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20.1.2014   |   Kindersicherheit - Schwangerschaft & Baby

Tipps zur Sicherheit: Wo schon Babys ein Unfall droht


Die Stiftung Kindergesundheit gibt Tipps zur Sicherheit im häuslichen Umfeld häuslichen Umfeld

Früher war das Leben von Kindern durch schwere Infektionskrankheiten wie Diphtherie, Scharlach oder Kinderlähmung am meisten gefährdet. Optimale Ernährung, gute medizinische Versorgung und wirksame Impfungen haben diese Risiken erfolgreich verdrängt. Die größte Gefahr für Kinder heißt heute: Unfall.

Wo schon Babys ein Unfall droht

Und was sich viele junge Eltern oft gar nicht vorstellen können: Dieses Risiko droht schon Babys! Bereits in einem Alter also, in dem sich das Kind fast ständig unter der Aufsicht der Mutter oder anderer Erwachsener befindet, kann es zu einem Unfall kommen. Darauf wies jetzt die Stiftung Kindergesundheit mit großem Nachdruck hin.

Auf den ersten Blick scheint das Leben eines Babys eine ziemlich monotone Angelegenheit zu sein: Es besteht eigentlich nur aus Essen und Schlafen, manchmal unterbrochen vom Wickeln und Baden. Wie kann es da überhaupt zu einer gefährlichen Situation kommen, fragt sich vielleicht mancher. Doch selbst dabei sind gefährliche Situationen nicht auszuschließen, warnt die Stiftung Kindergesundheit.

Die Zahl der Unfälle in den eigenen vier Wänden ist in den ersten Lebensjahren zehnmal so hoch wie im Straßenverkehr!

Gefahren im Babybett

Immer wieder kommt es vor, dass Babys unter schweren Decken oder Kopfkissen ersticken, weil sie sich noch nicht befreien können, wenn sie einmal darunter gerutscht sind. Knapp ein Drittel aller tödlichen Erstickungsunfälle passiert in den ersten zwölf Monaten.

Lose Schnüre, Bändern oder Schlaufen in oder am Bett des Kindes bergen die Gefahr, dass sich das Baby in ihnen verwickelt und sich im schlimmsten Falle damit stranguliert. Auch von den modischen Bernsteinkettchen, die angeblich das Zahnen erleichtern, sollte man lieber die Finger lassen.

Wichtig ist auch die richtige Schlafposition und zwar konsequent in der Rückenlage. Dieser Empfehlung ist zu verdanken, dass die Häufigkeit der unerklärlichen Todesfälle im Säuglingsalter, Plötzlicher Kindstod, Krippentod oder SIDS genannt, in den letzten zwanzig Jahren enorm zurückgegangen ist: Von 1.283 Fällen im Jahr 1990 sank die Zahl über 482 Fälle im Jahr 2000 bis auf 147 Babys im Jahr 2011. „Die meisten Säuglinge, die unerwartet und ohne Grund im Schlaf sterben, werden auf dem Bauch liegend aufgefunden, mit dem Gesicht nach unten oder zur Seite“, sagt der Münchner Kinder- und Jugendarzt Professor Dr. Berthold Koletzko, Vorsitzender der Stiftung Kindergesundheit. Babys, die auf dem Rücken liegen, bewegen sich mehr während des Schlafs und geben über Kopf und Arme auch mehr überschüssige Wärme ab. Ist das Baby wach, darf es gern auf dem Bauch liegen. Als Schlafposition jedoch sollte die Bauchlage unbedingt so lange wie irgend möglich vermieden werden, empfiehlt die Stiftung Kindergesund-heit. Babys schlafen am sichersten in einem Schlafsack ohne zusätzliche Bettdecke. Im Gegensatz zu Bettdecken lassen sich Babyschlafsäcke nicht wegstrampeln oder über den Kopf ziehen.

Ein weiteres Unfallrisiko sind undichte oder auslaufende Wärmeflaschen oder zu heiße Heizkissen. Professor Berthold Koletzko: „Die Haut von Babys kann unter Umständen schon durch Oberflächentemperaturen unter 40 Grad Celsius erheblich geschädigt werden, einer Temperatur also, die uns Erwachsene höchstens ‚gut warm’ erscheint“.

Gefahren auf dem Wickeltisch

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Viele junge Eltern können sich nicht vorstellen, dass ihr Baby auf dem Wickeltisch plötzlich zu robben anfängt, so dass es hinunterstürzen kann, während sie schnell eine neue Windel aus dem Schrank holen. Babys können aber auch vom Sofa oder aus dem Kinderwagen stürzen und sich dabei ernsthafte Verletzungen, zum Beispiel einen Schädelbruch, zuziehen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sind 2011 zwei männliche und drei weibliche Säuglinge als Folge eines Sturzes gestorben.

Die Stiftung Kindergesundheit empfiehlt mit Nachdruck: Ein Baby sollte man nie unbeaufsichtigt auf dem Wickeltisch liegen lassen. Bei einer Unterbrechung des Wickelns durch einen Telefonanruf etwa, oder weil es an der Tür geläutet hat, sollte man das Kind wieder ins Bett legen oder mitnehmen. Nach einem schweren Sturz muss das Kind unbedingt zum Arzt.

