Mit Vorsicht zu genießen: Nahrungsergänzungsmittel weisen hohe Beanstandungsquote auf

Nahrungsergänzungsmittel nehmen seit Jahren einen unrühmlichen Spitzenplatz in den Berichten der amtlichen Lebensmittelüberwachung ein, so auch in Schleswig-Holstein. Nahrungsergänzungsmittel haben im Vergleich aller Produktgruppen mit 82 % die höchste Beanstandungsquote, darauf weist die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein hin.

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Im vergangenen Jahr lag bei Nahrungsergänzungsmitteln der Schwerpunkt der Untersuchungen im Landeslabor auf Produkte von Herstellern und Inverkehrbringern aus Schleswig-Holstein.

Gilt regionale Herkunft üblicherweise als positives, verkaufsförderndes Argument für besondere Qualität, kann man dies von Nahrungsergänzungsmitteln offenbar nicht behaupten. Im aktuellen Bericht 2012 des Landeslabors Schleswig-Holstein liegt die Beanstandungsquote für diese Produktgruppe bei 82%, in den Berichten der Vorjahre waren es 66% sowie 76%. Da wird zum Beispiel falsch deklariert oder mit Aussagen geworben, die nicht belegt sind. Im schlimmsten Falle enthalten sie verbotene, gesundheitsgefährdende Inhaltsstoffe. Auch Höchstmengenüberschreitungen hinsichtlich schädlicher Schwermetallkonzentrationen wie beispielsweise Blei kommen vor.

Die Verbraucherzentrale sieht sich durch diese Zahlen in ihrer kritischen Haltung zu Nahrungsergänzungsmitteln bestärkt und fordert die Überwachung auf, hier weiterhin am Ball zu bleiben, um gesundheitlichen und wirtschaftlichen Schaden von Verbrauchern abzuwenden.

Bei ausgewogener Ernährung werden Nahrungsergänzungsmittel – entgegen vieler anderslautender Werbeaussagen – nicht benötigt. Doch Verbraucher werden durch das enorme Angebot sowie verwirrende Werbeaussagen verunsichert. Nicht zuletzt auch, weil immer mehr Ärzte den Konsum direkt oder indirekt empfehlen. So bestätigten Lübecker Urologen im Internet die Wirkung eines Potenzmittels, obwohl diese sich aus den deklarierten Inhaltsstoffen wissenschaftlich nicht ableiten ließ. Auch teure luteinhaltige Nahrungsergänzungsmittel werden immer wieder Patienten empfohlen, obwohl positive Wirkungen auf die Augengesundheit nicht belegt sind.

In der gesamten Palette der Nahrungsergänzungsmittel muten Vitamine und Mineralstoffe von A-Z eher harmlos an, doch Experten halten die Gefahr der Überversorgung für wahrscheinlicher als die der Unterversorgung. Statt nach dem Gießkannenprinzip Pillen und Pülverchen von A-Z zu schlucken, ist das Geld besser in qualitativ hochwertige, frische Lebensmittel investiert.

Quelle: Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein e.V.
Internet: http://www.vzsh.de

Bild: Pixabay – Lizenz: Public Domain CC0

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mzt

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