CleanKids-Magazin
Echtkind - Ausgesucht schönes Spielzeug ohne Schadstoffe

21.5.2014   |   Computer & Internet - Schule & Kindergarten - Verbraucher

Datenschützer bemängeln eklatante Verstöße bei Sammelbestellungen von Schultaschenrechnern


Lehrer werden animiert, Daten von Schülerinnen und Schüler weiterzugeben. Das ist nach dem Datenschutzrecht nicht erlaubt“, sagt Weichert.

Bundesweit tätige Internet-Handelsplattformen von Schul-Taschenrechnern fordern Lehrer nach Recherchen von NDR Info offenbar systematisch zu Verstößen gegen Datenschutz- und Schulgesetze auf. So bietet der Betreiber der Seite „Taschenrechner.de“ mit Sitz in Lübeck Pädagogen im Rahmen eines so genannten Bequemzahlungsverfahrens die komplette Abwicklung der Bestellung an.

Nach Angaben des Händlers auf seiner Internetseite ist dafür zunächst die Übermittlung der „alphabetisch sortierten Namensliste aller (!) Schüler der betreffenden Jahrgangsstufe“ notwendig – auch wenn gar nicht alle Schüler bei der Sammelbestellung mitmachen.

datenschutz

Nach Einschätzung des schleswig-holsteinischen Datenschutzbeauftragten, Thilo Weichert, liegt dabei ein „eklatanter Datenschutzverstoß“ vor. „Die Lehrer werden animiert, Daten von Schülerinnen und Schüler weiterzugeben. Das ist nach dem Datenschutzrecht nicht erlaubt“, sagt Weichert. Eine Übermittlung solcher Daten sei nur statthaft, wenn eine explizite, schriftliche Einwilligung für jeden einzelnen Schüler vorläge, so Weichert weiter. Helmut Siegmon, Vorsitzender des Philologenverbandes Schleswig-Holstein, hält das Verfahren des Händlers für „unseriös“: „Solche Listen verschicken – das ist ausgeschlossen, das darf ein Lehrer nicht tun. Deswegen ist diese Aufforderung nicht in Ordnung.“ 

Betreiber von „Taschenrechner.de“ ist die Böttcher Datentechnik GmbH mit Sitz in Lübeck. Der Taschenrechner-Hersteller „Texas Instruments“ führt das Unternehmen auf seiner Internetseite als einen von zwei Vertrags-Schulhändlern in Deutschland auf. Geschäftsführer Detlef Böttcher, sagte er zu von NDR Info, dass ein Datenschützer das bundesweit angewandte „Bequemzahlungsverfahren“ vor längerer Zeit überprüft habe. Er räumte ein, dass sein Unternehmen nicht kontrolliere, ob Lehrer vor der Listenweitergabe eine Einverständniserklärung von den Schülern oder den Eltern eingeholt hätten. „Das ist nicht unsere Aufgabe“, sagte er. 

Datenschützer Weichert will nach Informationen von NDR Info Sanktionen gegen das Unternehmen prüfen. Die Landesschulbehörde in Niedersachsen hat bereits vor mehreren Wochen ein Ordnungswidrigkeitsverfahren gegen einen Lehrer eingeleitet, der Schülerlisten an „Taschenrechner.de“ übertragen hatte. Das Niedersächsische Kultusministerium arbeitet deswegen momentan an neuen Richtlinien für Schüler-Bestellungen. In den Fokus von Datenschützern könnte zudem ein ebenfalls bundesweit tätiger Taschenrechner-Händler aus Thüringen geraten, der im Internet ein vergleichbares „Bequemzahlungsverfahren“ anbietet. Je nachdem wie dort die Details der Bestellung aussehen, hält die Behörde dort einen „schweren datenschutzrechtlichen Verstoß“ für möglich. Auf Anfrage von NDR Info teilte der Händler mit, er tue alles dafür, dass gesetzliche Vorgaben eingehalten würden.

Quelle: NDR Presse und Information
Internet: www.ndr.de


Bild: Pixabay – Lizenz: Public Domain CC0

Weitere Artikel zum Thema




Bitte beachten Sie, dass alle Meldungen den Kenntnisstand zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergeben!

help
Getestet und Empfohlen: Swagbucks-Bonus für Eltern

– Anzeige –

Aktuelle Tests…

ot-anilin

ÖKO-TEST Anilin in Kinderprodukten: Im roten Bereich

Anilin ist ein Farbstoffbestandteil, der unter Krebsverdacht steht. Das ÖKO-TEST-Magazin wollte in der aktuellen September-Ausgabe wissen, ob Kinderprodukte wie Jeans, Schuhe, Strumpfhosen und Malkreiden damit belastet sind. Fast alle 32 untersuchten Produkte enthalten – teilweise sogar große Mengen – Anilin und in einigen Fällen auch andere aromatische Amine.


– Anzeige –
Buch- und Lesetipps

Buchtips der Redaktion

In unseren Buch- und Lesetipps stellen wir ab und an interessante Lektüre vor. Da ist für Mama, Papa und die Kinder immer was dabei. Zur Übersicht >>

Aufgepasst bei Baby-Nestchen

Gitterbettschutz und Baby-Nestchen – Erstickungsgefahr für Säuglinge und Kleinkinder

Gitterbettschutz und Baby-Nestchen
Erstickungsgefahr für Säuglinge und Kleinkinder

Neben Stofftieren, Kissen, Decken können auch Baby-Nestchen die Gefahr für einen Erstickungstod erhöhen. Todesfälle haben in den letzten Jahren stark zugenommen

Babyschuhe ??? besser nicht !

Immer wieder - Schadstoffe und Gifte in Babyschuhen

Krabbelschuhe, Lederpuschen, Lauflernschuhe
In den letzten Wochen wurden vermehrt Babyschuhe zurückgerufen oder vom Markt genommen. Grund hierfür: Schadstoffe und Gifte wie etwa Chrom VI, Schimmel, Weichmacher, PAK's - allesamt sehr problematische Stoffe, die auf keinen Fall an Babyfüße gehören. 


Kindergeld: Auszahlungstermine 2015 der Familienkasse