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07.2.2013   |   Gesundheit

Alarmierende Studie: Luftschadstoffe setzen der Babylunge zu

(dgk) „Geh mit dem Baby so oft wie möglich raus an die frische Luft“ – das ist ein Rat, den Generationen von Müttern gehört haben. Die Wetterreize härten die Kleinen ab, und beim Spazierengehen entspannen sich Kinder wie Eltern. In der Stadt allerdings ist möglicherweise nur das Spazierengehen an den wenig befahrenen Straßen förderlich für die Gesundheit, wie Ärzte nun zu bedenken geben.*  Denn eine neue Studie hat gezeigt, dass die Lunge besonders von Kleinstkindern unter den Auspuffgasen leidet.

inhallieren bei Bronchitis/Asthma

Straßennähe gefährdet Kinderlungen – besonders die der Kleinsten
Foto: Inhalierendes Kind – Quelle: Köpenicker-Fotolia.com

Laut Forschungsergebnissen schwedischer Wissenschaftler kann eine hohe Schadstoffbelastung in einem Alter unter einem Jahr zu einer dauerhaften Beeinträchtigung der Lungenfunktion führen, die sich auch acht Jahre später noch nachweisen lässt. Die Forscher hatten bei 1.900 Kindern von Geburt an bis zum achten Lebensjahr den Gesundheitszustand und Allergiestatus ermittelt. Kinder, die bereits im ersten Lebensjahr einer erhöhten verkehrsbedingten Schadstoffbelastung ausgesetzt waren, wiesen noch acht Jahre später deutliche Defizite in ihrer Atemfunktion auf. Besonders schlecht fielen die Lungenfunktionswerte bei Kindern aus, die zusätzlich an allergischem Asthma oder einer Nahrungsmittelallergie litten. Mediziner erklären dies damit, dass die Entwicklung der Lunge zum Zeitpunkt der Geburt noch längst nicht abgeschlossen ist – sie braucht hierfür einige Jahre, wobei sie in dieser Zeit besonderen Schutzes bedarf.

Neu sind diese Erkenntnisse nicht. Jahr für Jahr erscheinen Studien, die die negativen Auswirkungen von Luftverschmutzung auf die Gesundheit von Kindern und Erwachsenen belegen. So wiesen Wissenschaftler in einem deutsch-amerikanischen Forschungs­projekt nach, dass eine erhöhte Feinstaubbelastung Herz- und Gefäßkrankheiten hervorrufen kann. Außerdem stehen die kleinen Partikel im Verdacht, Krebs zu erzeugen und die Hautalterung zu beschleunigen.

Ausgelagert: Wer hat Vorfahrt – Auto oder Kinderwagen?

Des Deutschen liebstes Kind ist vielleicht doch das Auto – und nicht die eigene Gesundheit und schon gar nicht die der Umwelt. Anders ist es kaum zu verstehen, dass bereits in den 90er Jahren zwar 80 Prozent der städtischen Bevölkerung der Meinung waren, die Städte müssten verkehrsberuhigt bzw. verkehrsreduziert werden. Aber gleichzeitig waren und sind die Bürger bis heute nicht bereit, ihren Kilometerkonsum einzuschränken. Zu Beginn des Jahres 2012 waren in Deutschland 42.927.647 Pkw zugelassen – so viele wie nie zuvor. Mediziner geben den Rat, dem Verkehr auszuweichen und sich im Grünen zu bewegen. Das ist sicherlich richtig, gleichzeitig aber zu kurz gedacht. Viele Stadtbewohner können den Auspuffgasen streckenweise kaum ausweichen. In manchem Ort sieht man morgens, wie sich die Schülerscharen in Abgaswolken ihren Weg zur Schule bahnen. In den sich stauenden Autos auf der Straße sitzen nicht selten Eltern, die ihren Nachwuchs auf vier Rädern zur Schule befördern, statt sie gehen oder radeln zu lassen – und damit noch nebenbei dem Bewegungsmangel entgegen zu wirken.

Umweltbundesamt: Feinstaubbelastung war auch 2012 zu hoch

Besonders schädlich, das weiß man nun seit einiger Zeit, ist der Feinstaub, der mindestens zur Hälfte aus den Auspuffrohren der Kraftfahrzeuge stammt. Anfang Februar 2013 vom Umweltbundesamt herausgegebene Zahlen zeigen: Die Luft in Deutschland war auch 2012 zu stark mit Feinstaub belastet. Belastungsspitzen finden sich übrigens Jahr für Jahr in den Monaten Januar und Februar. Als Eltern sollte man sich überlegen, ob man in diesen Monaten in der Stadt überhaupt mit seinem Nachwuchs an die „frische Luft“ geht. Doch glücklicherweise kann man vor einem möglichen Spaziergang auf der Homepage des Umweltbundesamtes die tagesaktuellen Feinstaub-Immissionswerte nachsehen und gegebenenfalls daheim bleiben. Oder mit dem Auto in die Natur fahren.

*Meldung der „Lungenärzte im Netz“ vom 10.1.2013: Alarmierende Studie – Kleinstkinder besonders empfindlich gegenüber Luftschadstoffen

Quellen:
(1) Schultz, E.S. et al.: Traffic-related air pollution and lung function in children at 8 years of age: a birth cohort study. American Journal of respiratory and critical care medicine, online publiziert am 26.10.2012, doi: 10.1164/rccm.201206-1045OC
(2) Gruzieva, O. et al.: Exposure to air pollution from traffic and childhood asthma until 12 years of age, Epidemiology. 24(1):54-61, 2013
doi: 10.1097/EDE.0b013e318276c1ea.
(3) Nordling, E. et al.: Traffic-related air pollution and childhood respiratory symptoms, function and allergies. Epidemiology, 19(3):401-8, 2008
doi: 10.1097/EDE.0b013e31816a1ce3.
(4) Rojas-Martinez, R. et al.: Lung function growth in children with long-term exposure to air pollutants in Mexico City, American Journal of respiratory and critical care medicine, 15;176(4):377-84, online publiziert am 19.4.2007
(5) Krishnan Bhaskaran, 20 September 2011: The effects of hourly differences in air pollution on the risk of myocardial infarction: case crossover analysis of the MINAP database; BMJ 343: d5531; doi: 10.1136/bmj.d5531
(6) Freie Fahrt für freie Bürger? : Elemente einer rationalen Autonutzung in den neuen Bundesländern ; eine Tagung der Friedrich-Ebert-Stiftung am 14. Oktober 1993 in Dresden; http://library.fes.de/fulltext/fo-wirtschaft/00335001.htm
(7) Umweltbundesamt: Daten zur Umwelt – Kraftfahrzeugbestand
http://www.umweltbundesamt-daten-zur-umwelt.de/umweltdaten/public/theme.do?nodeIdent=2332
(8) Einhaltung der Grenzwerte für Luftschadstoffe weiter problematisch
http://www.umweltbundesamt.de/luft/index.htm

 

Foto: Inhalierendes Kind – Quelle: Köpenicker-Fotolia.com

Quelle: DEUTSCHES GRÜNES KREUZ e. V. – www.dgk.de




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