Für gesunden Nachwuchs: Auf gute Stoffwechseleinstellung in der Schwangerschaft achten

Vorfreude, aber auch Sorgen begleiten werdende Mütter in den neun Monaten bis zur Geburt: Jede Schwangere hofft, dass ihr Kind gesund zur Welt kommt. Insbesondere jene mit einer chronischen Erkrankung wie Diabetes mellitus haben im Vorfeld Angst vor Komplikationen. Frauen mit Diabetes Typ 1 oder Typ 2 können jedoch gesunde Kinder bekommen.

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Im Jahr 2011 entbanden 6500 Mütter mit einem bereits vor der Schwangerschaft bekannten Diabetes. Betroffene müssen auf eine gute Stoffwechseleinstellung achten und regelmäßig ihre ärztlichen Kontrolltermine wahrnehmen. Dies gilt ebenso für bislang gesunde Schwangere, denn Gestationsdiabetes (GDM) zählt nach wie vor zu den häufigsten Schwangerschaftskomplikationen. Darauf macht diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe anlässlich des Weltkindertags am 20. September 2013 aufmerksam.

Im Jahr 2011 wurden in Deutschland rund 640000 Neugeborene erfasst. Von den Müttern hatten 6500 einen bereits vor der Schwangerschaft bekannten Diabetes. In rund 28000 Fällen wurde bei bis dahin stoffwechselgesunden Frauen ein Schwangerschaftsdiabetes festgestellt. Zwischen 2002 und 2011 Jahren haben sich die Fälle mit bekanntem Typ-1- und Typ-2-Diabetes verdoppelt und die Anzahl der Fälle von Schwangerschaftsdiabetes verdreifacht. „Schwangere Frauen mit bereits bekanntem Diabetes benötigen eine gemeinsam von spezialisierten Diabetologen, Geburtsmedizinern und Neugeborenenärzten in enger Kooperation mit Hebammen, Augenärzten und anderen Experten durchgeführte Betreuung“, empfiehlt Professor Dr. med. Thomas Danne, Vorstandsmitglied von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe und Chefarzt des Kinderkrankenhauses „Auf der Bult“ in Hannover. Insulinbehandelte Frauen sollten in Perinatalzentren der Stufen 1 und 2, alle anderen Frauen mit Diabetes mindestens in einer Geburtsklinik mit angeschlossenem Kinderkrankenhaus entbunden werden.

Gestationsdiabetes (GDM) ist definiert als eine Glukosetoleranzstörung, die erstmals während einer Schwangerschaft festgestellt wird. Er macht keine Beschwerden und wird daher häufig übersehen. Für werdende Mütter erhöht Schwangerschaftsdiabetes das Risiko, Bluthochdruck, Harnwegsinfekte oder Schwangerschaftsvergiftungen zu erleiden. Darüber hinaus haben sie häufiger Frühgeburten. Sie gebären übermäßig große Babys, die häufiger über einen Kaiserschnitt zur Welt kommen. Mitunter leiden die Babys unter einem Atemnotsyndrom, Unterzuckerungen oder Trinkschwäche. Zudem haben die Mütter ein sehr hohes Risiko, später einen manifesten Diabetes mellitus zu entwickeln: Innerhalb von zehn Jahren nach der Geburt erkranken rund 50 Prozent an Diabetes mellitus Typ 2. Seit dem 3. März 2012 ist ein Blutzucker-Suchtest in den Mutterschaftsrichtlinien verbindlich festgeschrieben. Danach haben Frauen zwischen der 24. und der 28. Schwangerschaftswoche Anspruch auf eine Blutzucker-gestützte Früherkennung eines Gestationsdiabetes. „Diese Untersuchung sollte jede Schwangere unbedingt wahrnehmen“, betont Professor Danne.

Anlässlich des Weltkindertags am 20. September 2013 startet diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe die Fotoaktion „Welcome – senden Sie uns Ihr Babyfoto“. Mütter oder Väter, die an Diabetes erkrankt sind, können Fotos ihres Nachwuchses an info@diabetesde.org einsenden.

 Innerhalb der politischen Kampagne „Diabetes STOPPEN – jetzt!“ (www.diabetes-stoppen.de ) fordert die gemeinnützige Organisation diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe, dass Menschen mit Diabetes für einen langfristig erfolgreichen Lebensalltag mit der chronischen Stoffwechselerkrankung umfassender betreut und geschult werden.

Mehr Informationen unter:

mzt

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