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09.7.2014   |   Verbraucher

Titandioxid – Sonnenschutz ohne Nanopartikel

Der nachfolgende Artikel ist KEIN Test von Sonnenschutzmitteln

Nanopartikel wie Titandioxid sind in vielen handelsüblichen Produkten wie Sonnencremen zu finden. Die winzigen Teilchen werden als "physikalischer Sonnenschutz" genutzt – sie reflektieren wie Milliarden kleinster Spiegel das Sonnenlicht und sollen so die Haut vor Sonnenschäden schützen. Konsumenten wissen im Allgemeinen wenig über diese Partikel. Einige Experten halten sie für nicht unbedenklich. Die Konsumentenschützer der Arbeiterkammer Oberösterreich haben daher nach Sonnenschutzprodukten ohne Nano-Titandioxid gesucht.

sonnenschutz

Titandioxid (TiO2) ist mittlerweile zu einem alltäglichen Begleiter in unserem Leben geworden. Man findet es in Konsumgütern wie beispielsweise Kosmetika, in Farben und Lacken, in Textilien, Papier und Kunststoffen, in Lebensmitteln und Medikamenten. In Sonnenschutzcremen kommt es derzeit ausschließlich in seiner Nanogestalt vor. Nanoteilchen sind sehr klein, rund eine Million Mal kleiner als ein Sandkorn und haben dadurch spezielle Eigenschaften. Sonnencremen, die früher mit Titandioxid-Mikropartikeln versehen waren, waren klebrig, schwer auf der Haut zu verteilen und hinterließen einen deutlich weißen Film. Das heute verwendete Titandioxid in Nano-Größe ist dagegen transparent und lässt sich wesentlich leichter auftragen. Die Schutzwirkung gegen hautschädigende UV-Strahlung ist zudem bei Nanopartikeln wesentlich besser. Hohe Lichtschutzfaktoren in leicht aufzutragender Konsistenz können derzeit nur durch den Einsatz solcher Nanopartikel erreicht werden.

Nanopartikel sind nicht unumstritten

Nanopartikel werden momentan kontrovers diskutiert. Die meisten Studien bisher zeigen, dass Titandioxidpartikel in Sonnencremes keinen toxischen Effekt haben. Einzelne Untersuchungen hingegen lassen vermuten, dass Sonnencremen mit Nano-Titandioxid in Kombination mit UV-Licht eine schädigende Wirkung der Haut hervorrufen können. Auch wird eine möglicherweise krebserregende Wirkung diskutiert. Die Hersteller versichern, dass Nanopartikel aus Sonnencremes auf der obersten Hautschicht bleiben und nicht in den Körper eindringen. Das stimmt auch, wenn die Haut gesund ist. Die Haut ist aber schon nicht mehr intakt, wenn man einen Sonnenbrand hat oder sich beim Rasieren schneidet. Und es gibt noch eine Sorge: Die Sprayanwendungen. Manche Wissenschaftler befürchten, Nanoteilchen könnten bei versehentlichem Einatmen Schäden in der Lunge verursachen. Auch die Umweltverträglichkeit von Nano-Titandioxid sollte nicht außer Acht gelassen werden, da Untersuchungen nahelegen, dass das durch Sonnencremen systematisch in Gewässer eingebrachte Titandioxid das ökologische Gleichgewicht gefährden kann.

Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte Sonnencremes mit Nanopartikeln meiden. Seit 2013 müssen alle Inhaltstoffe in Nanogröße durch den Zusatz „nano“ gekennzeichnet werden. Das heißt wo Nanopartikel drin sind, muss auch nano draufstehen.


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Liste von Nano-Freien Sonnenschutzmitteln >>


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Stellungnahme des wissenschaftlichen Ausschusses der EU 
Nanoform-Zinkoxid in Sonnencremes


Quelle: Konsumentenschutz Oberösterreich
Internet: ooe.konsumentenschutz.at

Bild: CleanKids

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