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13.12.2013   |   Schwangerschaft & Baby

Listeriose und Toxoplasmose: Was Schwangere lieber nicht essen sollten – und warum


Stiftung Kindergesundheit gibt wichtige Empfehlungen zur Vorbeugung gegen Listeriose und Toxoplasmose

Der Speiseplan einer Frau, die ein Kind erwartet sollte ausgewogen und abwechslungsreich sein. Eine „Spezialdiät“ ist dazu unnötig: Der Bedarf an gesunden Nährstoffen kann fast immer über die normalen, überall erhältlichen Lebensmittel gedeckt werden.

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Die Schwangere darf auch ihren Gelüsten nachgeben, solange sie sich um die sprichwörtlichen sauren Gurken oder Erdbeeren drehen und nicht um süße Bomben. Ist also sonst alles gestattet? Leider nein: Es gibt bestimmte Nahrungsmittel, auf die „frau“ in dieser Zeit unbedingt verzichten sollte, sagt die Stiftung Kindergesundheit in einer aktuellen Stellungnahme. So sind zum Beispiel „englisch“ gebratene Steaks, Hackepeter, Mett oder Teewurst jetzt „absolute no go“s. Was steckt dahinter?

„Es geht zunächst einmal um die Listerien“ berichtet Hildegard Debertin, Dipl. Oecotrophologin und Generalsekretärin der Stiftung Kindergesundheit, „Diese stäbchenförmigen Bakterien sind weltweit verbreitet und kommen bei Mensch und Tier, aber auch im Erdboden vor. Eine Infektion mit Listerien verläuft bei gesunden Menschen in der Regel harmlos, oft sogar völlig unbemerkt.

Es gibt aber Ausnahmen:
Bei Menschen mit einer geschwächten Immunabwehr – zum Beispiel bei schweren Krankheiten oder durch immunschwächende Medikamente –, in höherem Alter sowie bei Schwangeren und Neugeborenen kann ihr wichtigster Vertreter namens „Listeria monocytogenes“ zu schweren Krankheiten führen“.

Selten, aber hoch gefährlich

Zwar sind Infektionen durch Listerien in der Schwangerschaft nach wie vor äußerst selten, betont Hildegard Debertin: „Sie können jedoch das Ungeborene ernsthaft gefährden. Deshalb sollten Schwangere wissen, was bei der Krankheit passiert, wie hoch die Risiken sind und wie man eine Ansteckung vermeiden kann“.

Wenn eine werdende Mutter mit Listerien angesteckt wird, hat sie meist nur grippeähnliche Symptome: Es kommt zu Fieber, Schüttelfrost oder zu leichten Magen-Darm-Störungen. Für das ungeborene Baby allerdings können die sonst so harmlosen Krankheitserreger schwerwiegende Folgen haben: Es können Knötchen („Granulome“) in Leber, Milz, Nebennieren, Lunge oder Magen entstehen sowie Kreislauf- und Atemstörungen auftreten.

Listerien können aber auch das Gehirn befallen und zu Krämpfen, Hirnhautentzündungen, Früh- und Fehlgeburten führen. Manche der überlebenden Babys tragen eine bleibende geistige Behinderung davon.

Im letzten Jahr wurden dem Robert-Koch-Institut Berlin 427 Listeriose-Fälle übermittelt, darunter 27 Fälle von Schwangerschafts-Listeriose und 25 Fälle von Neugeborenen-Listeriose. Bei sieben der an Listeriose erkrankten Mütter endete die Schwangerschaft mit einer Frühgeburt, bei zwei mit einer Totgeburt und in einem Fall mit einer Fehlgeburt. Bei 16 der 23 lebend geborenen Babys mit Listeriose gab es schwere gesundheitliche Probleme, zwei Frühchen starben nach wenigen Tagen.

Die Listeriose gehört zu den meldepflichtigen Infektionskrankheiten mit der höchsten Sterblichkeit!

