Rote Flagge für den Leichtsinn beim Baden

In Deutschland herrscht Badewetter, und Horror-Schlagzeilen bestimmen die Regionalnachrichten. Einige Beispiele: „Ein acht Jahre altes Mädchen ist in der vergangenen Woche im Himmelkroner Freibad fast ertrunken. Seitdem liegt das Kind im künstlichen Koma im Klinikum Bayreuth“. Oder: „In Hannover ist am Sonnabend ein 27-Jähriger beim Baden ums Leben gekommen.“ Oder: „Sonntagmorgen ertrank ein Mann im See eines alten Steinbruchs.“ (Quelle: Google News vom 28. Juli 2014)

Rote Flagge für den Leichtsinn beim Baden

 

2012 sind 33 Kinder unter 15 Jahren in Deutschland ertrunken. Das war ein Rekord – wird er 2014 noch übertroffen?

Ertrinken ist eine der häufigsten Unfallursachen, die zum Tod von kleinen Kindern führen. Als typischer Unfallort steht bei Säuglingen die Badewanne an erster Stelle. Bei Kindern im Alter von 1 – 4 Jahren droht die größte Gefahr beim Spielen am Wasser. Ab dem Grundschulalter passieren die meisten Ertrinkungsunfälle in Schwimmbädern, und bei den über 10-jährigen Kindern sind das Meer oder Seen besondere Gefahrenpunkte.

„Erwachsene müssen ihre Vorbildfunktion für Kinder ernst nehmen. Das gilt auch für das Einhalten von Badevorschriften. Es kann nicht sein, dass sie Rote Flaggen am Strand oder Warnschilder an Fluss- und Seeufern einfach missachten und dort trotz der Gefahrenwarnung Baden gehen. Mit diesem Fehlverhalten setzen sie ihr Leben aufs Spiel und indirekt das von anderen“, sagt Martina Abel, Geschäftsführerin der BAG in Bonn.

Kinder ertrinken leise

Die BAG appelliert an alle Badegäste, die Gefahren, die von Wasser ausgehen können, unbedingt zu beachten und sich an die Regeln der Wassersicherheit und an Hinweisschilder zu halten. Denn wenn Kinder im Wasser in Not geraten, reagieren sie anders als Erwachsene: Kommt ihr Gesicht ins oder unter Wasser, können sie sich mitunter nicht selbst aus dieser Situation befreien. Sie verharren einfach in der Position und können auf diese Weise auch bei sehr niedriger Wassertiefe und an vermeintlich ungefährlichen Stellen ertrinken – wenn ihnen keiner hilft. Mit dem Kindersicherheitstag am 10. Juni 2014 „Planschen. Baden. Schwimmen. Sicher geht das!“ verfolgte die BAG das Ziel, auf die Gefahr von Ertrinkungsunfällen aufmerksam zu machen und Präventionsmaßnahmen anzustoßen. http://www.kindersicherheit.de/kindersicherheitstag.html

Der AXA Kindersicherheitsreport 2014, eine repräsentativen Befragung von etwa 1.000 Eltern, ergab, dass bei vielen Eltern Wissenslücken zur Sicherheit im und am Wasser bestehen. 60 Prozent der Eltern glauben, dass man die Not ertrinkender Kinder eindeutig erkennt, was nicht der Realität entspricht. 13 Prozent der Befragten sind der Meinung, ein Kind unter drei Jahren könne kurzzeitig alleine in der Badewanne gelassen werden. Mehr als die Hälfte der Befragten geben an, vorhandene Wasserflächen im und am Haus wie Teich, Wassertonnen oder Pool nicht vollständig abzusichern.

Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e.V.
Die Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Mehr Sicherheit für Kinder e.V. mit Sitz in Bonn ist ein bundesweit tätiger Verein. Die BAG informiert auf ihrer Webseite www.kindersicherheit.de über Kinderunfälle und deren Verhütung und gibt zahlreiche Broschüren zur Kindersicherheit heraus. Unterstützt durch u.a. das Bundesministerium für Gesundheit setzt sich die BAG dafür ein, Kinderunfälle zu reduzieren, innovative Präventionsmaßnahmen für Heim und Freizeit sowie Kooperationen auf nationaler und internationaler Ebene voran zu bringen. Mitglieder sind unter anderem Ärzte- und Sportverbände sowie Rettungsorganisationen und technische Dienstleister.

Quelle: Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Mehr Sicherheit für Kinder e.V.
Internet: www.kindersicherheit.de

 

Bild: Pixabay – Lizenz: Public Domain CC0

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