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22.1.2014   |   Familie & Erziehung

Diagnose „Krebs“ – Mama, musst du sterben?

Die Diagnose „Krebs“ schleicht sich meist allmählich in das Leben ein. Am Anfang steht ein Verdacht und die Hoffnung, dass es nichts Ernstes ist. Dann folgen Untersuchungen und irgendwann die Gewissheit, dass es wirklich eine bösartige Krankheit ist. Dass operiert und bestrahlt werden muss, dass eine Behandlung mit Medikamenten folgen wird. Diese Gewissheit ist für jeden Menschen ein Schock, obwohl viele Krebsarten heute sehr gut behandelt werden können.

Kinder spüren jedoch sehr deutlich, dass sich etwas ganz Grundlegendes geändert hat

Besonders schlimm ist die Situation aber für Frauen, die Kinder haben. „Die erste Reaktion der Mutter ist in aller Regel, den Kindern noch nichts zu sagen, zumindest solange die Diagnose noch nicht feststeht“, so der Frauenarzt Dr. med. Christian Albring. „Aber selbst dann, wenn es keine Zweifel mehr gibt, versuchen die Frauen meist, ihre Kinder zunächst so normal wie möglich weiter zu versorgen, den Alltag im Griff zu behalten. Zeit, sich um sich selbst zu kümmern, die eigenen Gedanken und Gefühle zu ordnen, bleibt in der Familie kaum.“

Kinder spüren jedoch sehr deutlich, dass sich etwas ganz Grundlegendes geändert hat. Sie brauchen – angepasst an ihr Alter – sehr dringend den Austausch mit den Eltern und auch mit anderen Familienangehörigen in großer Offenheit. Denn nicht nur die krebskranke Mutter stürzt mit der Diagnose oft in einen Abgrund; auch ihre Kinder tun es, wenn die Krankheit ihnen alle Gewissheiten ihres Lebens nimmt. Wird jedoch über die Krankheit und über die unsichere Zukunft nicht gesprochen, dann breitet sich das Schweigen wie ein Alptraum über der ganzen Familie aus. Über Angst und Wut, Schmerz, Erschöpfung, Schwäche und Tod miteinander zu sprechen ist deshalb der beste Weg, gemeinsam trotz allem Lebensmut zu schöpfen und weiterzugehen. „Mama, musst du sterben?“ ist deshalb keine besonders schlimme Frage, sondern sie ist ein gutes Zeichen dafür, dass das Kind genug Vertrauen hat, seine schlimmsten Ängste zu formulieren – auch wenn die Frage vielleicht unbeantwortet bleiben muss.

Einige wichtige Botschaften helfen Kindern, sich zurechtzufinden: Dass es in Ordnung ist, trotzdem zu lachen, sich mit Freunden zu treffen und Hobbys zu haben. Dass es in Ordnung ist, in der Schule nicht so aufmerksam zu sein wie früher und dass es normal ist, wenn die Noten schlechter werden. Dass es normal ist, wütend zu sein, endlos traurig und verlassen. Dass es natürlich nicht die Schuld der Kinder ist, dass ihre Mutter krank ist und dass Krebs nicht ansteckend ist. Für Kinder ist es oft auch eine große Erleichterung, wenn sie erfahren, wie sie helfen können, weil sie damit eine Möglichkeit bekommen, sich aktiv zu beteiligen statt nur Nebenrollen eines sehr schlimmen Dramas zu sein.

„Manchmal entwickeln sich in einer Familie aus dem angstvollen Schweigen erhebliche Spannungen, die es der Frau umso schwerer machen, sich um ihre Genesung zu kümmern“, so der Frauenarzt. „Wir hören dann von unseren Patientinnen, dass die Kinder sich beispielsweise völlig verschließen, dass sie extrem aggressiv werden oder auch dass sie wieder nachts ins Bett nässen, obwohl sie längst über diese Phase hinaus sind. Wir sehen dann immer wieder, dass es in der Familie nicht gelungen ist, die lebensbedrohlichen Ängste der Kinder wirklich offen und ehrlich wahrzunehmen. In manchen Fällen ist das einfach zu viel für die kranken Frauen, nicht nur für sich selbst zu kämpfen, sondern auch noch Achtsamkeit für ihre Kinder aufzubringen.“

Sehr hilfreich sind hier spezielle Angebote für krebskranke Frauen mit Kindern, zum Beispiel Reha-Maßnahmen oder Mutter-Kind-Kuren, die speziell auf diese Situation ausgerichtet sind. Auch Gespräche mit einer/m erfahrenen Familientherapeutin/en, einer Kinderpsychologin oder einem Kinderpsychologen, der sich mit dem Thema Krebskrankheit auskennt, können Familien unterstützen.

„Wenn eine krebskranke Frau spürt, dass sie wieder Zugang zu ihren Kindern bekommt und dass der ehrliche Zusammenhalt in der Familie wächst“, so Albring, „dann hilft ihr das, sich um sich selbst zu kümmern. Das ist ein wichtiger Baustein auf dem Weg zur Genesung.“

Zahlen und Fakten

Mehr als 8.000 Frauen zwischen 20 und 39 Jahren erkranken pro Jahr in Deutschland an Krebs. Jede vierte bösartige Erkrankung bei einer Frau in diesem Alter ist ein Bruskrebs, jede zehnte Gebärmutterhalskrebs, fast ebenso viele Hautkrebs und Schilddrüsen-Krebs.

Mehr als 21.000 Frauen zwischen 40 und 49 Jahren erkranken pro Jahr in Deutschland an Krebs. Fast jede zweite bösartige Erkrankung bei einer Frau in diesem Alter ist ein Brustkrebs, jede siebte ein Krebs der Geschlechtsorgane: Gebärmutterhals, Gebärmutter, Eierstöcke etc.

Quelle: Robert-Koch-Institut, Krebsdatenbank www.krebsdaten.de, Auswertung 2010. Stand 13.12.2013

Links:

http://www.verbund-kinder-krebskranker-eltern.de
http://www.kinder-krebskranker-eltern.de
http://www.hilfe-fuer-kinder-krebskranker-eltern.de/
http://www.krebshilfe.de > Leben mit Krebs > Kinder krebskranker Eltern
http://www.rvfs.de – Rexrodt-von Fircks-Stiftung, Mutter-Kind-Rehamaßnahmen
http://www.krebshilfe.de > Leben mit Krebs > Eltern-Kind-Kur

 

Quelle:  Berufsverband der Frauenärzte (BVF) e.V. – Internet: http://www.bvf.de/

Bild: Pixabay – Lizenz: Public Domain CC0

mzt




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