CleanKids-Magazin
Echtkind - Ausgesucht schönes Spielzeug ohne Schadstoffe

06.2.2013   |   Ernährung - Gesundheit

Dickmacher aus dem Salzstreuer: Wie zu viel Salz Kinder dick macht

waage

(dgk) Je salziger das Essen, desto höher das Gewicht? Auf Kinder, die gern zuckerhaltige Getränke, wie beispielsweise Limonade oder unverdünnte Säfte trinken, kann dies möglicherweise zutreffen. Darauf weist eine neue Studie aus Australien hin. Eine Kochsalzreduktion würde demnach nicht nur Herz und Gefäße schützen, sie könnte auch in der Prävention von Übergewicht hilfreich sein.

Mehr Salz, mehr süße Getränke

Forscher der Deakin Universität/Australien hatten die tägliche Salzzufuhr, die aufgenommene Flüssigkeitsmenge und die Menge an zuckerhaltigen Getränken bei über 4.000 Kindern und Jugendlichen zwischen 2 und 16 Jahren erfragt sowie deren BMI berechnet.

62 Prozent der australischen Teilnehmer nahmen zuckerhaltige Getränke zu sich, insbesondere Teenager und Kinder aus sozial schwachen Familien.

Die tägliche aufgenommene Salzmenge nahm mit dem Alter zu: So wurden aus durchschnittlich 4,3 g pro Tag bei den Zwei- bis Dreijährigen rund 8,1 g Salz bei den 14- bis 16-Jährigen. Die Flüssigkeitsmenge steigerte sich ebenfalls altersabhängig von 1064 g auf 1799 g pro Tag. Unter Berücksichtigung von Alter, Geschlecht, Body-Mass-Index und sozialem Status zeigte sich: Für jedes zusätzlich aufgenommene Gramm Salz wurden 46 g mehr getrunken. Entsprechend war bei denjenigen, die Süßgetränke bevorzugten, die Salzaufnahme positiv mit der Zufuhr süßer Getränke verbunden: Jedes zusätzliche Gramm Salz führte bei diesen Kindern zu zusätzlichen 17 g zuckerhaltiger Flüssigkeiten. Die Autoren errechneten: Wer täglich mehr als ein süßes Getränk (≥ 250 g) zu sich nahm, hatte ein um 26 Prozent erhöhtes Risiko, übergewichtig zu werden. Allerdings war dieses Risiko nicht mehr signifikant, wenn in der Analyse auch die körperliche Aktivität der Kinder und Jugendlichen mit berücksichtigt wurde.

Auch in Deutschland konsumieren Kinder und Jugendliche zu viel Salz

Die tägliche Aufnahme von Salz mit der Nahrung ist auch in Deutschland zu hoch. Laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) nehmen vor allem Männer, Kinder und Jugendliche übermäßig viel Salz auf. Die derzeitige Salzaufnahme der deutschen Bevölkerung liegt bei Männern und Frauen im Median bei 8,17 g bzw. 6,04 g/Tag und bei männlichen Jugendlichen im Mittel sogar bei bis zu 10 g/Tag. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) rät Jugendlichen und Erwachsenen, insgesamt nicht mehr als 5 bis 6 g Kochsalz pro Tag aufzunehmen.

Die Vorliebe für Salziges ist nicht angeboren

Säuglinge mögen kein Salz. Kinder entwickeln diese Vorliebe erst nach und nach. Dabei spielt schon die frühe Beikost im Säuglingsalter eine Rolle, wie amerikanische Forscher jüngst nachgewiesen haben: Die Kinder, die schon im Alter von 6 Monaten salzhaltige Beikost erhalten hatten, zeigten auch im Alter von 36–48 Monaten eine gesteigerte Tendenz zum Verzehr von Kochsalz.

Das Deutsche Grüne Kreuz e. V. empfiehlt

Besonders solche Kinder, die zuckerhaltige Getränke zu sich nehmen, sollten den Salzverbrauch reduzieren. Denn dies verringert die Aufnahme von versteckten Kalorien aus Getränken und somit das Risiko für Übergewicht.

Eltern können schon sehr früh einem erhöhten Salzkonsum ihrer Sprösslinge entgegenwirken, in dem sie ungesalzene Beikost geben. Ist eine Vorliebe für Salziges schon ausgebildet, kann eine Anpassung an einen milden Salzgeschmack durch eine schrittweise Reduktion erfolgen.

Quellen:

(1) Grimes, C. A. Dietary Salt Intake, Sugar-Sweetened Beverage Consumption, and Obesity Risk. Pediatrics 2012; online December 10, 2012 (10.1542/peds.2012-1628); doi:10.1542/peds.2012-1628

(2) springermedizin.de Zuckrige Durstlöscher – Zuviel Salz macht Kinder dick; publiziert am: 12.12.2012: http://www.springermedizin.de/zu-viel-salz-macht-kinder-dick/3690872.html

(3) Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) http://www.bfr.bund.de/de/a-z_index/salz-31180.html

(4) Stein LJ, Cowart BJ, Beauchamp GK: The development of salty taste acceptance is related to dietary experience in human infants: a prospective study. Am J Clin Nutr 95 (2012) 123-129

(5) Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V.: Kinder und Jugendliche konsumieren zu viel Salz 12.05.2009 http://www.dge.de/modules.php?name=News&file=article&sid=933

Herausgeber: DEUTSCHES GRÜNES KREUZ e. V.

 




Bitte beachten Sie, dass alle Meldungen den Kenntnisstand zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergeben!

help
Getestet und Empfohlen: Swagbucks-Bonus für Eltern

– Anzeige –

Wichtiger Hinweis zu Gesundheitsthemen

Aktuelle Tests…

ot-anilin

ÖKO-TEST Anilin in Kinderprodukten: Im roten Bereich

Anilin ist ein Farbstoffbestandteil, der unter Krebsverdacht steht. Das ÖKO-TEST-Magazin wollte in der aktuellen September-Ausgabe wissen, ob Kinderprodukte wie Jeans, Schuhe, Strumpfhosen und Malkreiden damit belastet sind. Fast alle 32 untersuchten Produkte enthalten – teilweise sogar große Mengen – Anilin und in einigen Fällen auch andere aromatische Amine.


– Anzeige –
Buch- und Lesetipps

Buchtips der Redaktion

In unseren Buch- und Lesetipps stellen wir ab und an interessante Lektüre vor. Da ist für Mama, Papa und die Kinder immer was dabei. Zur Übersicht >>

Aufgepasst bei Baby-Nestchen

Gitterbettschutz und Baby-Nestchen – Erstickungsgefahr für Säuglinge und Kleinkinder

Gitterbettschutz und Baby-Nestchen
Erstickungsgefahr für Säuglinge und Kleinkinder

Neben Stofftieren, Kissen, Decken können auch Baby-Nestchen die Gefahr für einen Erstickungstod erhöhen. Todesfälle haben in den letzten Jahren stark zugenommen

Babyschuhe ??? besser nicht !

Immer wieder - Schadstoffe und Gifte in Babyschuhen

Krabbelschuhe, Lederpuschen, Lauflernschuhe
In den letzten Wochen wurden vermehrt Babyschuhe zurückgerufen oder vom Markt genommen. Grund hierfür: Schadstoffe und Gifte wie etwa Chrom VI, Schimmel, Weichmacher, PAK's - allesamt sehr problematische Stoffe, die auf keinen Fall an Babyfüße gehören. 


Kindergeld: Auszahlungstermine 2015 der Familienkasse