Gutes Essen in der Schulkantine? Fehlanzeige!

Gutes Essen in der Schulkantine? Fehlanzeige! Schülerinnen und Schüler in NRW bekommen viel zu oft von Caterern über weite Distanzen gelieferte, stundenlang warm gehaltene Mahlzeiten – diese sind dann fade, verkocht und vitaminarm. Hauptsache, es ist billig. Besonders betroffen sind hiervon Grundschulen.

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So das Fazit einer großen Umfrage zum Thema „Schulessen“, die die WDR-Wissenschaftsredaktionen Quarks & Co und WDR 5 Leonardo in Zusammenarbeit mit der WDR Medienforschung sowie dem Institut für Kinderernährung in Dortmund und der Vernetzungsstelle Schulverpflegung NRW im Frühjahr 2013 durchgeführt haben. 890 Schulleiter und knapp 7.000 Schüler hatten sich beteiligt.

Billig vor Qualität

Im Schnitt können Schulen in NRW nur 2,50 Euro für ihr Mittagsangebot verlangen. Das ist zu wenig, um gesundes, schmackhaftes Essen auf den Tisch zu bringen – laut Experten müssten es mindestens 4 Euro sein. Deshalb greifen viele Schulen auf preiswerte Caterer zurück, die mit geringerem Aufwand große Mengen an Essen herstellen können. Diese Mahlzeiten werden oft über größere Strecken geliefert und über mehrere Stunden warm gehalten. Die Folge: Vitamine gehen verloren, das Risiko zur Keimbildung steigt. Etwa die Hälfte aller vom WDR befragten Schulen werden laut WDR-Umfrage so versorgt, darunter zwei Drittel der Grundschulen. Gerade aber bei den Grundschulen müssen unter den vom WDR befragten Schülern gut drei von vier täglich über Mittag in der Schule essen, bei den weiterführenden Schulen sind es nur gut neun Prozent.

Mangelhafte Ausstattung und unzufriedene Schüler

Auch in der räumlichen Ausstattung sind die Grundschulen besonders benachteiligt. Während in allen befragten Schulen gut 80 Prozent der Schüler in schuleigenen Kantinen essen, haben nur 57 Prozent der befragten Grundschüler dieses Vergnügen: Sie essen oft in den Klassenräumen. Insgesamt zeichnet sich eine große Unzufriedenheit unter den Schülern ab. Neben leckerem Essen wünschen sich die Kinder zuerst freundliches Personal und gemütliche Räume. Erst dann folgen Kriterien wie gesundes Essen oder der Preis. Je älter die Schüler sind, desto kritischer werden sie. Über 70 Prozent der über 16-Jährigen sagen, das Essen an den Schulen schmecke nicht.

Schlechte Ernährungsgewohnheiten

Obwohl rund 87 Prozent der befragten Schüler Wert auf gesundes Essen legen, sind die Hits in der Schulkantine nach wie vor: Pi Pa Po – Pizza, Pasta und Pommes. Gleichzeitig essen 57 Prozent der Mädchen und knapp die Hälfte der Jungen an weiterführenden Schulen ihr Mittagessen nie oder ab und zu nicht auf. Dabei spielt die Sorge um ihre Figur für 20 Prozent der Schüler und 25 Prozent der Schülerinnen eine Rolle. Aus dem gleichen Grund verzichten vor allem Mädchen auf ihr Frühstück. Besonders besorgniserregend: Knapp die Hälfte der von den WDR Wissenschaftsredaktionen befragten Schülerinnen und Schüler frühstücken nie (20,4%) oder nur unregelmäßig (24,9%).

Themenschwerpunkt „Hauptsache satt – was Schulkinder essen (müssen)“ auf Initiative der WDR Wissenschaftsredaktionen

WDR Internet (wird Mo den 16.09. bis 11 Uhr frei geschaltet)
http://schulessen.wdr.de

WDR Fernsehen
Montag, 16. September, 21:00-21:45 Markt
Dienstag, 17. September 2013, 18:50, Aktuelle Stunde
Dienstag, 17. September 2013, 21:00, Quarks & Co
Donnerstag, 19. September 2013, 07.20, Planet Schule

WDR Hörfunk
WDR 5, Mittwoch, 18. September 2013, WDR 5 Thementag „Hauptsache satt – Was Schüler essen“ mit Beiträgen und Live-Schalten u.a. im Morgenecho (ab 06:05), Neugier genügt (ab 10:05) und Leonardo (ab 16:05)

Quelle:
Westdeutscher Rundfunk Köln
Internet: www.wdr.de

mzt

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