Umweltministerium bestreitet amtlich bestätigte Belastungen durch Laserdrucker

Heute berichtete das NDR-Verbrauchermagazin Markt über Gesundheitsgefahren durch Laserdruckgeräte, denen Millionen Bürger fast täglich und über Jahre ausgesetzt sind. Die Hersteller kommen durch neue Studien immer stärker unter Druck.

Laut amtlicher Messungen im Auftrag des Umweltbundesamtes (UBA) emittieren moderne Laserdrucker durchschnittlich 2,37 Milliarden Partikel pro Seite, darunter metallische Nanopartikel aus dem Toner und Flammschutzmittel. Viele weitere Schadstoffe wurden in Tonern und der Abluft nachgewiesen.

Emissionen aus Laserdruckern wirken schon nach Minuten schädigend auf menschliche Zellen und Menschen. Allergische Reaktionen, Entzündungen, zellschädigender oxidativer Stress und sogar gentoxische Wirkungen auf Lungenzellen wurden festgestellt. Dies kann zu Krebs führen! Forscher der HarvardMedical School stellten sogar bei gesunden Testpersonen Entzündungen der Atemwege und oxidativen Stress fest.

Die winzigen Partikel wurden schon in Lungenzellen und sogar im Bauchfell von Patienten nachgewiesen.

nano-control-laser

Fast 3.000 Erkrankungsfälle, darunter Ärzte, Wissenschaftler, Juristen und fast 200 Polizisten sind schon registriert. 81 % der Betroffenen sind chronisch erkrankt, 39 % schwer bis sehr schwer und 25 % sind von Berufsunfähigkeit betroffen! Zweidrittel beklagen schlechte bis unzumutbare Büroluft. 86 % berichten über verschmutzte Geräte und sehen sich stark und dauerhaft belastet. Nachdem kein einziges Gerät die seit 01.01.2013 verschärften Kriterien für den neuen Blauen Engel erfüllte, hat das UBA kurzerhand die alten Bedingungen bis Ende 2013 verlängert.

NDR-Beitrag: Gefährlicher Feinstaub aus Laserdruckern

Indes stellt die Industrie auf Tinte um, auch im Businessbereich. Der Marktführer HP wirbt „50% günstiger als Laser“, Kyocera baut den schnellsten Tintendruckkopf, Brother bietet Tintenstrahldrucker mit 100 Seiten/ Minute und Epson wirbt „Bye, bye Laser“.

Immer mehr Firmen und Behörden beginnen zu handeln. Die Hamburger Polizei hat schon fast alle Laserdrucker durch Tinten- und Gel-Drucker ersetzt. Das Niedersächsische Justizministerium will wegen schwerer Erkrankungen an Gerichten und hoher Emissionen 4.033 Samsung-Laserdrucker trotz Blauem Engel verschrotten. Kein Zweifel, die Restlaufzeiten für Laserdrucker haben begonnen!

Das ist doch irre, Herr Altmaier! 

Doch das BMU bestreitet Belastungen und verweigert die schon 2004 amtlich versprochene Aufklärung. Nicht einmal zu Gesprächen ist man bereit. An den Besuch von acht Vertretern der Druckerindustrie kann sich niemand mehr erinnern.

Achim Stelting, Vorsitzender der Stiftung nano-Control: „Die Ignoranz und Untätigkeit des BMU ist angesichts der schweren Schädigungen von Menschen grob verantwortungslos. Wir werden schnellstens für die Aufklärung sorgen und diese völlig überflüssige Gefahr stoppen, notfalls vor Gerichten!“

Quelle: 
nano-Control 
Internationale Stiftung
Für gesunde Raumluft, denn Atmen heißt Leben!

www.nano-control.de
www.sicher-drucken.de

 

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1 Antwort

  1. anja sagt:

    Gut, dass sich die Medien nicht dem Druck der Herstellerlobby beugen, sondern dem Endverbraucher endlich die Forschungsergebnisse vornehmlich der Uni Freiburg weitergeben. Dank der Stiftung Nano-Control können Betroffene ihre Situation beleuchten und die Ursachen der Beschwerden verstehen. Jetzt ist das Handeln der Arbeitgeber und der Politik dringend erforderlich. Es muss endlich dem weltweiten Feldversuch mit ahnungslosen Mitarbeitern in Büros aber auch ausgelieferten Kindern in Schulen und Kitas ein Ende bereitet werden.
    Die Zahl der jungen Allergiker steigt unaufhörlich, die Belastungen sind für Betroffene kaum auszuhalten! Wie lange will die Öffentlichkeit das noch stillschweigend dulden?

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