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02.10.2013   |   Gesundheit

Stuhlspuren in der Unterwäsche: Oft verbirgt sich eine Verstopfung dahinter


Finden Eltern regelmäßig Kotspuren in der Unterwäsche ihrer Kinder, so verbirgt sich in den meisten Fällen eine Verstopfung dahinter (etwa bei 82%)

„Kotschmieren und Einkoten bei Vorschul- und Grundschulkindern ist ein nicht so seltenes Problem, das vor allem Jungen betrifft. Meist beginnt eine solche Enkopresis im Alter von vier Jahren bei Kindern, die in den ersten zwei Lebensjahren bereits unter Verstopfung litten“, erklärt Dr. Ulrich Fegeler, Kinder- und Jugendarzt sowie Bundespressesprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ).

kind1„Die Toilettengänge sind für diese Kinder i.d.R. sehr schmerzhaft, da sich große Kotmengen im Enddarm angesammelt haben. Kinder vermeiden deshalb die Stuhlentleerung, welches die Kotballung weiter verschlimmert. Die betroffenen Kinder verlieren längerfristig die Fähigkeit, die resultierende Dehnung des Analringes zu spüren, was bis zum Klaffen führen kann. Die Kinder verlieren – ohne es zu merken – ständig kleine Kotmengen, die sich jetzt als ständiges Kotschmieren darstellen.“

Der harte Stuhl bereitet Kindern Bauchschmerzen, sie bewegen sich wenig und haben kaum Appetit, bis sie irgendwann unter Schmerzen eine große Menge Stuhl entleeren können. Dann geht es ihnen kurzzeitig besser, bis alles wieder von vorne beginnt. „Betroffene sollten rasch dem Kinder- und Jugendarzt vorgestellt werden, um aus diesem Teufelskreis auszubrechen bzw. um auch andere Ursachen auszuschließen. Mit der Zeit entwickelt sich ein richtiger Leidensdruck“, warnt Dr. Fegeler.

Bei manchen Kindern mit Enkopresis kommt noch nächtliches Einnässen hinzu, da aufgrund des großen Stuhlvolumens die Blase wenig Ausdehnungsmöglichkeiten und Fassungsvermögen hat. In den Gemeinschaftseinrichtungen meiden Gleichaltrige betroffene Kinder, da der Stuhlgeruch unangenehm ist. Bleibt das Problem lange unbehandelt, ziehen sich Kinder mit Enkopresis immer mehr zurück und entwickeln psychische Probleme.

Quelle: Aliment Pharmacol Ther

Quelle:
Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V.
http://www.kinderaerzte-im-netz.de

mzt




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