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27.4.2014   |   Gesundheit

Rote Augen – Wenn der Herpes ins Auge geht


Gerade bei kleinen Kindern kommt es vor, dass die Eltern etwa beim Gutenachtkuss ungewollt Viren auf die Lider übertragen

Korrekte Diagnose bei Erstinfektion entscheidend

Beim ersten Mal kann es auf den ersten Blick ganz harmlos aussehen, wenn Herpes-simplex-Viren nicht nur an die Lippen, sondern auch ins Auge geraten: Die Bindehaut rötet sich; aber nach einigen Tagen scheint auch ohne Behandlung wieder alles in Ordnung. Doch gerade bei einer Erstinfektion mit Herpes-simplex-Viren ist es sehr wichtig, dass ein Augenarzt die korrekte Diagnose stellt und die richtige Behandlung einleitet, damit es nicht Jahre später zu einem – dann aber die Sehkraft bedrohenden – Wiederaufflamen kommt.

Gerade bei kleinen Kindern kommt es vor, dass die Eltern etwa beim Gutenachtkuss ungewollt Viren auf die Lider übertragen

Rote Augen – in der Augenarztpraxis sitzen häufig Patienten mit diesem Symptom. Alltäglich sind die Fälle dennoch bei weitem nicht immer. Von Verletzungen über Infektionen bis hin zu Krankheiten des Immunsystems kommen viele Ursachen in Frage. Nur fachärztlicher Sachverstand und der Blick durch die Spaltlampe, das Spezialmikroskop des Augenarztes, erlauben eine genaue Diagnose.

Zu oft werden Antibiotika eingesetzt

Wie wichtig diese im Falle einer Infektion mit Herpes-simplex-Viren ist, erklärt Prof. Dr. Thomas Reinhard vom Berufsverband der Augenärzte Deutschlands: „Gerade bei kleinen Kindern kommt es vor, dass die Eltern etwa beim Gutenachtkuss ungewollt Viren auf die Lider übertragen.“ Ohne das Fachwissen und die Geräte des Augenarztes ist die Entzündung nicht von einer bakteriellen Infektion zu unterscheiden. „Deshalb wird sie oft mit Antibiotika-haltigen Augentropfen behandelt“, weiß Reinhard aus Erfahrung. Nach ein paar Tagen heilt die Entzündung ab, die Patienten glauben, die Augentropfen hätten geholfen. Doch die Herpes-simplex-Viren sind noch aktiv. Sie wandern über die Nervenbahnen bis in das Gehirn und können dort jahrelang „schlummern“.

Gefährliches Wiederaufflammen

Reinhard beschreibt, was etwa einem Drittel der Patienten passiert: „Irgendwann kommt es zu einem Rezidiv, einer erneuten Erkrankung. Die Viren wandern die Nervenbahnen zurück hinunter zum Auge. Dann vermehren sie sich allerdings nicht in der Bindehaut, sondern meist in der Hornhaut.“ Die Entzündung, die sie dort auslösen, kann zu schweren Problemen führen, bis hin zur vollständigen Eintrübung der Hornhaut mit Erblindung. Sogar eine Hornhauttransplantation kann (notfallmäßig) notwendig werden. Das lässt sich verhindern, wenn die Erstinfektion korrekt erkannt wird. Feine Bläschen in der Lidhaut oder abgestorbene Zellen in der Bindehaut sind Hinweise darauf, dass Herpes-simplex-Viren die Verursacher sind. Virustatika sorgen dann dafür, dass sich die Viren nicht vermehren und das gefährliche Rezidiv verhindert wird.

Quelle: Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA),
Internet: www.augeninfo.de


Bild: Pixabay – Lizenz: Public Domain CC0

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