Gebote für Küche, Kneipe und Kantine

Bei einer frühzeitigen Entdeckung der Listeriose ist eine antibiotische Behandlung des gefährlichen Leidens möglich. Genauso wichtig ist aber auch die Vorbeugung, betont Hildegard Debertin. Die Ansteckung erfolgt in der Regel durch Lebensmittel, so dass die Empfehlung gilt: in dieser Zeit zu Hause, in Restaurants und in der Kantine auf folgende Lebensmittel lieber zu verzichten:

  • Milchprodukte, die aus Rohmilch hergestellt wurden; weiche Käsesorten aus pasteurisierter Milch oder mit Oberflächenschmiere z. B. Limburger, Munster, Harzer, Mainzer oder Olmützer Quargel); eingelegter Käse oder Frischkäse aus offenen Gefäßen wie Feta, Schafskäse, Kräuterquark oder Mozzarella.
  • Unverarbeitete Fische oder Schalentiere (z. B. Sushi, Austern); vorgegarte Garnelen und Krebstiere; geräucherte oder gebeizte Fische (z. B. Räucherlachs, geräucherte Forelle, Graved Lachs).
  • Rohe Sprossen; ungewaschenes Obst, Gemüse und ungewaschene frische Kräuter und Salate; klein geschnittene, verpackte Mischsalate und Krautsalat; Feinkostsalate und Antipasti aus offenen Gefäßen.
  • Nicht richtig durchgebratenes Fleisch; frisches Mett, Tatar und ähnliche Produkte aus Hackfleisch sowie rohe Fleischzuschnitte wie Carpaccio; Rohwürste, insbesondere streichfähige, schnell gereifte Sorten (z. B. frische Mettwurst).

Die letzte Empfehlung ist auch aus einem anderen Grund besonders wichtig: „Rohes oder nicht durchgegartes Fleisch ist eine der wichtigsten Quellen für eine Ansteckung mit den Erregern der Toxoplasmose“, berichtet Hildegard Debertin. Diese, sehr seltene Krankheit verläuft für die Mutter ebenfalls meist völlig unbemerkt. Auch sie kann jedoch dem Baby schaden: Die Risiken reichen von Krampfanfällen und Entwicklungsverzögerungen in leichteren Fällen bis zu starken geistigen Behinderungen, Sehstörungen, sogar Erblindung. Im letzten Jahr sind dem Robert-Koch-Institut Berlin 20 Fälle von Babys gemeldet worden, die im Mutterleib mit Toxoplasmen angesteckt worden waren.

Gefahr aus dem Katzenklo

Über die Krankheit sollte man wissen: Die Erreger der Toxoplasmose sind Parasiten, die sich im Darm von Katzen entwickeln. In Deutschland dürften bis zu 70 Prozent aller Hauskatzen mit Toxoplasmen infiziert sein. Die infektiösen Formen der Erreger werden nach der Ausscheidung mit dem Kot durch die Luft gewirbelt und eingeatmet. Dadurch kommt es zur Infektion von Haustieren: Zwischen 30 und 80 Prozent der Schweine, rund 30 Prozent der Schafe und ein Prozent der Rinder sind mit Toxoplasmen infiziert.

Kochen, Braten oder Pasteurisieren tötet die Toxoplasmen ab. Wichtig ist dabei eine gleichmäßige Temperatur im ganzen Fleischstück. Das kurze Erhitzen in der Mikrowelle reicht nicht aus. Das Tiefgefrieren der Lebensmittel hat zwar einen abtötenden Effekt, der möglicherweise jedoch nicht ausreicht, da es unter den Erregern auch gefrierresistente Stämme gibt. Daher lautet die Empfehlung: Fleisch sollte für mindestens acht Stunden bei minus 20 Grad Celsius durchgefroren sein, um eine Abtötung der Toxoplasmen zu erreichen.

Da die Erreger mit dem Wind weiter getragen werden, können sie sich auch auf Obst und Gemüse befinden. Deshalb sollte man in der Schwangerschaft Gemüse und Salat besonders sorgfältig waschen.

Außerdem rät die Stiftung Kindergesundheit zur besonderen Vorsicht beim Umgang mit Katzen, vor allem mit dem Katzenklo. Seine Reinigung sollten Schwangere anderen überlassen, die dabei Gummihandschuhe tragen und sehr heißes Wasser verwenden sollten. Schwangere sollten sich auch keine jungen Katzen anschaffen und sich bei der Gartenarbeit in katzenreichen Gegenden wegen möglichem Katzenkot in der Gartenerde besonders vorsehen.

Informationen rund um die Schwangerschaft finden Sie auch unter:
www.schwangerundkind.de

Quelle: Stiftung Kindergesundheit
Internet: www.kindergesundheit.de

Bild: Pixabay – Lizenz: Public Domain CC0

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