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16.6.2013   |   TV-Tipps - Verbraucher

Vor allem für Kinder eine Gefahr: Obst und Gemüse mit Perchlorat kontaminiert

Obst und Gemüse vom Discounter, Supermarkt und Wochenmarkt können mit der Chemikalie Perchlorat kontaminiert. Das haben Untersuchungen im Auftrag des Verbraucher- und Wirtschaftsmagazins „Markt“ im NDR Fernsehen ergeben.

Vor allem für Kinder eine Gefahr: Obst und Gemüse mit Perchlorat kontaminiert

Perchlorat ist ein Bestandteil von Raketentreibstoff und Feuerwerkskörpern. Außerdem wird die Chemikalie in Medikamenten eingesetzt, gegen Schilddrüsenüberfunktion. Wissenschaftler sind besorgt. Behörden suchen nach einer Erklärung.

Im Fokus stehen unter anderem Wassermelonen, Zucchini und Blattsalate. 17 Proben aus verschiedenen Herkunftsländern hat „Markt“ in einem Labor untersuchen lassen. Eingekauft in Discountern, Supermärkten und auf dem Wochenmarkt. In fast jeder Probe hat das Labor Perchlorat gefunden.

In drei Proben waren weit mehr als die vom Bundesinstitut für Risikobewertung empfohlene Höchstmenge enthalten:

  • Zucchini aus Spanien von Lidl
  • Wassermelone aus Spanien von Edeka
  • Kopfsalat aus Belgien von Edeka.

Obst und Gemüse mit Perchlorat kontaminiert

„Ein Wirkstoff, der in einem Arzneimittel vorhanden ist und da eine Wirkung entfalten soll, ist in einem Lebensmittel völlig unkalkulierbar. Perchlorat hat in Lebensmitteln überhaupt nichts zu suchen. Vor allem für Kinder könnte das gesundheitliche Folgen haben“, warnt Dr. Günter Lach, Chemiker und Lebensmittelanalytiker. Das Problem: Perchlorat lässt sich von Obst und Gemüse weder abwaschen, noch verflüchtigt es sich beim Kochen.

„Markt“ liegen darüber hinaus Unterlagen vor, die belegen, dass die Erzeuger das neue Problem kennen. Sie haben selbst Untersuchungen gemacht und Daten zu Perchlorat gesammelt. Eine Liste zeigt: Fast jede Sorte Obst und Gemüse kann belastet sein.

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Edeka schreibt „Markt“: „Die von Ihnen aufgezeigten Befunde nehmen wir sehr ernst. Wir haben Kontakt mit den jeweiligen Produzentenvereinigungen aufgenommen und sie aufgefordert, die Kontrollen noch weiter zu intensivieren.“ Der Discounter Lidl teilt „Markt“ mit, man habe „Lieferanten sensibilisiert und über die Gefahr eines unbewussten Eintrags von Perchlorat in Obst und Gemüse informiert“.

Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) gibt „Markt“ gegenüber zu: „Das Auftreten von Perchlorat in Lebensmitteln ist ein neues Problem. Die zuständigen Behörden arbeiten derzeit intensiv an der Klärung der Ursachen und an entsprechenden Maßnahmen. Da sich die Funde von Perchlorat in Lebensmitteln nicht auf bestimmte Regionen begrenzen lassen, hat Deutschland die EU-Kommission informiert, verbunden mit der Bitte um eine Bewertung durch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA.“ Als mögliche Quelle für die Kontamination vermutet das Ministerium Düngemittel. 

ckbfb„Hier muss eine ganz klare Regelung her, dass solche Stoffe wie Perchlorat nicht mehr in den Produkten enthalten sein dürfen. Es sind alle die in der Verantwortung, die die Lebensmittel an den Verbraucher abgeben. Der Lebensmitteleinzelhandel muss entsprechenden Druck entwickeln – auf Erzeuger und Lieferanten von solchen Düngemitteln“, fordert Dr. Günter Lach.

Bio-Lebensmittel sind von dem Problem weniger betroffen als konventionelles Obst und Gemüse. 

Quelle: NDR Markt

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