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06.10.2014   |   Familie & Erziehung

Lesen fördert die Intelligenz

Forscher von der Universität Edinburgh und des King’s College in London konnten zeigen, dass gute Leser später bessere Werte bei allgemeinen Intelligenztests aufweisen.

In vergangenen Studien wurde die Lesefähigkeit bereits mit einer verbesserten Gesundheit, höheren Bildung, höheren sozioökonomischer Status und größerer Kreativität in Verbindung gebracht. Denn die Lesefähigkeit kann diese Bereiche beeinflussen. Zum Beispiel kann jemand, der Informationen aus Texten extrahieren kann, leichter höhere Bildungsabschlüsse erzielen.

Lesen fördert die Intelligenz

Frühe Lesefähigkeit wurde bisher nicht nur mit einem größeren Wortschatz und Allgemeinwissen verbunden, sondern auch mit einer verbesserten nonverbalen Intelligenz. Einige Forscher kamen sogar zu dem Schluss, dass Lesen „die allgemeinen kognitiven Fähigkeiten“ fördern könne.

Andere Arbeiten deuten jedoch auf eine gemeinsame genetische Basis für die Fähigkeit des Lesens. Und es gibt auch die Vermutung, dass vermehrtes Lesen bei Kindern auf einen höheren Wissendurst hinweisen könne, der wiederum einen höheren Ausbildungsabschluss begünstige.

Um das Problem weiter zu untersuchen, haben Wissenschaftler der Universität von Edinburgh und King ’s College London die Lesefähigkeit und die Intelligenztests von fast 2.000 eineiigen Zwillingspaaren verglichen, die Teilnehmer der Twins Early Development Study waren. Im Alter von 7, 9, 10, 12 und 16 nahmen die Zwillinge an den Tests teil.

Weil diese Zwillinge genetisch identisch sind und auch jeweils in der gleichen Familie aufwuchsen, konnten die Forscher den Einfluss von Erfahrungen untersuchen, die unabhängig voneinander gemacht wurden. Beispielsweise wenn ein Zwilling Kontakt zu einem besonders inspirierenden Lehrer oder einen Freund gehabt hat, der das Lesen bei ihm förderte.

Die Wissenschaftler fanden heraus, dass Zwillinge, deren Lesefähigkeit im Vergleich zu ihrem eineiigen Geschwistern besser war, diesen Vorsprung beibehielten als sie älter wurden. Zudem schnitten sie auch bei den allgemeinen Intelligenztests besser ab.

Die frühe Lesefähigkeit verbesserte nicht nur den Wortschatz und das Allgemeinwissen, sondern – überraschenderweise – auch die nonverbale Intelligenz. Ein Autor der wissenschaftlichen Arbeit, Dr. Stuart Ritchie, erklärt dies folgendermaßen: „Es ist möglich, dass das Lesen bei Kindern das abstrakte Denken schult, da sie sich fremde Menschen, Orte und Dinge beim Lesen vorstellen müssen. Diese Fähigkeit hilft möglicherweise auch bei der Lösung von allgemeinen Problemen, wie z.B. bei IQ-Tests. Gute Leser haben vielleicht auch mehr Praxis darin, länger ruhig zu sitzen und sich zu konzentrieren. Was die Tests ebenso erleichtert.“

Ritchie fügt hinzu, dass die allgemeine Intelligenz sich laut vielen Untersuchungen positiv auf die Ausbildungslaufbahn, den Berufserfolg und sogar auf die Gesundheit auswirke. Menschen, die höhere Werte bei Intelligenztests erreichen, neigen sogar dazu, länger zu leben.

Quelle: MedicalNewsToday, Child Development

Quelle: Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V.
Internet: http://www.kinderaerzte-im-netz.de

Bild: Pixabay – Lizenz: Public Domain CC0

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