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23.7.2014   |   Ernährung - Gesundheit

Informationen zu FSME-Infektionen über Rohmilchkäse


So erkrankten im Mai 2014 in der Slowakei fünf Personen nach dem Verzehr von Ziegenkäse an FSME. Im Jahr 2008 wurden in Vorarlberg sechs Personen nach dem Genuss von Frischkäse aus Ziegen-Rohmilch mit dem FSME-Virus infiziert, wovon vier an FSME erkrankten

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist eine Infektionskrankheit, die von Viren verursacht wird, welche hauptsächlich durch Zecken auf den Menschen übertragen werden, daher wird die Krankheit auch Zeckenenzephalitis genannt. Wie frühere Bezeichnungen der Erkrankung (biphasisches Milchfieber) und sehr selten auftretende Fälle zeigen, kann das Virus allerdings auch durch den Genuss von Rohmilchprodukten, die von Rind, Schaf und Ziege stammen, aufgenommen werden.

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So erkrankten im Mai 2014 in der Slowakei fünf Personen nach dem Verzehr von Ziegenkäse an FSME. Im Jahr 2008 wurden in Vorarlberg sechs Personen nach dem Genuss von Frischkäse aus Ziegen-Rohmilch mit dem FSME-Virus infiziert, wovon vier an FSME erkrankten.

Interessant an der Infektionsquelle aus Vorarlberg ist, dass die Milchziege in einer Seehöhe von über 1500 m von Zecken gestochen worden ist. Das weist darauf hin, dass sich der Lebensbereich der Zecken offensichtlich in Höhenlagen verschoben hat, die man früher für Zecken-frei hielt.

Wie kommen die Viren in die Milch?

Weidetiere wie Rinder, Schafe und Ziegen sind naturgemäß auch Blutwirte der in Europa am weitesten verbreiteten Schild-Zeckenart Ixodes ricinus (auch gemeiner Holzbock genannt). Im Anschluss auf die Übertragung von FSME-Viren durch infizierte Zecken gelangen die Viren nach drei bis sieben Tagen in den Blutkreislauf und in dieser sogenannten „virämischen Phase“ auch in die Milch. Wird virushältige Rohmilch beziehungsweise ein daraus hergestelltes Rohmilchprodukt konsumiert, so kann es zu einer oralen Übertragung des FSME-Virus kommen.

Worauf sollen Verbraucher achten?

Beim Verzehr von Rohmilchprodukten ist generell Vorsicht geboten, da diese Produkte verschiedene Krankheitserreger und selten eben das FSME-Virus enthalten können. Insbesondere während der Schwangerschaft sollte vom Genuss von Rohmilch und Rohmilchprodukten Abstand genommen werden. 

Leseempfehlungen zum Thema:
http://bmg.gv.at/cms/home/attachments/0/6/7/CH1158/CMS1306311424988/10-03-2010_folder_kuechenhygiene.pdf
http://www.ages.at/ages/gesundheit/wenn-essen-krank-macht-den-keimen-auf-der-spur/

Was ist FSME?

FSME ist eine Infektionskrankheit, die vom FSME-Virus verursacht wird. Die Infektion erfolgt meist durch Zeckenstich und (bei uns) sehr selten durch Genuss nicht pasteurisierter Milch und daraus hergestellter Milchprodukte. Während das Virus bei Pferden oder Hunden in seltenen Fällen zentralnervale Störungen verursachen kann, verläuft die Infektion bei Wiederkäuern offenbar ohne Krankheitsanzeichen und wird als solche auch nicht erkannt. Der natürliche Infektionszyklus des FSME-Virus betrifft zahlreiche Wild- und Weidetiere, insbesondere wildlebende Nagetiere und Zecken. Mensch und Haustiere spielen für die Verbreitung des Virus keine Rolle.

Die Inkubationszeit beim Menschen, also jene Zeit, die zwischen Zeckenstich und dem Ausbruch der Erkrankung vergeht, beträgt ca. 3-14 Tage. Die Krankheit verläuft meist in zwei Phasen: In der ersten Phase sind die Hauptsymptome hohes Fieber, Müdigkeit, Kopf- und Muskelschmerzen sowie Übelkeit. Nach einem Rückgang des Fiebers folgt dann bei ca. 20-30% der Patienten die zweite Phase. In diesem Krankheitsstadium kommt es zu einer Entzündung der Gehirnhäute (Meningitis) oder des Gehirns (Enzephalitis). Auch eine Entzündung des Rückenmarks (Myelitis) ist möglich. Selbst schwerste Formen der FSME heilen zumeist folgenlos aus. Nur vereinzelt bleiben Lähmungen zurück. Gar nicht so selten kommt es nach der Erkrankung zu Veränderungen der Persönlichkeit. Wie auch bei Enzephalitiden anderer Ursache leiden manche der Patienten für viele Monate nach der Erkrankung an Konzentrationsschwäche, Kopfschmerzen (ganz besonders nach Alkoholgenuss), Schlaflosigkeit und vertragen es schlecht, der prallen Sonne ausgesetzt zu sein. Allerdings kann FSME in Einzelfällen zum Tod führen (Letalität 1-2%). FSME zählt in Österreich zu den meldepflichtigen Krankheiten. Vor FSME kann man sich durch Impfung schützen.

http://www.ecdc.europa.eu/en/healthtopics/emerging_and_vector-borne_diseases/tick_borne_diseases/tick_borne_encephalitis/Pages/index.aspx

http://www.virologie.meduniwien.ac.at/home/virus-epidemiologie/virusepidemiologische-information/lang_1-content.html

Quelle: Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH (AGES)
Internet: www.ages.at


Bild: Pixabay – Lizenz: Public Domain CC0

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