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14.2.2013   |   Verbraucher

Schummel mit „Heißer Zitrone“ – Unzulässige Werbung bei Pulvergetränken

„Heiße Zitrone“ steht auf vielen Pulvern und Brausetabletten, die in diesen kalten Tagen angeboten werden. Auf allen Packungen suggerieren Bilder von saftigen Zitronen: das ist gesund und hilft gegen Erkältung. Acht dieser Produkte hat die Verbraucherzentrale Niedersachsen auf ihre Werbung hin überprüft. Dabei ist aufgefallen, dass bei einigen die Gesundheitswerbung nicht mehr zulässig ist.

zitrone

Echte Zitronen sind kaum in den Produkten zu finden. Den Zitronengeschmack aller Getränke liefern Aromen. Laut Zutatenlisten enthielten die meisten Heißgetränke weniger als fünf Prozent Zitronenpulver. Einzige Ausnahme: „Sanatura Heiße Zitrone“ – das Produkt aus dem Reformhaus enthält 23 Prozent Zitronenpulver. Bei der „heißen Zitrone“ vom dm-Drogerie Markt fehlt die vorgeschriebene Prozentangabe ganz.

Auch die zugesetzten Nährstoffe stammen in der Regel nicht aus Zitronen. Laut Deklaration ist Vitamin C zugesetzt, oft kombiniert mit Zink. Diese Nährstoffe sollen bei drei Produkten „zur Unterstützung der Abwehrkräfte“ dienen. Diese Werbeaussage ist nicht mehr erlaubt. Denn Studien zeigen, dass die Einnahme von Vitamin C und Zink weder vor Erkältungen schützt noch wird die Dauer wesentlich verkürzt. Schließlich sind die meisten Menschen ausreichend mit diesen Nährstoffen versorgt.

Von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) akzeptiert ist dagegen der Hinweis „trägt zur normalen Funktion des Immunsystems bei“. Auf vier Produkten fand sich diese Werbeaussage wieder. Sie besagt, Vitamin C und Zink normalisieren das Immunsystem, wenn eine Unterversorgung an diesen Nährstoffen besteht.

Getränkepulver oder Brausetabletten mit Werbeaussagen sind nicht automatisch gesünder als Produkte ohne Werbeversprechen und sollten nach der Verzehrsempfehlung der Hersteller höchstens einmal täglich getrunken werden.

Für Kinder und Jugendliche sind die zinkhaltigen Produkte „Zink+C drink von Biolabor“, „Sanatura Heiße Zitrone“ und „Heiße Zitrone mit Ingwer von tetesept“ nicht geeignet. Zink angereicherte Produkte können nach Aussage des Bundesinstituts für Risikobewertung zum Beispiel Blutarmut hervorrufen oder zu Veränderungen beim Fettstoffwechsel führen.

Tipp: Was wirklich hilft, ist viel Trinken bei Erkältungen, weil es die Schleimhäute feucht hält und Infekte lindert. Heiße Zitrone selbstgemacht mit Wasser und dem Saft einer Zitrone ist dabei empfehlenswerter als manches Pulver.

 

Telefonische Beratung zu Gesundheitswerbung bei Lebensmitteln gibt es am Verbrauchertelefon unter 0900 1 7979-05, montags von 10 bis 16 Uhr (für 0,10 Euro/Minute aus dem deutschen Festnetz – Mobilfunkpreise abweichend). Weitere Informationen über Werbung mit gesundheitsbezogenen Angaben auf Lebensmitteln: www.youtube.com/verbraucherstiftung

 Quelle: Verbraucherzentale Niedersachsen




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