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06.5.2015   |   Gesundheit

Zecken: Nach Ausflügen ins Grüne Kinder gründlich absuchen

Haben sich Kinder draußen im Gras, im Unterholz, in Parks oder auf dem Spielplatz aufgehalten, sollten Eltern sie nach Zecken absuchen. Werden sie fündig, sollten sie das Spinnentier rasch entfernen.

Nach Ausflügen ins Grüne Kinder nach Zecken absuchen

„Läuft das Tier auf der Haut, hilft ein Klebeband, es einzufangen. Hat die Zecke sich bereits festgesaugt, sollten Eltern sie mit einer feinen, spitz zulaufenden L-förmigen oder gebogenen medizinischen Pinzette bzw. speziellen Zeckenpinzette so nah wie möglich an der Haut fassen und sie dann mit gleichmäßigem Zug langsam entgegen der Stichrichtung herausziehen“, rät Präventionsexperte Dr. Hermann-Josef Kahl (Sprecher des Ausschusses Prävention und Frühtherapie beim Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte). Bei Kindern setzen sich Zecken oft am Kopf fest, insbesondere am Haaransatz. Zecken sind meist von März bis November aktiv. Sie stechen selten bei Temperaturen unter 10 Grad Celsius.

Ungünstig ist es, den ‚Blutsack’ zu drücken, denn dies kann eine Übertragung von infektiösem Speichel und Darminhalt der Zecke auf das Kind beschleunigen. Über den Verdauungstrakt des Parasiten können FSME- (Frühsommer-Meningo-Enzephalitis-) oder Borreliose-Erreger ins Blut des Gestochenen gelangen. Bleibt ein Rest der Zecke in der Haut stecken, sollte dieser ebenso mit einer sauberen Pinzette oder sterilisierten Nadel entfernt werden. Das Befeuchten der Haut kann dabei hilfreich sein. Gelingt dies nicht, sollten Eltern mit ihrem Kind frühzeitig zum Kinder- und Jugendarzt. „Denn befinden sich in dem Teilstück noch Speicheldrüsen, besteht weiterhin Infektionsgefahr. Um einer Borreliose und/oder FSME vorzubeugen, sollten Eltern den Blutsauber möglichst rasch und komplett rausziehen (am besten innerhalb von Stunden). Nur gegen FSME gibt es auch eine Impfung“, verdeutlicht Dr. Kahl. Ist die Zecke erfolgreich beseitigt, sollten die Stichstelle, das Werkzeug und auch die Hände desinfiziert werden.

Idealerweise sollten sich Eltern den Tag, an dem die Zecke bemerkt wurde, notieren und die ungefähre Verweildauer des Tiers auf seinem Opfer. Tritt später an der Stichstelle oder in der Nähe eine rote Färbung auf, oder bekommt das Kind Fieber, Kopfschmerzen und leidet unter grippeähnlichen Symptomen, sollten Eltern mit ihrem Kind zum Kinder- und Jugendarzt und ihm von dem Zeckenbefall berichten. Mit zeitlicher Verzögerung können ebenso Gelenkbeschwerden und Nervenlähmungen, wie z.B. eine halbseitige Gesichtslähmung, als Folge einer Infektion mit Borreliose-Erregern auftreten. Kinder und ältere Menschen erkranken häufiger an Borreliose als andere Altersgruppen.

Laut der ECDC (European Center for Disease Prevention and Control) sind die FSME-Fälle in Europa in den letzten 30 Jahren um fast 400% gestiegen. Die Zahl der Borreliose-Infektionen ist demnach ebenso in den letzten 20 Jahren stetig gewachsen. Eine englische Studie spricht von einer 20-fachen Erhöhung der Zecken, die Borrelien-Träger sind, in den letzten 18 Jahren (zwischen 1991 und 2009).

Quelle: ECDC, Pädiatrie hautnah, LymeNet Europe, International Journal of General Medicine

Quelle: Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V.
Internet: http://www.kinderaerzte-im-netz.de

Bild: Pixabay - Lizenz: Public Domain CC0

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