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19.2.2014   |   Gesundheit

Brustkrebs: Jede zweite Frau über Früherkennung falsch oder gar nicht informiert


Bertelsmann Stiftung und BARMER GEK veröffentlichen aktuellen Gesundheitsmonitor

Jede zweite Frau ist falsch oder unzureichend informiert, wenn es um Früherkennung von Brustkrebs oder Mammografie-Screening geht. Darüber hinaus deckt der aktuelle Gesundheitsmonitor, den BARMER GEK und Bertelsmann Stiftung heute veröffentlichen, erhebliche Informationsdefizite auf. 

Mammogram

Befragt wurden 1.852 Frauen im Alter von 44 bis 63 Jahren – mit teils alarmierenden Ergebnissen. So glauben 30 Prozent der Frauen, dass die bloße Teilnahme am Mammografie-Screening verhindert, dass sie an Brustkrebs erkranken. Der Nutzen der Untersuchung wird überschätzt, während über die Risiken etwa durch falsche Positiv-Befunde nur wenig bekannt ist.

„Brustkrebs und Umwelteinflüsse“
aktualisierte Broschüre der WECF zu vermeidbaren Umweltrisiken

Brustkrebs und Umwelteinflüsse (103)

Etwa jede achte Frau erkrankt im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs. Damit ist Brustkrebs die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland. Bei über 70.000 Frauen jährlich wird diese Krebsart diagnostiziert, 17.000 Frauen pro Jahr sterben an der Krankheit. Im Jahr 2011 gab es bundesweit über 100.000 Brustentfernungen. Laut aktuellem Gesundheitsmonitor leben die meisten Frauen beim Thema Krebs in der Angst, falsche Entscheidungen zu treffen. Die Untersuchung zeigt, dass sich das Wissen über Nutzen und Risiken des Mamma-Screenings in den vergangenen Jahren nicht verbessert hat. Bertelsmann Stiftung und BARMER GEK folgern aus den Befragungsergebnissen, die Aufklärungsstrategien zum Mammografie-Screening stärker an den Informationsbedürfnissen der Frauen zu orientieren. Ärzten und leichter verständlichem Informationsmaterial komme dabei eine Schlüsselrolle zu.

Prof. Norbert Schmacke, einer der Autoren des Gesundheitsmonitors, hält das Ausmaß der Informationsdefizite für Besorgnis erregend: „Es mangelt insbesondere bei der Einladung zum Screening an verständlichen und evidenzbasierten Informationen sowie an Zeit und Gelegenheit, sich eine eigene Meinung bilden zu können“, so der Professor der Universität Bremen. Dies unterstreicht Prof. Marie-Luise Dierks, Leiterin der Patientenuniversität an der Medizinischen Hochschule Hannover: „Wir haben die Verpflichtung, ausgewogen und verständlich über den Nutzen, aber auch die Risiken des Screenings aufzuklären und den Frauen eine gute Entscheidung zu ermöglichen.“

Zum Gesundheitsmonitor:
Der „Gesundheitsmonitor“ analysiert seit über zehn Jahren Entwicklungen in der Gesundheitsversorgung. Bis heute wurden weit über 50.000 Versicherte und mehr als 2.500 Ärzte zu rund 150 gesundheitspolitisch relevanten Themen befragt. So werden Verhaltensmuster, Versorgungsprobleme und Fehlentwicklungen im Gesundheitssystem aufgedeckt. Die Analysen des Gesundheitsmonitors erscheinen als Buch und Newsletter. Sie helfen Fachleuten, gesundheitspolitische Informationslücken zu schließen und Reformkonzepte zu entwickeln. Herausgeber sind die Bertelsmann Stiftung und seit 2011 die BARMER GEK. Diese stellt zum Mammografie-Screening eine 36seitige Broschüre mit Pro- und Kontra-Argumenten im Internet zum Download bereit.

Quelle: Bertelsmann Stiftung
Internet: http://www.bertelsmann-stiftung.de/

 

mzt




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