Klarstellung: Berichte über unnötig hohen Antibiotikaverbrauch bei Kindern

Eine Klarstellung der Berichte über unnötig hohen Antibiotikaverbrauch bei Kindern: Die Rheinische Post beklagt in ihrer Onlineausgabe heute die Flut an Antibiotikaverordnungen bei Kindern.

Antibiotikaverbrauch bei Kindern und Jugendlichen hat soziale Ursachen!

Der Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte, Dr. Wolfram Hartmann stellt dazu fest: „Die Zahlen zur Verordnung von Antibiotika sind nicht neu. Die entsprechenden Studien sind bereits im letzten Jahr veröffentlicht worden. Was in dem aktuellen Bericht verschwiegen wird: Auch die KBV hat eine Studie zum Thema veröffentlicht. In dieser Studie wurde positiv herausgestellt, dass die Verordnungszahlen von Antibiotika durch Kinder- und Jugendärzte rückläufig sind. Ohnehin liegen sie deutlich unter den Antibiotikaverordnungen der Hausärzte. Wir bieten als Berufsverband unseren Mitgliedern flächendeckend Fortbildungen zum Thema an.

Natürlich sehen auch wir die regionalen Unterschiede der Antibiotikaverordnungen mit Sorgen. Schaut man sich den Atlas mit den Antibiotikaverordnungen an, erkennt man, dass der hohe Antibiotikaverbrauch vor allem soziale Ursachen hat. So ist in Gebieten mit hohem Ausländeranteil der Antibiotikaverbrauch vergleichsweise hoch. Ausländische Eltern kennen es oft aus ihrer Heimat, dass Kindern bei kleinsten Infekten Antibiotika verabreicht werden. Diese Eltern setzen den Arzt oder die Ärztin oft unter enormen Druck, ihrem Kind ein Antibiotikum zu verordnen. Der Atlas gibt auch Hinweise, dass es besonders berufstätige Eltern sind, die für ihre Kinder Antibiotika verlangen. Sie haben ganz einfach Angst, auf der Arbeit zu fehlen, wenn ihr Kind wegen eines Infekts nicht außerhäuslich betreut werden kann. Diesen Anwesenheitsdruck geben sie an die Kinder- und Jugendärzte weiter.

Kinder- und Jugendärzte können dann oft die Eltern nicht überzeugen und verschreiben schließlich Antibiotika, und um zu verhindern, dass die Eltern ihren Kindern auf eigene Faust irgendwelche liegengelassenen Antibiotika aus dem heimischen Medikamentenschrank verabreichen. Hier brauchen wir mehr Elternaufklärung etwa durch die Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung.

Dass Kinder- und Jugendärzte mehr Antibiotika verschreiben als HNO-Ärzte, ist übrigens leicht zu erklären, denn diese sehen die Kinder meist erst, wenn der Kinder- und Jugendarzt bereits anbehandelt hat.“

Quelle: Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V.
Internet: http://www.kinderaerzte-im-netz.de

Bild: Pixabay – Lizenz: Public Domain CC0

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