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09.9.2013   |   Computer & Internet

Unzureichender Datenschutz: Facebook für Kinder ungeeignet

Berlin, 09. September 2013. Die jetzt geänderten Nutzungsbedingungen für Werbeanzeigen von Facebook sind alarmierend. „SCHAU HIN!“ rät Eltern, die Datenschutzbestimmungen genau zu prüfen, ihre Kinder für Gefahren und mögliche Sicherheitslücken zu sensibilisieren und im Zweifel ganz auf solche Netzwerke zu verzichten.

Unzureichender Datenschutz: Facebook für Kinder ungeeignet - Bild: Quelle „SCHAU HIN!“

Unzureichender Datenschutz: Facebook für Kinder ungeeignet – Bild: Quelle „SCHAU HIN!“

Persönliche Nachrichten austauschen, Fotos hochladen und erfahren was Freunde und Bekannte gerade machen – soziale Netzwerke üben oft einen besonderen Reiz auf Jugendliche aus. Oft ist den jungen Nutzern aber nicht bewusst, dass Anbieter wie Facebook, Twitter und Co. zahllose persönliche Daten wie Geburtsdatum, Anschrift und Interessen, aber auch Bilder und Kommentare der Nutzer sammeln und für Werbezwecke nutzen.

Datenschutzregeln genau prüfen

Das beliebteste soziale Netzwerk unter Jugendlichen ist weiterhin Facebook. Erlaubt ist es für Jugendliche ab 13 Jahren, doch für Minderjährige generell nicht empfehlenswert. „Aufgrund des laxen Umgangs mit dem Daten- und Jugendschutz ist von einer Nutzung von Facebook durch Minderjährige abzuraten“, empfiehlt Kristin Langer, Mediencoach von „SCHAU HIN!“. Erlauben Eltern dennoch die Nutzung von Facebook ist es besonders wichtig, dass sie zusammen mit ihrem Kind das Profil einrichten und dabei genau auf die Sicherheits- und Privatsphäre-Einstellungen achten. Kinder sollten ihr tatsächliches Alter angeben, da in den Profilen Minderjähriger andere Einstellungen gelten. So können Nutzer unter 18 Jahren nicht von Fremden über Suchmaschinen gefunden oder kontaktiert werden und ihre Inhalte höchstens „Freunden von Freunden“ zugänglich machen. Doch bieten auch diese Funktionen keinen ausreichenden Datenschutz.

Nutzer können nur wenige Einschränkungen zur Verwendung der eigenen Daten für Werbezwecke vornehmen: In den Privatsphäre-Einstellungen können sie unter dem Punkt Werbeanzeigen aber immerhin verhindern, dass Facebook anderen eigene Interaktionen mit Werbung anzeigt, wenn sie die Option „Niemand“ auswählen. Generell ist wichtig, dass Kinder keine privaten Details preisgegeben und Daten nur „Freunden“ zugänglich machen, die sie auch persönlich kennen. Auch bei einzelnen Beiträgen können Nutzer einstellen, wer diese sehen kann. Wichtig ist, dass Eltern ihre Kinder ebenfalls dafür sensibilisieren, wen sie in ihre Kontaktliste aufnehmen, denn diese „Freunde“ haben automatisch Zugang zu Informationen, die sie online stellen. Um ungebetene Gäste zu vermeiden, sollten Nutzer eigene Veranstaltungen „nur für eingeladene Gäste“ sichtbar machen. Da sich die Einstellungen immer wieder ändern, ist es ratsam, dass Eltern und ihre Kinder diese immer wieder kontrollieren.

Kindgerechte und sichere Netzwerke wählen

„SCHAU HIN!“ empfiehlt stattdessen, dass Eltern zusammen mit ihrem Kind ein soziales Netzwerk aussuchen, das auch deren Alter, Interessen und erhöhtem Schutzbedürfnis entspricht. Kindgerechte soziale Netzwerke sind leicht zu bedienen, altersgerecht gestaltet und von Moderatoren begleitet, die notfalls in die Diskussion eingreifen können. Die Anmeldung erfordert die Erlaubnis der Eltern und verzichtet weitgehend auf die Abfrage sensibler Daten.

Webtipps für Kinder, Jugendliche und Eltern

Kindgerechte und sichere soziale Netzwerke sind beispielsweise  www.chat.seitenstark.de, www.tivitreff.de, www.kindernetz.de/netztreff, www.knipsclub.de (alle ab 8 Jahren) oder www.mein-kika.de (ab 10 Jahren). Auf der Website bietet SCHAU HIN! weitere Informationen, „10 Goldene Regeln“ sowie einen Netzwerk-Atlas. Zusätzliche Tipps erhalten Eltern auf dem Portal „Klicksafe“, das Hilfe zum Schutz der Privatsphäre sowie einen Leitfaden für Nutzer unter 18 Jahren bietet. Empfehlenswert ist zudem der Ratgeber „Facebook und andere Netzwerke“ von Kinderbuchautor Thomas Feibel. Welchen Stellenwert Facebook & Co. im Leben Jugendlicher einnehmen, zeigt die Studie „Teilen, vernetzen, liken. Jugend zwischen Eigensinn und Anpassung im Social Web“ des JFF – Instituts für Medienpädagogik, die im Auftrag der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) erstellt wurde.

Quelle
„SCHAU HIN!“
http://schau-hin.info

mzt




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