenaktivität auch auf waldfernen Grundstücken. 24.03.2015.
(2) Epidemiologisches Bulletin: FSME: Risikogebiete in Deutschland, 14. April 2014 / Nr. 15, Robert Koch-Institut.
(3) Dobler, Gerhard. Alles, was Sie zur FSME wissen müssen. MMW-Fortschr. Med. Nr. 12 / 2010.44-47.
(4) Hügli D., Moret J., Rais O., Moosmann Y., Erard P.,Malinverni R., Gern L., 2009. Tick bites in a Lyme borreliosis highly endemic area in Switzerland. Int J of Med Microbiol;299(2): 155-160.
(5) Süß J., Zecken: Was man über FSME und Borreliose wissen muss. Heinrich Hugendubel Verlag, Kreuzlingen/München 2007. S. 27.
(6) Epidemiologisches Bulletin: Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut, 25. August 2014 / Nr. 34.

Weitere Informationen im Internet: www.zecken.de

 

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