Schulstress – nach den individuellen Auslösern suchen

Verschiedene Studien haben gezeigt, dass zahlreiche Kinder und Jugendliche bereits unter Belastungen durch Stress leiden, wobei der Lebensbereich Schule hier eine zentrale Rolle spielt. Der Druck, dem Kinder und Jugendliche dort ausgesetzt sind, ist sehr vielfältig und muss bei auftretenden Beschwerden individuell betrachtet werden, um ihn entschärfen zu können.

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Als häufigste Ursachen für Belastungen werden von befragten Kindern und Jugendlichen Angst vor schlechten Noten und hohe Leistungserwartungen angeführt. Manche machen sich dabei den Druck aus Angst vor einem möglichen Versagen selbst, in anderen Fällen wird dieser durch die Eltern oder das Umfeld erzeugt. Auch das soziale Klima in der Klasse sowie Mobbing können Ursache für Belastungen sein. Daneben spielt auch der individuelle Umgang mit sozialen Situationen eine Rolle. Manche Kinder leiden unter sozialen Ängsten, also der Sorge, sich vor anderen zu blamieren, wodurch ein erheblicher Leidensdruck entstehen kann. Aufgrund der Vielzahl möglicher Stressoren ist es daher entscheidend, den individuellen Auslösern für Belastungen auf den Grund zu gehen. Daneben können unter anderem auch eine Lese-Rechtschreibschwäche, Überlastung durch einen falschen Schultyp oder Probleme mit den Lehrkräften für Schulstress ursächlich sein.

Körperliche Beschwerden können Hinweis sein

Typische körperliche Stresssymptome bei Kindern und Jugendliche sind Kopf- und Bauchschmerzen sowie Schlafstörungen. Je jünger die Kinder sind, desto eher zeigen sich körperliche Beschwerden, für die dann keine organische Ursache feststellbar ist. Überforderte Jugendliche können auf Belastungen sehr unterschiedlich reagieren und weisen häufiger psychische Symptome auf. Manche Jugendliche werden antriebslos und haben große Schwierigkeiten, morgens aus dem Bett zu kommen. Andere sind ständig traurig, ziehen sich zurück und vernachlässigen Freizeitaktivitäten und soziale Kontakte. Auch Konzentrationsstörungen, nachlassende schulische Leistungen sowie Reizbarkeit oder auch Aggressivität können auftreten. Leiden Kinder unter Schulstress, ist es typisch, dass die Beschwerden am Wochenende oder in der schulfreien Zeit nachlassen oder ganz verschwinden. Eltern sollten ihren Kindern bei Schulstress keine Medikamente geben auch keine vermeintlich harmlosen, wenn der Kinder- und Jugendarzt das nicht verordnet hat.

Äußern Kinder psychosomatische Beschwerden, ist es gut das betroffene Kind offen darauf anzusprechen. Auch wenn Jugendliche entsprechende Verhaltensänderungen zeigen ist es wichtig, auf sie einzugehen und mit ihnen über Belastungen zu reden. Eltern stehen verschiedenen Möglichkeiten zur Verfügung, um ihren Kindern helfen zu können, wenn die Ursache erst einmal geklärt ist. Das kann Nachhilfe sein, wenn diese erforderlich ist. In vielen Fällen ist es hilfreich, das Kind beim eigenständigen Lernen zu unterstützen und ihm zu helfen, den Tag oder die Woche übersichtlich zu strukturieren. Um gemeinsam Lösungsmöglichkeiten zu finden, kann es auch sinnvoll sein, den Klassenlehrer oder den Vertrauenslehrer mit einzubeziehen – insbesondere auch bei Mobbing. Lob für gute Leistungen sollte niemals fehlen. Auch ist es wichtig im Fall von individuellen Leistungsschwächen, andere Talente des Kindes hervorzuheben, wie etwa Geschick im Umgang mit anderen oder eine sportliche oder musikalische Begabung.

Um Schulstress vorzubeugen, ist es wichtig, dass Kinder und Jugendliche in einem stabilen Umfeld aufwachsen und eine gute Beziehung zu den Eltern und Freunden haben. Kinder und Jugendliche brauchen zudem ausreichend Freizeit, um sich von den Anstrengungen der Schule erholen zu können. Viel Bewegung an der frischen Luft und gesunde Ernährung wirkend ergänzend.

(äin-red)

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Quelle:
Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V.
http://www.kinderaerzte-im-netz.de


Bild: Pixabay – Lizenz: Public Domain CC0

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