CleanKids-Magazin
Echtkind - Ausgesucht schönes Spielzeug ohne Schadstoffe

05.5.2014   |   Gesundheit

Mediziner weisen auf zunehmende Umweltgefahren für Kinder hin


Umwelteinflüsse auf Kinder: „Wir wissen bereits viel, aber auch viel zu wenig“ – Kinder- und Jugendärzte weisen auf zunehmende Umweltgefahren für Kinder hin

„Kinder sind in vielerlei Hinsicht besonders empfindlich: Ihr Organismus wächst noch und muss ausreifen. Das macht generell störanfälliger und ist leichter zu schädigen als der ausgewachsene Körper eines Erwachsenen. Wir wissen zu wenig über Spätfolgen, Anreicherungen und Wechselwirkungen, vielleicht sogar Potenzierungen von vielen Substanzen, die mit der Nahrung oder über die Atmung in den Körper gelangen“, sorgt sich Dr. Wolfram Hartmann, Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte Deutschlands (BVKJ). „Man muss vor allem bedenken, dass bis zum Alter von sechs Monaten manche Enzymsysteme, die zur Entgiftung notwendig sind, noch nicht voll ausgereift sind.“

Umwelteinflüsse auf Kinder: Zunehmende Umweltgefahren für Kinder

Hartmann wird auf dem 14. Politischen Forums des BVKJ „Umwelteinflüsse auf Kinder“ in Berlin am 9. Mai die entsprechenden Bedenken der Kinder- und Jugendärzte vortragen. Auf den Politischen Foren des BVKJ haben Vertreter aus Wissenschaft und Politik die Gelegenheit, zu verschiedenen medizin-politischen Themen Stellung zu nehmen und zu referieren. Unter anderem reicht der thematische Bogen diesmal vom Einfluss elektromagnetischer Felder in der Umgebung von Hochspannungsleitungen, der Frage nach der Gefährlichkeit des Quecksilbergehalts von Kompaktleuchtstofflampen (Energiesparlampen) bis hin zum Einfluss von Schimmelpilzbefall von Wohnungen infolge hoher Energie- und Heizkostenpreise.

„Die Umweltminister der führenden Industriestaaten und Russlands (G 8) haben anlässlich eines „Kindergipfels“ im Jahre 1997 festgestellt, dass die Gesundheit und das Wohlbefinden von Kindern ganz besonders von einer sauberen und gesunden Umwelt abhängen. Wir Kinder- und Jugendärzte fragen die Politik, wann und auf welchen Gebieten sie die entsprechenden Entscheidungen für das (umwelt-)gesunde Aufwachsen unserer Kinder getroffen hat bzw. treffen wird“, so Hartmann,“ aber wir werden auch die Wissenschaft fragen, wo es Übertreibungen, aber auch noch dringenden Erkenntnisbedarf und sogar dringlich auszusprechende Warnungen gibt. Solange wir heute bei den Grenzwertdefinitionen physikalischer oder chemischer Umweltbelastungen nicht sicher sind, sollten solche Grenzen möglichst nicht höher als die natürliche Belastung liegen.“

Hartmann weist darüber hinaus auf ein anderes, alltägliches „Umweltproblem“ hin: „Viele Nahrungsmittel, die als besonders gesund oder für die Entwicklung der Kinder als besonders wichtig beworben werden, enthalten viel zu hohe Fett- und Zuckeranteile. Insbesondere Kinder aus bildungsfernen und weniger erziehungskompetenten Familien fallen auf die irreführende Werbung herein, sie kaufen und essen diese keineswegs besonders gesunden Produkte. Zugleich fehlt der Ausgleich durch selbst zubereitete gesunde Nahrung. Dies kann zu Fehlernährung führen, zu Übergewicht bzw. Fettleibigkeit und zu späteren gesundheitlichen Problemen: Diabetes Typ II, Fettleber, Bluthochdruck, Arteriosklerose usw. Fehlernährung sei aber nur eines von vielen Problemen, denen Kinder aus sozial schwachen Familien ausgesetzt sind, so Hartmann. Insbesondere die „Anregungsarmut“ während der frühkindlichen Entwicklung führe zu bleibenden Schäden der psychointellektuellen Entwicklung, die allgemein die Lebenschancen der Kinder und Jugendlichen beeinträchtigten. „Diese Probleme in der „sozialen Umwelt“ der Kinder sind noch weitaus dramatischer und wirken sich langfristig negativer auf die Lebenschancen der Kinder aus als die physikalischen und chemischen Umweltbelastungen“, mahnt Hartmann.

Quelle: Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V.
Internet: http://www.kinderaerzte-im-netz.de


Bild: Pixabay – Lizenz: Public Domain CC0

Weitere Artikel zum Thema




Bitte beachten Sie, dass alle Meldungen den Kenntnisstand zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergeben!

help
Getestet und Empfohlen: Swagbucks-Bonus für Eltern

– Anzeige –

Wichtiger Hinweis zu Gesundheitsthemen

Aktuelle Tests…

ot-anilin

ÖKO-TEST Anilin in Kinderprodukten: Im roten Bereich

Anilin ist ein Farbstoffbestandteil, der unter Krebsverdacht steht. Das ÖKO-TEST-Magazin wollte in der aktuellen September-Ausgabe wissen, ob Kinderprodukte wie Jeans, Schuhe, Strumpfhosen und Malkreiden damit belastet sind. Fast alle 32 untersuchten Produkte enthalten – teilweise sogar große Mengen – Anilin und in einigen Fällen auch andere aromatische Amine.


– Anzeige –
Buch- und Lesetipps

Buchtips der Redaktion

In unseren Buch- und Lesetipps stellen wir ab und an interessante Lektüre vor. Da ist für Mama, Papa und die Kinder immer was dabei. Zur Übersicht >>

Aufgepasst bei Baby-Nestchen

Gitterbettschutz und Baby-Nestchen – Erstickungsgefahr für Säuglinge und Kleinkinder

Gitterbettschutz und Baby-Nestchen
Erstickungsgefahr für Säuglinge und Kleinkinder

Neben Stofftieren, Kissen, Decken können auch Baby-Nestchen die Gefahr für einen Erstickungstod erhöhen. Todesfälle haben in den letzten Jahren stark zugenommen

Babyschuhe ??? besser nicht !

Immer wieder - Schadstoffe und Gifte in Babyschuhen

Krabbelschuhe, Lederpuschen, Lauflernschuhe
In den letzten Wochen wurden vermehrt Babyschuhe zurückgerufen oder vom Markt genommen. Grund hierfür: Schadstoffe und Gifte wie etwa Chrom VI, Schimmel, Weichmacher, PAK's - allesamt sehr problematische Stoffe, die auf keinen Fall an Babyfüße gehören. 


Kindergeld: Auszahlungstermine 2015 der Familienkasse