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29.1.2014   |   Gesundheit - Schwangerschaft & Baby

Von U bis J: Elf Untersuchungen für gutes und gesundes Aufwachsen

(ams). Ob Baby, Kleinkind oder Jugendlicher – Eltern möchten wissen, ob ihr Kind sich gut entwickelt und gesund ist. Die regelmäßigen Früherkennungsuntersuchungen sind daher wichtige Termine für Eltern und Kinder.

u-heft

„Die Kinder-Früherkennungsuntersuchungen, die sogenannten U-Untersuchungen, sind so angeordnet, dass Auffälligkeiten rechtzeitig entdeckt und Entwicklungsverzögerungen in vielen Fällen durch gezielte Therapien aufgeholt werden können“, sagt Thomas Ebel, Arzt im AOK-Bundesverband.

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Grundsätzlich stehen zehn Untersuchungen im Baby- und Kindesalter sowie eine Jugenduntersuchung auf dem Früherkennungsprogramm. Auf dem gelben Untersuchungsheft, das alle Eltern bei der Geburt bekommen, sind auf einem Aufkleber bereits die Zeiträume vermerkt, in denen die Us stattfinden sollten. „Nicht nur die Termine an sich sind wichtig, sondern auch der richtige Zeitpunkt, denn bestimmte Probleme können am besten zu bestimmten Zeiten aufgedeckt werden“, sagt Ebel. Die Eltern sollten den Termin nicht als lästige Pflicht, sondern als gute Gelegenheit wahrnehmen: „Die Ärzte nehmen sich für die Us sehr viel Zeit, Eltern können hier offen und ausführlich berichten.“ Darauf konzentriert sich der Arzt im Einzelnen:

U1

Direkt nach der Geburt steht die erste gründliche Untersuchung an: Hautfarbe, Atmung und Muskeln, Reflexe, Organe und Sinnesorgane – alles in Ordnung? Sichtbare Fehlbildungen wie die Lippen-Kiefer-Gaumenspalte fallen hier in der Regel auf, so dass die Eltern über weitere Schritte beraten werden können. Alle Neugeborenen haben zudem Anspruch auf ein Hörscreening, das in den ersten drei Tagen stattfinden sollte: Je früher Hörschäden entdeckt werden, umso besser. Jetzt und bei den beiden folgenden Us bekommt das Neugeborene Vitamin-K-Tropfen für eine bessere Blutgerinnung.

U2

Diese Untersuchung sollte zwischen dem dritten und zehnten Lebenstag erfolgen. Der Arzt nimmt vor allem die inneren Organe und die Sinnesorgane in den Blick. Um bestimmte Stoffwechselstörungen festzustellen, ist spätestens bei dieser Untersuchung eine Blutentnahme nötig. Kinderärzte geben Eltern wichtige Tipps, beispielsweise zu Vitamin D für das Knochenwachstum und Fluorid für den Zahnschutz.

U3

In der vierten bis fünften Lebenswoche geht es insbesondere um Größe, Gewicht und Ernährungszustand des Kindes. Vor allem stillende Mütter sorgen sich oft, dass ihr Kind durch die Milch nicht genug zunimmt. Neben Augenreaktion und Hörvermögen steht zudem der Hüftcheck auf dem Programm; auch Impftermine können jetzt schon vereinbart werden.

U4

Nach einer längeren Pause steht die nächste U zwischen dem dritten und vierten Lebensmonat auf dem Plan: Wie bewegt sich das Baby, sieht und hört es gut? Die meisten Kinder bekommen nun ihre erste Impfung gegen Diphtherie, Tetanus, Haemophilus Influenza, Hepatitis B, Kinderlähmung, und Keuchhusten sowie gegen Pneumokokken.

U5

Das Baby ist jetzt schon viel beweglicher und genau darauf achtet der Arzt bei der Untersuchung zwischen dem sechsten und siebten Lebensmonat besonders. Körperbeherrschung und Geschicklichkeit sind genauso Themen wie Seh- und Hörvermögen. Angesichts der durchbrechenden Zähne ist die Zahnpflege ein weiteres Thema genauso wie die Umstellung der Ernährung.

U6

Wenn das Kind ins Kleinkindalter startet, sollte zwischen dem zehnten und zwölften Lebensmonat die nächste Untersuchung stattfinden. Der Arzt begutachtet die körperliche Entwicklung im Hinblick auf Krabbeln, Hochziehen, Laufen genauso wie die sprachlichen Fortschritte. Auch die Themen „Hören“, „Sehen“, „Verhalten“ und „Ernährung“ sowie „Impfschutz“ stehen auf dem Programm.

U7

Diese Untersuchung sollte zwischen dem 21. und 24. Lebensmonat des Kindes erfolgen. Wie geschickt und wie beweglich ist das Kind? Was kann es schon wie sprechen? Viele Mütter vergleichen ihre Kinder untereinander und sorgen sich ums eigene: „Kinder entwickeln sich ganz unterschiedlich, das Gespräch mit dem Arzt kann jetzt sehr beruhigend sein“, sagt Ebel. Wichtige Tipps bekommen Eltern im Hinblick auf Allergien und Ernährung. Auch die Themen „Schlaf“ und „Verhalten ihres Kindes“ beschäftigen viele Eltern zu diesem Zeitpunkt stark.

U7a

Der empfohlene Zeitpunkt der U7a liegt zwischen dem 34. und 36. Lebensmonat des Kindes. In dieser wichtigen Entwicklungsphase im Übergang zum Kindergartenalter findet wieder eine gründliche körperliche Untersuchung inklusive der Brust-, Bauch- und Geschlechtsorgane statt. Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem Sehen und der sprachlichen Entwicklung.

U8

Auf dem Weg zum Vorschulkind sollte diese Untersuchung im Alter vom 46. bis 48. Lebensmonat stattfinden. Kann das Kind auf einem Bein stehen? Wie klappt es mit dem Sprechen, wie steht es um das Seh- und Hörvermögen? Wie selbstständig ist das Kind? Der Arzt überprüft alles das in einer Reihe von Tests, bei denen gemalt und gespielt wird.

U9

„Zwischen dem 60. und 64. Lebensmonat ist genau der richtige Zeitpunkt, um sich die Kinder vor der eigentlichen Schuluntersuchung noch einmal ausführlich anzuschauen“, sagt Ebel. Neben einer gründlichen körperlichen Untersuchung geht es um Geschicklichkeit genauso wie um sprachliche und soziale Entwicklung. Wie versteht das Kind Zusammenhänge? Wie befolgt es Regeln? Was beobachten die Eltern und worüber machen sie sich vielleicht im Hinblick auf die Schule Sorgen? Die U9 empfinden viele Eltern als besonders aufregend angesichts der bevorstehenden neuen Lebensphase. „Das Gespräch mit dem vertrauten Arzt empfinden viele deshalb als gute Unterstützung“, sagt Ebel.

J-Untersuchung

Zwischen zwölf und 14 Jahren steht die Jugenduntersuchung an, zu der Jugendliche auch allein ohne ihre Eltern gehen können. „Es ist eine gute Gelegenheit für die Heranwachsenden, vertraulich mit dem Arzt über Dinge zu sprechen, über die sie mit ihren Eltern nicht reden wollen oder können“, sagt Ebel. Neben der körperlichen Untersuchung geht es bei diesem Termin auch um den Stand der Pubertät sowie die schulische Entwicklung und das seelische Befinden.

Quelle: ams-Ratgeber 01/14

 

mzt




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