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03.8.2014   |   Kindersicherheit

Motorrad: Kinder als Beifahrer – was ist zu beachten?

Wer seit Jahren leidenschaftlich Motorrad fährt, gibt dies nur ungern auf, sobald der Nachwuchs da ist. Dies stellt motorradfahrende Väter wie Mütter aber vor ein Problem: Was machen sie, wenn die Kinder darauf bestehen, mitzufahren? Dieser Wunsch kann schon früh in Erscheinung treten, teilweise sogar schon im Kindergartenalter. Viele Eltern sind sich unschlüssig, ob sie das überhaupt dürfen und wenn ja, welche Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden müssen. In beiden Fällen bietet das Gesetz eine gute Hilfe an, da es laut lawbike.de genau regelt, in welchen Fällen Kinder auf dem Sozius-Sitz Platz nehmen dürfen und in welchen nicht.

§ 35 a StVZO: Sitze, Sicherheitsgurte, Rückhaltesysteme, Rückhalteeinrichtungen für Kinder

In diesem Paragraphenpunkt wird beschrieben, dass Krafträder, die einen Beifahrer mitnehmen wollen, dafür einen speziellen Sitz anbieten müssen. Diese Regel gilt nicht bei Kindern unter sieben Jahren, wenn für diese ein spezieller Kindersitz angebracht wird und die Füße nicht in die Speichen geraten können.

 

§ 61 StVZO: Halteeinrichtungen für Beifahrer sowie Fußstützen und Ständer von zweirädrigen Kraftfahrzeugen

Jedes zweirädrige Kraftfahrzeug muss Fußstützen für den Fahrer wie auch für den Sozius aufweisen – dies zählt zum zwingend notwendigen Haltesystem des Beifahrers. Dieser ist darauf angewiesen, dass die Maschine genug Möglichkeiten bietet, sich an ihr festzuhalten.

 

Diese Vorschriften sind aber nicht alles. Es ist vor allem wichtig, das Kind zu schützen. Dazu zählen neben der richtigen Kleidung und einem defensivem Fahrstil vor allem auch das richtige Verhalten auf dem Motorrad: Es darf nicht gewackelt werden, in den Kurven heißt es, das Gewicht in die richtige Richtung zu verlagern und vor allem muss sich das Kind immer gut festhalten, wenn es zu groß für den Kindersitz geworden ist.

Abbildung 1: Das Motorrad ist eigentlich ein Solo-Fahrzeug - wenn jemand mitgenommen werden soll, müssen die erwähnten Vorschriften befolgt werden

Abbildung 1: Das Motorrad ist eigentlich ein Solo-Fahrzeug – wenn jemand mitgenommen werden soll, müssen die erwähnten Vorschriften befolgt werden

Dem Kind das richtige Fahren beibringen

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, das Kind auf das Fahren als Sozius vorzubereiten. Das in die Kurven legen kann beispielsweise auf einer Bank simuliert werden und die Eltern können es immer wieder belehren, sich ja gut festzuhalten. Vor allem bei Kindern ab sechs Jahren gibt es aber noch eine gute Variante: Die Pocket Bikes. Dies sind Motorräder im Miniformat, die maximal 1,10 Meter breit und 50 Zentimeter breit oder hoch sind, beschreibt autoscout24. Durch ihre geringe Größe können auch Sechsjährige sie schon gut handhaben. Wenn sie einmal selbst auf so einem Gefährt gesessen haben und merken, wie sich das Fahren anfühlt, werden sie auf der großen Maschine sehr viel aufmerksamer sein – immerhin haben sie bei der kleinen gemerkt, warum es beispielsweise so wichtig ist, sich in die Kurven zu legen. Auf dem Übungsgelände des ADAC ist es möglich, seine Kinder zu einem Pocket Bike Schnupperkurs mitzunehmen. Wenn der Nachwuchs das erste Interesse am Motorradfahren anmeldet, ist dies eine gute Variante, ihn auf die Tour mit den Eltern vorzubereiten.

Passende Schutzkleidung für den Sozius

Passende Schutzkleidung für den SoziusHelm, Handschuhe, Nierengurt, feste Schuhe, Protektoren an Rücken und Beinen – was für den Fahrer wichtig ist, ist auch für den Sozius notwendig. Mittlerweile gibt es die Ausrüstung schon in Kindergrößen, sodass bei der Bekleidung schnell etwas zu finden ist. Schwieriger wird es beim Helm: Dieser muss gut auf dem Kopf sitzen, darf nicht wackeln und nicht zu schwer sein. Die Schulter- und Nackenmuskulatur von Kindern ist noch bei weitem nicht so stark ausgeprägt wie die von Erwachsenen, berichtet auto.de. Daher ist es nötig, einen Helm zu nehmen, der höchstens 1,5 Kilogramm wiegt – alles über diesem Gewicht darf nicht mehr als Kinderhelm verkauft werden. Da die Kleinen außerdem noch wachsen und das zum Teil ziemlich schnell, bietet es sich an einen Helm mit austauschbarem Innenfutter zu kaufen. Dieser kann bis zu einem gewissen Grad mitwachsen, sodass nicht jede zweite oder dritte Saison ein neuer zu kaufen ist.

 

Das Verhalten während der Tour

Kinder als Beifahrer - was ist zu beachten LZ autoscout24.com Texter AS Artikelklasse A Bild 3Wenn das Kind das erste Mal mitgenommen wird, ist es wichtig, dass der Fahrer es nicht übertreibt: Halsbrecherische Beschleunigungen, ein Aufsetzen in den Kurven und gewagte Überholmanöver können beim Kind weniger für Nervenkitzel sondern eher für regelrechte Angst vor diesem Hobby sorgen. Dies ist weder für Eltern noch für Kinder ein wünschenswertes Ziel. Generell gilt bei Motorradfahrern, die einen Sozius hinten mitnehmen, dass defensives Fahren Vorrang hat, vor allem mit Kindern. Es ist wichtig, auf ihre Bedürfnisse Rücksicht zu nehmen: Sie haben noch nicht so viel Kraft in den Armen und ermüden durch das Festhalten gegen den Luftwiderstand daher schneller. Außerdem müssen sie, um etwas zu sehen, rechts oder links am Fahrer vorbeischauen, da sie durch ihre Größe noch nicht über ihn hinweg sehen können. Auch dies ist eine ermüdende Haltung, sodass die erste Tour nicht einige Stunden, sondern eher nur einige Minuten dauern sollte – eine halbe bis zu einer Stunde ist meist für den Nachwuchs vollkommen ausreichend. Wenn sie sich an das neue Fahrgefühl gewöhnt haben, sind aber durchaus auch längere Touren machbar. Falls es keine Gegensprechanlage in den Helmen gibt, sind außerdem vor der Tour Handzeichen zu klären, damit sich das Kind bemerkbar machen kann, falls ihm etwas nicht gefällt oder es auf die Toilette muss.

Feedback nach der Tour

Zumindest am Anfang sollten die Eltern mit ihrem Kind nach jeder Tour über diese reden: Was hat ihm gefallen, was nicht? Fühlte es sich in einer bestimmten Situation unwohl? Dadurch bekommen Eltern ein Gespür dafür, was sie beim Fahren lieber vermeiden sollten, sodass es Fahrer und Sozius weiterhin Spaß macht, gemeinsam auf Tour zu gehen.

 

Bilder:
Abbildung 1: pixabay.com © reinbacher CC0 1.0
Abbildung 2: © Warren Goldswain – Fotolia.com
Abbildung 3: pixabay.com © lospistonesdellanera CC0 1.0

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