Botulismus-Gefahr: Kein Honig oder Ahornsirup für Kinder unter einem Jahr

honig

Lebensmittelvergiftungen mit Clostridium botulinum, die den so genannten Botulismus auslösen, sind in Deutschland zwar sehr selten, aber aufgrund der hohen Sterblichkeit gefährlich.

Denn die Erreger können schwere Lähmungen der Muskulatur verursachen und schließlich zur Atemlähmung führen. Eine Sonderform ist der Säuglingsbotulismus, da die Sporen bei den ganz Kleinen noch den Darm besiedeln und dort auskeimen können. Infizierte Säuglinge zeigen Muskelschwäche, sie können den Kopf kaum halten und haben Schwierigkeiten beim Atmen, was sich durch Röcheln oder Schnarchgeräusche äußern kann. Die Reflexe sind schwach, sodass das Kind schlecht saugen und schlucken kann, der Speichel vermehrt aus dem Mund rinnt sowie die Pupillen verzögert auf Licht reagieren. Betroffene Kinder müssen rasch intensiv-medizinisch behandelt werden.

Temperaturen von 100°C können das Bakterium schnell unschädlich machen. Wenn Clostridien Temperaturen um die 80°C ausgesetzt sind, dann sterben sie erst nach sechs Minuten ab. Für Kinder und Erwachsene sind nur Lebensmittel kritisch, in denen sich die Bakterien aufgrund schlechter hygienischer Bedingungen vermehren und Sporen bilden können, bevor sie verzehrt werden. Konserven, die Verformungen, insbesondere Ausbeulungen, zeigen, sollten in den Müll. Denn Beulen in einer Dose könnten durch Gase des Botulismus-Erregers entstanden sein. Besondere Vorsicht gilt auch bei Selbsteingekochtem. Dieses sollte grundsätzlich zweimal erhitzt werden, um eventuell ausgekeimte Sporen zu zerstören. Da die Bakterien ohne Luft auskommen, können sie auch in vakuumverpackten Lebensmitteln wie Räucherfisch überleben. Damit sich dort keine Sporen bilden, muss die vorgeschriebene Kühlung unbedingt eingehalten werden.

Laut dem Robert Koch-Institut erkrankten in Deutschland 2010 vier Menschen, 2011 neun, 2012 keiner und 2013 bis Ende Mai 4 Menschen an Botulismus. Seit 2001 wurden 106 Fälle von Botulismus gemeldet, darunter sechs Säuglinge.

Quellen: SurvStat@RKI , pädiatrie hautnah

Quelle:
BERUFSVERBAND DER KINDER- UND JUGENDÄRZTE e. V.
www.kinderaerzte-im-netz.de

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1 Antwort

  1. jerry sagt:

    Zum Artikel „Botulismus-Gefahr: Kein Honig oder Ahornsirup für Kinder unter einem Jahr“ auf http://www.cleankids.de/2013/06/21/botulismus-gefahr-kein-honig-oder-ahornsirup-fuer-kinder-unter-einem-jahr/37946
    Der Artikel gibt keine keinen Zahlen, wie oft Clostridium botulinum in Honig oder Ahornsirup enthalten ist, und wie viele von den wenigen berichten Fällen auf Honig oder Ahornsirup zurückzuführen sind.
    Reine Angstmacherei

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