Glücklich und zufrieden durch die Weihnachtszeit!

(dgk) Nun geht sie wieder los, die hektische Vorweihnachtszeit, der sogenannte „Advent“. Ich weiß ja, dass es um den Kommerz geht, jedes Jahr aufs Neue. In diesem Jahr fühlte ich mich aber persönlich beleidigt durch die Dekorationsartikel, die so frühzeitig zu kaufen waren.

Glücklich und zufrieden durch die Weihnachtszeit!

Erst war ich mürrisch, dann packte ich den Stier bei den Hörnern: Kaufte einige wenige Weihnachtsgeschenke, verpackte sie liebevoll und verstaute sie hinter dem Schrank. Anfang November verabredete ich mich mit einer Freundin zum Plätzchen­backen, in den Frauenzeitschriften wimmelte es ja schon seit Wochen von Weihnachts­rezepten. Ach und zwei schöne bunte Schuhkartons mit Geschenken für Kinder in Osteuropa habe ich auch noch gepackt. Man also kann sagen, dass meine Weihnachtsvorbereitungen Anfang November nahezu abgeschlossen waren.

Den hektischen Vorweihnachtsrummel lasse ich in diesem Jahr nicht an mich ran. Ich sage mir einfach, dass ich ja fertig bin mit den Vorbereitungen und suche mir nur die schönen Sachen raus. Ich werde zum Adventsliedersingen gehen und für die Kinder der Nachbarn der Nikolaus sein.

Vielleicht sollte ich die Zeit aber auch nutzen, um glücklich und zufrieden zu sein. In der Zeitung las ich, dass rund 700.000 Menschen in Deutschland in Einsamkeit leben. Besonders ältere Menschen sind davon betroffen und laut Altersforscher Oliver Huxhold vom Deutschen Zentrum für Altersfragen macht Einsamkeit krank. Die Auswirkungen der Einsamkeit sind mit denen von Fettleibigkeit, Rauchen und Bluthochdruck vergleichbar. Bei 700.000 Einsamen hierzulande müsste ich doch auch jemanden kennen, der davon betroffen ist. In der Adventszeit werde ich danach Ausschau halten, wo in meinem Umfeld sich Einsamkeit eingeschlichen hat. Vielleicht ist es die Nachbarin, der ich morgens beim Zeitungholen begegne, oder die alte Patentante, die nur einmal im Jahr etwas von mir hört und auch sonst sehr zurückgezogen lebt?

Einsamkeit ist ja nicht immer gleich erkennbar. Im Advent will ich der Einsamkeit auf die Spur kommen. Advent stammt aus dem Lateinischen und heißt eigentlich „Ankunft“: Christen erwarten die Ankunft des Herrn. Wie wäre es, wenn wir die Zeit nutzen würden und uns im Alltag umschauen, wo wir helfen können? Die Hilfe kann ja ganz klein beginnen, zum Beispiel mit einem Plausch im Treppenhaus oder einem Anruf bei entfernten Verwandten.

Übrigens macht das nicht nur denen eine Freude, die Hilfe und Aufmerksamkeit empfangen, sondern auch denjenigen, die sie schenken. Die Psychologinnen Tristen Inagaki und Naomi Eisenberger von der University of California in Los Angeles fanden heraus, dass unterstützendes soziales Verhalten auch die Person glücklich und zufrieden macht, von der es ausgeht. Und möglicherweise, so die Forscherinnen, reduzieren die Helfer dabei sogar ihren eigenen Stresspegel.

Es kann also nichts mehr schief gehen mit dem Experiment Advent!

Quellen:
– Inagaki, T. K, Eisenberger, N.I.: Neural correlates of giving support to a loved one;
Psychosom Med. 2012 Jan;74(1):3-7. doi: 10.1097/PSY.0b013e3182359335
– Einsamkeit ist schädlich für die Gesundheit; Die Welt online vom 3.11.2013

Quelle: DGK
Weitere Informationen finden Sie unter www.dgk.de

Bild: Pixabay – Lizenz: Public Domain

mzt

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