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28.10.2013   |   Allgemein

Mobbing in der Schule: Hilfe holen – das hat mit Petzen nichts zu tun

(ams). Verspotten, beschimpfen, ausgrenzen, schubsen, schlagen: Von Mobbing spricht man, wenn jemand über einen längeren Zeitraum von mehreren anderen immer wieder schikaniert wird. Ziel ist es, den Betroffenen systematisch zu demütigen und „fertigzumachen“. „Solcher Psychoterror kommt auch in Schulen häufig vor“, sagt Josef Zimmermann, Leiter der katholischen Erziehungs- und Familienberatungsstelle in Köln. Der Diplom-Psychologe gibt Tipps, was Schüler, Eltern und Lehrer gegen Mobbing tun können.

mobbing

Mobbing hat viele Gesichter und beginnt oft schleichend. Da ist eine Schülerin, die wegen eines Hautausschlags längere Zeit hinweg permanent gehänselt wird. Selbst ihre Freundin lästert über sie und will nicht mehr neben ihr sitzen. In den Pausen steht sie plötzlich ganz alleine da. Da wird ein Schüler in Briefen, die in der Klasse kursieren, lächerlich gemacht. Ständig hagelt es abwertende Bemerkungen und Drohungen, ihn zu verprügeln. Da lauern Viertklässler einem Mitschüler auf dem Schulweg auf und erpressen von ihm Geld oder Klamotten. „Mobbing gedeiht vor allem in einem Klima der Rücksichtslosigkeit und Rauheit und kann prinzipiell jeden treffen“, sagt Diplom-Psychologe Zimmermann.

Das Miteinander leidet

Mobbing schadet den Betroffenen, aber auch der Klassengemeinschaft. Bestimmte Verhaltensweisen werden selbstverständlich, das Miteinander in der Klasse leidet. „Betroffene Kinder schämen sich meist für das, was passiert und fühlen sich als Versager“, sagt Zimmermann. Ihr Selbstvertrauen geht verloren, sie ziehen sich zurück und sind zunehmend isoliert. Viele leiden unter psychosomatischen Problemen wie Schlafstörungen und Bauchschmerzen. Sie können sich schlechter konzentrieren, ihre Leistungen lassen häufig nach. Sie wollen nicht mehr zur Schule gehen oder dorthin gefahren werden. „Wenn Ihr Kind verändert erscheint, etwa trauriger und verschlossener ist oder schneller wütend wird, es öfter wegen Bauch- oder Kopfschmerzen nicht zur Schule gehen mag und wenn es plötzlich schlechtere Noten hat, können das Anzeichen für Mobbing sein“, erläutert Zimmermann.

Eltern sollten das Selbstbewusstsein ihres Kindes stärken, indem sie es beispielsweise für alles loben, was es gut macht. Wenn es erzählt, dass es gehänselt wird, können sie mit ihm gemeinsam überlegen, was es dagegen tun kann. Will sich das Kind wehren oder sich Verbündete suchen, sollten sie es darin bestärken. „Greifen Sie nicht sofort ein und sprechen Sie nicht selbst mit den Mobbern oder deren Eltern, wenn sie diese nicht gut kennen“, rät der Diplom-Psychologe. Sobald das Kind sagt, dass es Angst vor der Schule hat, sollten Eltern den Klassen- oder Vertrauenslehrer informieren. Die Lehrer sind dann gefordert, dem Schüler zu helfen und für ein soziales Miteinander in der Klasse zu sorgen. „Beziehen Sie Ihr Kind in alle Schritte ein“, empfiehlt Zimmermann.

Schlechte Atmosphäre zum Thema machen

Wenn sich die Mobbing-Situation noch nicht verfestigt hat, können Lehrer beispielsweise einzelne Schüler beiseite nehmen und sie fragen, was sie ändern können. „Wirksamer ist es meist, wenn Lehrer die schlechte Atmosphäre in der Klasse zum Thema machen und mit den Schülern gemeinsam überlegen, wie sich diese verbessern lässt“, sagt Zimmermann. Die Schüler können auf diese Weise zu Experten für eine soziale Klassengemeinschaft werden. Wichtig ist es, Spielregeln festzulegen und konkrete Schritte zu vereinbaren. „Auf jeden Fall muss das Problem in der Schule und in Verantwortung der Lehrer gelöst werden“, sagt der Leiter der katholischen Erziehungs- und Familienberatungsstelle. „Es nützt nichts, wenn sich Externe einmischen.“ Lehrer könnten sich zu dieser Problematik schulen lassen.

Neutrale um Unterstützung bitten

Schülern, die ein wenig gehänselt, aber noch nicht schikaniert werden, empfiehlt der Diplom-Psychologe, sich an Neutrale in der Klasse zu wenden und sie um Unterstützung zu bitten. Außerdem sollten sie sich mit klaren Ansagen wehren. Wenn das nichts nützt, sollten sie sich Hilfe suchen und Eltern, Freunde oder Lehrer ins Vertrauen ziehen. „Das hat mit Petzen nichts zu tun“, beruhigt Zimmermann. Sinnvoll kann es auch sein, wenn die Kinder oder Jugendlichen ein sogenanntes Mobbing-Tagebuch führen und darin Beleidigungen und Übergriffe aufschreiben. Helfen können auch Hobbys, die ihnen Spaß machen und ihr Selbstbewusstsein stärken.

Mehr zum Thema:

Quelle: AOK-Medienservice (ams)
Internet: http://www.aok-bv.de

Bild: Pixabay – Lizenz: Public Domain

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mzt




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