Ein weiteres Risiko auf dem Wickeltisch ist die Puderdose: An eingeatmetem Babypuder können Babys und Kleinkinder ersticken. Selbst gut verschlossene Puderdosen sind deshalb als Spielzeug beim Wickeln auf keinen Fall geeignet.

Gefahren beim Waschen und Baden

Vorsicht vor Gefäßen mit heißen Flüssigkeiten! Wenn jemand sie versehentlich umstößt oder, wenn man das Baby auf dem Arm hat, es plötzlich zappelt und in Eimer, Topf oder Wanne hineinrutscht, kann es zu lebensgefährlichen Verbrühungen kommen. Größere Babys verstellen manchmal die Mischbatterie und verbrühen sich mit dem heißen Wasser. Wichtig zu wissen: Nach Verbrennungs- und Verbrühungsunfällen sollte man sofort kaltes Leitungswasser mindestens 15 Minuten lang über die betroffenen Hautstellen laufen lassen.

Gefahren beim Laufen lernen

Hände weg von Lauflernhilfen

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Sobald das Baby seine ersten Gehversuche unternimmt, wächst die Gefahr von Stürzen. Es gibt schmerzhafte Kopfverletzungen durch Stürze gegen Heizkörper, Türen oder Mauern. Es empfiehlt sich deshalb dringend, die Heizkörper in Zimmern, in denen sich Kinder aufhalten, zu verkleiden. In Kinderhaushalten sollte man wenn möglich auf Glastüren verzichten oder diese absichern. Gefährliche Treppenstürze lassen sich mit Hilfe von verstellbaren Holz- oder Kunststoffgittern vermeiden.

Besonders gefährlich sind so genannte Lauflerngeräte auf Rädern, die unter dem Namen „Babygeher“, „Gehfrei“, „Babywalker“, „Lauflernschule“ oder „Lauflernhilfe“ angeboten werden.

Allein in Deutschland ereignen sich rund 6.000 Unfälle mit derartigen Apparaturen. „In Skandinavien und in Kanada sind die Lauflernhilfen längst vom Gesetzgeber verboten, hierzulande bekommen die Geräte das offizielle GS- bzw. DIN-Prüfsiegel. Das ist ein Skandal. Wir fordern ein konsequentes Verbot dieser rollenden Katastrophen“. sagt Dr. Wolfram Hartmann, Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte Deutschlands BVKJ.

Gefahren beim Essen

Sie sind praktisch, können aber eine Quelle von Unfällen sein: Mikrowellenherde.
Die Temperatur des durch die Mikrowelle erwärmten Fläschchens kann gefährlich täuschen: Während sich die Flasche noch lauwarm anfühlt, kann die Milch im Inneren bereits eine Temperatur von 62 Grad erreicht haben. Die mögliche Folge ist eine schwere Verbrennungswunde am Gaumen. Die unter der Mikrowelle erwärmten Fläschchen sollten deshalb gut durchgemischt und auf ihre Temperatur geprüft werden, bevor das Baby sie bekommt.

Ebenfalls wichtig: Schnuller dürfen nicht mit einer Schnur am Hals befestigt werden.

Auch von unachtsam herumliegenden Plastiktüten droht Gefahr. Eine häufige Erstickungsursache sind außerdem kleine Gegenstände, wie Erdnüsse, Bonbons, harte Kekse, Münzen, Knöpfe oder auch Plastikteile, die sich vom Spielzeug gelöst haben. Beim Husten, Lachen oder Weinen können solche kleinen harten Teile in die Atemwege gelangen und zur akuten Erstickungsgefahr führen. In einem solchen Fall ist beherztes Eingreifen nötig: Das Baby wird an den Beinen hochgehoben, so dass der Kopf nach unten hängt. Man schlägt dabei mit einer Hand auf den Rücken des Kindes. Oder: Man legt das Baby mit dem Gesicht nach unten über die Knie oder den Unterarm und klopft ihm dabei auf den Rücken.

Diese Beispiele zeigen: Viele Unfälle entwickeln sich aus zunächst harmlos erscheinenden Alltagssituationen, und manche sind trotz aller Vorsicht nicht zu vermeiden.

Die Mehrzahl ereignet sich jedoch keineswegs aus heiterem Himmel. Professor Koletzko: „Eltern müssen für das Kind voraus denken, damit es gar nicht in eine gefährliche Situation gerät. Zwar wird keine Mutter, kein Vater ein Kind vor allen Gefahren bewahren können. Doch wenn die Eltern die häufigsten Unfallursachen kennen und die wichtigsten Verhaltensregeln beherrschen, wird die Chance größer, den Kindern schwere und oft lebenslange Unfallfolgen zu ersparen“.

Quelle: Stiftung Kindergesundheit
Internet: www.kindergesundheit.de

Bild: Pixabay – Lizenz: Public Domain CC0

mzt




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