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23.10.2014   |   Gesundheit

Eltern sollten auf Anzeichen für Sehprobleme bei Kindern achten

Insbesondere wenn in der Familie Fehlsichtigkeit vorliegt oder wenn ihr Kind eine Frühgeburt ist, sollten Eltern auf Anzeichen von Sehproblemen achten und den Kinder- und Jugendarzt darüber informieren.

Eltern sollten auf Anzeichen für Sehprobleme bei Kindern achten

„Säuglinge sollten bis zu einem Alter von drei Monaten Objekte verfolgen und mit den Eltern in einer Entfernung von ca. 30 Zentimetern Augenkontakt aufnehmen können. Mit etwa einem halben Jahr sollte anfängliches Schielen, sogenanntes ‚Babyschielen‘ sich normalisiert haben. Der Kinder- und Jugendarzt überprüft zwar bei den Vorsorgeuntersuchungen auch die Augen, doch sind Hinweise der Eltern hilfreich, um Probleme frühzeitig zu erkennen“, erklärt Dr. Ulrich Fegeler, Bundespressesprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte.

Auf sehr große rote Augen, eine trübe Hornhaut oder eine grau-weiße Pupille bei Blitzlichtaufnahmen sollten Eltern ebenso aufmerksam werden. Bei einem gesunden Auge erscheint die Pupille bei Blitzlichtfotos rot, hingegen bei einem sogenannten Retinoblastom, einem sehr seltenen Tumor der Netzhaut, erscheint die Pupille weiß, gelb oder orange. Retinoblastome entwickeln sich bei den meisten Kindern zwischen Geburt und dem 5. Lebensjahr.

Bereits ab der U6, wenn die Kinder ein Jahr alt sind, führt der Kinder- und Jugendarzt einfache Sehtests durch. Ab der U7a, wenn das Kind etwa drei Jahr alt ist, sind die Tests genauer: die Sehschärfe und das räumlichen Sehen werden geprüft. „Günstig für diesen Termin ist der Vormittag, wenn Kinder ausgeruht in die Praxis kommen können. Idealerweise haben Kinder die Sehzeichen schon einmal gesehen“, empfiehlt Dr. Fegeler. Entdeckt der Kinder- und Jugendarzt Auffälligkeiten, sollten Betroffene zur näheren Überprüfung zum Augenarzt. Auf diese Weise kann z.B. ein häufiger Sehfehler, die Amblyopie, rechtzeitig behandelt werden. Bei dieser Störung schließt das Gehirn ein Auge vom Sehenlernen teilweise aus, weil es schlechter als das andere sieht oder schielt. Ohne Korrektur würde sich die Sehleistung des „schlechteren“ Auges verringern.

Eine Augenklappe auf dem „gesunden“ Auge oder einer Brille kann die Sehfähigkeit des benachteiligten Auges aber wieder schulen. Je früher dies geschieht, desto besser ist der Erfolg. Manche Krankenkassen erstatten deshalb schon vorher spezielle Augenuntersuchungen (z.B. manche Betriebskrankenkassen im Rahmen des Programms „BKK Starke Kids“ im Alter zwischen 20 und 42 Monaten). Unter einer Amblyopie leiden etwa 7-10%, unter Schielen 4-5% der Bevölkerung in Deutschland.

Quellen: Pädiatrie hautnah, Der Ophthalmologe, AAP

Quelle: Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V.
Internet: http://www.kinderaerzte-im-netz.de

Bild: Pixabay – Lizenz: Public Domain CC0

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