Armutsbericht: Ganztagsbetreuung ausbauen – Kinderarmut senken

kinderarmutKinder sind deutlich stärker armutsgefährdet als die Gesamtbevölkerung. Das geht aus dem heute im Kabinett vorgelegten 4. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung hervor. DRK-Präsident Dr. Rudolf Seiters appelliert an Bund, Länder und Gemeinden, deutlich in den Ausbau der Ganztagsbetreuung zu investieren.

DRK-Präsident Dr. Rudolf Seiters: „Jedes fünfte Kind ist armutsgefährdet – das liegt auch an unserem Bildungssystem. Es verschärft die Benachteiligungen von schlechter gestellten Familien. Deshalb brauchen wir einen Rechtsanspruch auf einen Ganztagsbetreuungsplatz für Kinder ab einem Jahr. Die Wahrscheinlichkeit, später ein Gymnasium zu besuchen würde sich dadurch für alle Kinder erhöhen – für Kinder von Alleinerziehenden sogar von 36 auf 62 Prozent.“

Eine Studie des IW Köln im Auftrag von Bundesfamilienministerium und Deutschem Roten Kreuz aus dem Jahr 2012 hat gezeigt, dass ein flächendeckendes Angebot an Ganztagsbetreuungsplätzen 110.000 Alleinerziehende in Arbeit bringen könnte. Damit wären auch die Bildungschancen von 175.000 Kindern besser abgesichert.

Zur Senkung der Kinderarmut setzt sich das DRK auch für den Ausbau von Ganztagsschulen und ein flächendeckendes Angebot der Schulsozialarbeit ein.

Das Deutsche Rote Kreuz betreibt bundesweit rund 1.300 Kindertagesstätten mit mehr als 93.000 Plätzen.

Quelle: DRK – www.drk.de

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