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20.8.2014   |   Rückrufe Arznei & Medizinprodukte

Aflatoxin-Belastung: Rückrufe verschiedener Präparate mit Passionsblumen Wirkstoff


Aflatoxine sind Schimmelpilzgifte. So ist das Aflatoxin B1 eine der stärksten krebserzeugenden Verbindungen überhaupt

Die Deutsche Apotheker Zeitung (DAZ) berichtet in der Onlineausgabe über Rückrufe verschiedener Präparate, in denen ein Passionsblumen-Trockenextrakt verwendet wurde bei welchem erhöhte Aflatoxin-Belastungen festgestellt wurden. Betroffen sind diesmal Produkte von Abtei, Böhm, Hoggar, Lioran, Pascoflair, Kytta, Seda und Valverde

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Nachdem bereits die Sidroga AG mit Sitz in Rheinfelden/Schweiz aufgrund erhöhter Aflatoxinwerte eine Charge des Sidroga® Beruhigungstees zurückgerufen hatte (wir berichteten), und auch H&S Beruhigungstee, Bad Heilbrunner Schlaf- und Nerven Tee N, Bad Heilbrunner Einschlaf Tee mit erhöhten Aflatoxinwerten zurückgenommen wurden, werden nun weitere Präparate zurückgerufen, da bei einigen Chargen der verunreinigte Passionsblumen-Trockenextrakt verwendet wurde

ACHTUNG! Verbraucher sollten das Produkt nicht konsumieren
Aflatoxine können bei Mensch und Tier insbesondere das Risiko für die Entstehung von Leberkrebs erhöhen. Aflatoxine werden beim Kochen nicht zerstört

Folgende Präparate sind betroffen

Abtei Baldrian plus Passionsblume
40 Stück, überzogene Tabletten
Ch.-B.: 3200021, 3202022

Böhm Passionsblume 425 mg
60 Stück, überzogene Tabletten
Ch.-B.: 133236

Hoggar Balance®
40 Stück, überzogene Tabletten
Ch.-B.: 31822, 31823 und 31824

Lioran® die Passionsblume
30 und 80 Stück, Hartkapseln
Ch.-B.: 330250, 330260, 330270, 330280, 330290, 330300, 330310, 330320, 330330, 340380, 340390, 340400, 340410, 340440, 340450, 340460, 340470, 340480, 340490, 340500, 410640

Pascoflair® 425 mg
30 und 100 Stück, überzogene Tabletten
Ch.-B.: 6549, 6551, 6552, 6553, 6554, 6555, 6556, 6557, 6558, 6699, 6700, 6701, 6702, 6703, 6923, 6924, 6925, 6926, 6927, 6928, 6929, 6930, 6932, 6935, 6936, 6937, 7149

Kytta® Sedativum
40 und 100 Stück, überzogene Tabletten
Ch.-B.: 9017901, 9018001, 9018101, 9018201, 9018301, 9018401, 9018501

Kytta® Sedativum für den Tag
30 und 60 Stück, überzogene Tabletten
Ch.-B.: 9005901, 9006001, 9006002, 9006101, 9006301, 9006302

Seda Plantina N
30, 60 und 120 Stück, überzogene Tabletten
Ch.-B.: 3105051, 3105052, 3105053

Valverde Passiflor forte 425 mg
80 Stück, überzogene Tabletten
Ch.-B.: 3G0151

Bereits vergangene Woche wurde der Pronerval Nerven- und Beruhigungstee; 120 g, Granulat; Ch.-B.: 213001 ebenfalls zurückgerufen

Quelle: Deutsche Apotheker Zeitung
Internet: http://www.deutsche-apotheker-zeitung.de

Aflatoxine (wikipedia.de)

Aflatoxine haben bei Konzentrationen um 10 µg/kg Körpergewicht akut lebertoxische Wirkung (Leberdystrophie), wirken jedoch schon bei geringeren Konzentrationen und vor allem bei wiederholter Aufnahme karzinogen auf Säugetiere, Vögel und Fische. Die letale Dosis von Aflatoxin B1 beträgt bei Erwachsenen 1 bis 10 mg/kg Körpergewicht bei oraler Aufnahme. Im Tierversuch mit Ratten (letale Dosis 7,2 mg/kg Körpergewicht) wurde die Karzinogenität einer Tagesdosis von 10 µg/kg Körpergewicht eindeutig nachgewiesen. Aflatoxin B1 ist damit eine der stärksten krebserzeugenden Verbindungen überhaupt.

Die karzinogene Wirkung der Aflatoxine beruht darauf, dass sie nach Aufnahme in Hepatozyten oxidativ in ein sehr reaktionsfähiges Epoxid umgewandelt werden (Phase I der Biotransformation). Dies geschieht mithilfe von Cytochrom P450. Das Epoxid kann zwar als Glutathion-S-Konjugat löslich gemacht (Phase II der Biotransformation) und anschließend durch entsprechende Transportsysteme (MRP2-Transporter, ATP-abhängig) ausgeschieden werden (Phase III der Biotransformation). Allerdings kann das Epoxid auch in den Nucleus eindringen, dort mit der DNA Addukte bilden und so Mutationen bzw. Tumore verursachen.

Die Neoplasie tritt bei oraler Aufnahme besonders häufig in Leber und Magen auf. Da auch die Schimmelpilz-Sporen Aflatoxine enthalten, kann beim Arbeiten mit aflatoxinhaltigen Produkten das Einatmen der Stäube zu Lungenkrebs führen. Daher werden seit 1976 Höchstmengen für Aflatoxine in bestimmten Lebensmitteln festgesetzt.
Im Lebensmittel-Monitoring-Bericht 2008 wurden 6 von 88 Reisproben wegen ihres Aflatoxin B1-Gehalts beanstandet. (Der Text ist unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“ verfügbar.

 

 Bild: Pixabay – Lizenz: Public Domain CC0

 

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