CleanKids-Magazin
Echtkind - Ausgesucht schönes Spielzeug ohne Schadstoffe

17.6.2014   |   Ernährung

Zuckerfalle Barbecue-Soßen: Drei Esslöffel Grillsoße decken Tagesbedarf für Zucker

In diesen Sommertagen brutzelt vielerorts Fleisch auf den Grills, häufig gewürzt mit einer Barbecuesoße. Was viele nicht wissen: der rauchig-würzige Geschmack verdeckt eine der Hauptzutaten: Zucker! Die Verbraucherzentrale Niedersachsen hat bei einem Marktcheck sieben Produkte genauer unter die Lupe genommen. Fazit: Je nach Sorte gibt es große Unterschiede beim Zuckergehalt. Sie können zwischen 18 g und 48 g/100 ml liegen.

Das vollständige Ergebnis gibt es unter www.verbraucherzentrale-niedersachsen.de/suesse-grillsossen

Zuckerfalle Barbecue-Soßen: Drei Esslöffel Grillsoße decken Tagesbedarf für Zucker

Zu viel Zucker

„So manche Soße besteht fast zur Hälfte aus reinem Zucker“, sagt Britta Schautz, Referentin für Lebensmittelsicherheit bei der Verbraucherzentrale Niedersachsen. Pro Portion der „Mississippi Barbecue Sauce“, landen beispielsweise 7,2 g Zucker auf dem Fleischstück. Laut Anbieter sind das 15 bis 20 ml – etwa ein Esslöffel – der braunen Grillsoße. „Häufig wird jedoch eher die dreifache Menge mit einem Steak gegessen. Soßenliebhaber kämen so auf 21,6 g Zucker. Das entspricht sieben Stück Würfelzucker oder ungefähr so viel Zucker wie in einer Portion Nutella (1 Esslöffel ca. 30 g, 18 g Zucker)“, erklärt Schautz. Nach den neuen Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sollen nur fünf Prozent der Gesamtenergie in Form von Zucker aufgenommen werden. Die Empfehlung für eine Frau zwischen 25 und 50 Jahren (25 g Zucker/Tag) wäre mit dieser Portion Grillsoße fast schon erreicht.

Zuckergehalt in Soßen variiert stark – Unterschiede kaum zu erkennen

Positiv fällt auf, dass es große Unterschiede im Zuckergehalt zwischen den Soßen gibt. So bringt es die Barbecue-Chili Soße von Knorr auf nur 18 g Zucker pro 100 ml und auch die Soße aus dem Bio-Supermarkt von Sanchon sowie die Barbecue-Soße von Kaufland weisen eine Zuckermenge von unter 20 g/100 ml auf.

Für Verbraucher sind die Unterschiede im Zuckergehalt schwer erkennbar. Soßen sind nicht eindeutig den flüssigen oder festen Lebensmitteln zuzuordnen, die Nährwertangaben können pro 100 ml oder 100 g angegeben sein. Grillsoßen sind schwerer als Wasser, sie bringen pro 100 ml mehr als 100 g auf die Waage. Folglich erscheinen die Nährwerte niedriger, wenn sie pro 100 g angegeben werden. Auch muss der Zuckergehalt bislang noch nicht gekennzeichnet werden; dies erfolgt verbindlich erst mit Inkrafttreten der neuen Lebensmittelinformationsverordnung im Dezember 2014 (Übergangsfrist bis 2016).

Ampelkennzeichnung hilft Verbrauchern

Seit längerem fordern die Verbraucherzentralen eine klare und einheitliche Nährwertkennzeichnung auf der Produktvorderseite nach dem Ampel-Prinzip. Anhand der Farben grün (niedrig), gelb (mittel) und rot (hoch) können Verbraucher dann mit einem Blick erkennen, ob ein Lebensmittel viel Zucker, Fett, gesättigte Fettsäuren und Salz enthält. Beim Kauf der Grillsoße könnte so der hohe Zuckergehalt schnell erkannt und zwischen den Soßen verglichen werden. In Deutschland wird die Einführung dieses Systems jedoch weiterhin von der Lebensmittelindustrie und dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft abgelehnt.

Tipps der Verbraucherzentrale

Vor dem Kauf die Nährwertangaben auf den Flaschen sowie das Zutatenverzeichnis kontrollieren. Manchmal werden andere Bezeichnungen wie zum Beispiel „Glukose-Fruktosesirup“ verwendet (www.verbraucherzentrale-niedersachsen.de/suessmacher).

Das Fleisch in den Saucen marinieren, anstatt es in die Soße zu dippen. So erhält das Fleisch Aroma bei deutlich weniger Zucker.

Am besten die eigene Marinade herstellen.

 

Buchtipp:
Weitergehende Informationen bietet das Buch „Achtung Zucker“. Es kostet 8,90 Euro und ist in den örtlichen Beratungsstellen der Verbraucherzentrale Niedersachsen erhältlich.

Bestellmöglichkeiten: 
Für zuzüglich 2,50 Euro Porto- und Versandkosten kann er gegen Rechnung bestellt werden bei:

Verbraucherzentrale Niedersachsen e. V., Herrenstr. 14, 30159 Hannover, am Tel: (05 11) 9 11 96-0, Mo bis Do 9 bis 17 Uhr u. Fr 9 bis 14 Uhr oder online in unserem Bücher-Shop.

Quelle: Verbraucherzentrale Niedersachsen e. V.,
Internet: http://www.verbraucherzentrale-niedersachsen.de/


Bild: Pixabay – Lizenz: Public Domain CC0

Weitere Artikel zum Thema




Bitte beachten Sie, dass alle Meldungen den Kenntnisstand zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergeben!

help
Getestet und Empfohlen: Swagbucks-Bonus für Eltern

– Anzeige –

Aktuelle Tests…

ot-anilin

ÖKO-TEST Anilin in Kinderprodukten: Im roten Bereich

Anilin ist ein Farbstoffbestandteil, der unter Krebsverdacht steht. Das ÖKO-TEST-Magazin wollte in der aktuellen September-Ausgabe wissen, ob Kinderprodukte wie Jeans, Schuhe, Strumpfhosen und Malkreiden damit belastet sind. Fast alle 32 untersuchten Produkte enthalten – teilweise sogar große Mengen – Anilin und in einigen Fällen auch andere aromatische Amine.


– Anzeige –
Buch- und Lesetipps

Buchtips der Redaktion

In unseren Buch- und Lesetipps stellen wir ab und an interessante Lektüre vor. Da ist für Mama, Papa und die Kinder immer was dabei. Zur Übersicht >>

Aufgepasst bei Baby-Nestchen

Gitterbettschutz und Baby-Nestchen – Erstickungsgefahr für Säuglinge und Kleinkinder

Gitterbettschutz und Baby-Nestchen
Erstickungsgefahr für Säuglinge und Kleinkinder

Neben Stofftieren, Kissen, Decken können auch Baby-Nestchen die Gefahr für einen Erstickungstod erhöhen. Todesfälle haben in den letzten Jahren stark zugenommen

Babyschuhe ??? besser nicht !

Immer wieder - Schadstoffe und Gifte in Babyschuhen

Krabbelschuhe, Lederpuschen, Lauflernschuhe
In den letzten Wochen wurden vermehrt Babyschuhe zurückgerufen oder vom Markt genommen. Grund hierfür: Schadstoffe und Gifte wie etwa Chrom VI, Schimmel, Weichmacher, PAK's - allesamt sehr problematische Stoffe, die auf keinen Fall an Babyfüße gehören. 


Kindergeld: Auszahlungstermine 2015 der Familienkasse