Equal Pay Day 2013: Frauen verdienen immer noch ein Viertel weniger als Männer – das muss sich ändern

Berlin. Vier Tage vor dem Equal Pay Day meldeten die Initiatorinnen rund 700 Aktionen im gesamten Bundesgebiet. Mit Kundgebungen, Stadt-Ralleys und roten Taschen – dem Symbol der ungleichen Bezahlung – wird darauf aufmerksam gemacht, dass Frauen nach aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamts nach wie vor 22 Prozent weniger verdienen als Männer. Bei Akademikerinnen liegt die Lohnlücke laut Destatis bei 28 Prozent, in Führungspositionen bei 30 Prozent.

Equal Pay Day 2013: Frauen verdienen immer noch ein Viertel weniger als Männer – das muss sich ändern

Nach dem Ende Ihres Erwerbslebens erhalten Frauen eine rund 60 Prozent niedrigere Rente als Männer. „Nach einer Umfrage des Bundesfamilienministeriums aus dem Jahr 2011 ist das Thema ‚Gleiche Bezahlung für Frauen und Männer’ für 76 Prozent der Bevölkerung das wichtigste gleichstellungspolitische Ziel. Es wird Zeit, dass diese Forderungen endlich ernst genommen werden. Noch immer haben wir eine Lohnlücke von 22 Prozent“, fordert Henrike von Platen, Präsidentin der Business and Professional Women (BPW) Germany. Das Frauennetzwerk BPW Germany hat 2008 den Equal Pay Day in Deutschland initiiert, um auf den Missstand der ungleichen Bezahlung aufmerksam zu machen.

Die Ursachen für die Lohnlücke sind vielfältig und verstärken sich gegenseitig. Der Fokus liegt in diesem Jahr auf den Gesundheitsberufen, die als traditionelle Frauenberufe schlechter bezahlt werden als gleichwertige Ausbildungsberufe. Etwa ein Fünftel der Lohnlücke ist darauf zurückzuführen. Dabei geht es den Initiatorinnen nicht um Zahlenspiele, sondern um das Aufzeigen und die Bekämpfung der Ursachen des Entgeltunterschieds: „Der Arbeitsmarkt ist nach wie vor auf männliche Erwerbsbiografien ausgelegt und bewertet Frauen- und Männertätigkeiten und -gehälter nach alten Rollenvorstellungen“, beklagt von Platen.

Geschlechtergerechte Tarifverträge fehlen nach wie vor. So geht das Heben schwerer Lasten etwa bei Müllmännern in die Lohnfindung mit ein, in Pflegeberufen ist dies nicht der Fall.

Quellen:
Statistik des Statistischen Bundesamts vom 04.10.2012 nach Berufsgruppen, Alter und Bildung
https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2012/10/PD12_345_621.html

Zahlen bleiben gleich nach Mitteilung von Destatis vom 19.03.2013:
http://www.equalpayday.de/presse/pressemitteilungen/

10 Fakten zur Lohnlücke: http://www.equalpayday.de/presse/pressemitteilungen/

Mehr Infos zum Thema sowie die Aktionslandkarte: www.equalpayday.de

 

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1 Antwort

  1. Oliver Kaszierski sagt:

    Liebe Kids,

    dass ihr schon in so jungen Jahren mit solchen Dingen konfrontiert werdet, mag man einerseits begrüßen, weil sie schließlich eure Zukunft betreffen.
    Uncool ist allerdings, wie dies geschieht und was euch einige Frauen für Geschichten dazu auftischen.
    Und bevor ihr nun eure Sparschweine plündert, um der armen Mama eure Ersparnisse zu schenken, weil sie ja ach so arm dran ist, im Anschluss etwas zum Nachdenken und diskutieren.

    Nur ein Beispiel (weil die Frauen keine Zahlenspiele veranstalten wollen. Warum eigentlich nicht?):
    Zitat:
    „„Der Arbeitsmarkt ist nach wie vor auf männliche Erwerbsbiografien ausgelegt und bewertet Frauen- und Männertätigkeiten und -gehälter nach alten Rollenvorstellungen“, “ Zitat Ende.

    Richtig ist: Friseur/-innen und Florist/-innen sind Berufe, die gerne von Frauen gewählt werden. Es hat also kein Mann eine Frau je gezwungen einen dieser Berufe zu erlernen.
    Richtig ist auch: Frauen in solchen Berufen erhalten weniger Geld, als zum Beispiel Kfz-Mechatroniker.

    Warum ist das so?
    Weil eure Eltern mit dem Auto zur Arbeit müssen und das Auto dafür funktionieren muss. Und wie das Auto müssen auch die arbeitenden Menschen funktionieren, weshalb auch Krankenschwestern nicht weniger verdienen als überwiegend männliche Kfz-Mechatroniker. Um zur Arbeit zu kommen braucht es weder Blumen, noch eine tolle Frisur. Das leuchtet ein, oder?

    Mein Tipp, an Jungen und Mädchen: Wählt Berufe nicht ausschließlich danach was Spaß machen könnte (auch der Spaß lässt nach 1000-mailiger Wiederholung, wie striegeln von Pferden und Stall ausmisten, nach), sondern auch danach, was er euch an Geld einbringt.

    Allgemein möchte ich euch noch darauf hinweisen, dass der Einkommensunterschied zu Beginn der Arbeitsaufnahme lediglich 2% beträgt und auch nicht größer wird, wenn man vorgenannte und weitere Faktoren berücksichtigt, wie zum Beispiel, dass Frauen als Mütter lieber bei euch Kindern bleiben, als zu arbeiten (auch dies wurde nicht von euren Vätern erzwungen).

    Auch von mir ein Link:
    https://www.destatis.de/DE/Publikationen/STATmagazin/VerdiensteArbeitskosten/2013_03/2013_03Verdienstunterschiede.html

    Bitte beachtet und diskutiert intensiv auch die zweite Grafik

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