CleanKids-Magazin
Echtkind - Ausgesucht schönes Spielzeug ohne Schadstoffe

05.11.2013   |   Verbraucher

Verbraucherschutz: Lederschuhe mit Schadstoffen müssen vom Markt

Ein Dauerbrenner für die Überwachungsbehörden: In Schuhen, Handschuhen, Jacken oder Armbändern aus Leder wird seit Jahren immer wieder das gesundheitsschädliche Chrom(VI) nachgewiesen. Darauf weist der rheinland-pfälzische Verbraucherschutzminister Jochen Hartloff hin. Der Stoff gilt als krebserregend und allergieauslösend.

schuh

Besorgniserregend ist für Hartloff die Tatsache, dass unter den vom Landesuntersuchungsamt (LUA) beanstandeten Produkten auch Kinderschuhe bzw. Lauflernschuhe für Kleinkinder sind. „Wir müssen besonders Kinder vor Schadstoffen schützen. Derartige Belastungen sind nicht akzeptabel“, stellte der Minister klar.

Informationen
Alle Meldungen zu Schuhen auf CleanKids
Beanstandete Krabbelschuhe

Zum Schutz der Verbraucher gilt in Deutschland seit August 2010 faktisch ein Grenzwert von drei Milligramm pro Kilogramm (mg/kg) für Chrom(VI). Wird dieser Wert überschritten, muss die Ware aus dem Handel genommen werden.

Hauptgrund für die häufigen Nachweise von Chrom(VI) dürfte die Auslagerung der Leder-Gerbung in asiatische Niedriglohnländer sein. Fehler beim Gerben, die falschen Chemikalien und mangelnde Nachbehandlung des Leders begünstigen die Bildung von Chrom(VI) ebenso wie der lange Transportweg der Produkte im Schiffscontainer bei hoher Luftfeuchtigkeit und hohen Temperaturen.

Mit Chrom(VI) belastetes Leder verrät sich weder durch ein besonderes Aussehen noch durch einen besonderen Geruch. „Beanstandete Waren werden jedoch von den europäischen Überwachungsbehörden zusammen mit anderen gefährlichen Bedarfsgegenständen im Schnellwarnsystem RAPEX veröffentlicht“, erklärte Hartloff. Alleine für das Jahr 2013 listet RAPEX bislang über 50 sogenannte Notifizierungen für Bedarfsgegenstände mit Chrom(VI). Mehr als 40 dieser Notifizierungen stammen aus Deutschland, zehn davon wiederum gehen auf Beanstandungen durch das LUA zurück. Das englischsprachige RAPEX-System ist im Internet einsehbar unter http://ec.europa.eu/consumers/safety/rapex/.

Hintergrund: So wird Leder gegerbt
Leder wird aus Tierhäuten gewonnen. Dabei genügt es nicht, einem Tier die Haut abzuziehen und die Haare zu entfernen. Die Haut würde nach kurzer Zeit stinken, bei Feuchtigkeit verfaulen und schließlich steinhart und schrumpelig werden. Erst durch den Prozess der Gerbung entsteht aus der Tierhaut das Leder. Das Leder wird durch den hauptsächlich chemischen Gerbprozess dauerhaft haltbar gemacht, wird dadurch weich, schmiegsam und angenehm zu tragen.

Bei der Chrom-Gerbung, die weltweit am häufigsten eingesetzt wird, werden die Kollagenfasern (Proteinketten) in der Tierhaut durch Chrom(III)-Salze dauerhaft vernetzt und fixiert. Der Vorteil dieser kostengünstigen Methode ist, dass sie relativ schnell und kontrolliert eingesetzt werden kann. Der Nachteil: Fehler beim Gerbprozess können dazu führen, dass Chrom(III) zu giftigem Chrom(VI) oxidiert.

Es existieren zwar alternative Verfahren zur Chrom-Gerbung, zum Beispiel mit pflanzlichen Gerbstoffen. Diese sind jedoch für die Massenproduktion zu teuer.

Quelle:
Landesuntersuchungsamt Rheinland-Pfalz
Internet: www.lua.rlp.de

Bild: Pixabay – Lizenz: Public Domain

mzt




Bitte beachten Sie, dass alle Meldungen den Kenntnisstand zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergeben!

help
Getestet und Empfohlen: Swagbucks-Bonus für Eltern

– Anzeige –

Aktuelle Tests…

ot-anilin

ÖKO-TEST Anilin in Kinderprodukten: Im roten Bereich

Anilin ist ein Farbstoffbestandteil, der unter Krebsverdacht steht. Das ÖKO-TEST-Magazin wollte in der aktuellen September-Ausgabe wissen, ob Kinderprodukte wie Jeans, Schuhe, Strumpfhosen und Malkreiden damit belastet sind. Fast alle 32 untersuchten Produkte enthalten – teilweise sogar große Mengen – Anilin und in einigen Fällen auch andere aromatische Amine.


– Anzeige –
Buch- und Lesetipps

Buchtips der Redaktion

In unseren Buch- und Lesetipps stellen wir ab und an interessante Lektüre vor. Da ist für Mama, Papa und die Kinder immer was dabei. Zur Übersicht >>

Aufgepasst bei Baby-Nestchen

Gitterbettschutz und Baby-Nestchen – Erstickungsgefahr für Säuglinge und Kleinkinder

Gitterbettschutz und Baby-Nestchen
Erstickungsgefahr für Säuglinge und Kleinkinder

Neben Stofftieren, Kissen, Decken können auch Baby-Nestchen die Gefahr für einen Erstickungstod erhöhen. Todesfälle haben in den letzten Jahren stark zugenommen

Babyschuhe ??? besser nicht !

Immer wieder - Schadstoffe und Gifte in Babyschuhen

Krabbelschuhe, Lederpuschen, Lauflernschuhe
In den letzten Wochen wurden vermehrt Babyschuhe zurückgerufen oder vom Markt genommen. Grund hierfür: Schadstoffe und Gifte wie etwa Chrom VI, Schimmel, Weichmacher, PAK's - allesamt sehr problematische Stoffe, die auf keinen Fall an Babyfüße gehören. 


Kindergeld: Auszahlungstermine 2015 der Familienkasse